Seite 4: Özil, Klose, Schürrle, Mertesacker, Götze

Mesut Özil
Wenn wir uns mal ganz einsam fühlen, und uns nach Gebor­gen­heit und Zärt­lich­keit sehnen, möchten wir bitte von Mesut Özils Sohle gestrei­chelt werden. Denn wie auch immer man die Gesamt­leis­tung des deut­schen Spiel­ma­chers bei dieser WM ein­stufen mag – der Kerl kann fast besser kicken als 1990 Hässler und Litti zusammen. Gegen Argen­ti­nien zeigte er das auch, häu­figer als in allen anderen Spielen zusammen. Dann musste Chris­toph Kramer raus, Löw stellte um und Özil verlor seinen Frei­raum. Wes­halb er nicht mehr so viel strei­cheln durfte, son­dern ackern wie ein Knecht. Viel­leicht ist das eine der ent­schei­denden Geschichten bei diesem Tur­nier, ein prä­gender Fakt, der diesen Welt­meis­ter­titel mit zu ver­ant­worten hat: Dass Mesut Özil, der Mann, der mehr Gefühl in seinen Zehen­spitzen hat als Eros Ramaz­zotti in seiner Stimme, dass sich dieser Kerl in Bra­si­lien zum Wohle der Mann­schaft und zum Unwohle seiner eigenen Dar­bie­tung, den Arsch auf­ge­rissen hat.

Miroslav Klose
Ver­gesst Romeo & Julia. Ver­gesst Susi und Strolch. Ver­gesst Vom Winde ver­weht. Ver­gesst auch Not­ting Hill, Jen­seits von Afrika und Casa­blanca. Die schönste Lie­bes­ge­schichte aller Zeiten ist die Kar­riere von Miroslav Klose.

André Schürrle
Was André Schürrle noch bräuchte, um end­gültig in die Rolle des For­rest Gump zu schlüpfen:
- eine Pra­li­nen­schachtel
- einen Sprung in der Schüssel
- einen schwarzen Freund mit Liebe für Krabben
For­rest Gump wurde Kriegs­held, war Tisch­ten­nis­meister, erfand Apple und den Smiley. André Schürrle berei­tete das finale Tor in der Ver­län­ge­rung des WM-End­spiels vor. Einigen wir uns auf ein his­to­ri­sches Unent­schieden.

Per Mer­te­sa­cker
Ist jetzt Welt­meister. Ist denn das zu fassen?

Mario Götze
Fol­gender Dialog ges­tern in der 88. Minute des WM-End­spiels im Wohn­zimmer des Autors dieser Zeilen.
Autor: Boah. Er bringt Götze.“
Kumpel: Wie geil.“
Autor: Wieso geil?“
Kumpel: Der macht gleich eine Traum­hütte und ent­scheidet das ver­dammte Finale!“
Autor: Keule. Wir sind hier nicht bei ›Wünsch Dir was‹. Und sowieso: Das Leben ist kein Ponyhof.“

Fazit: Das Leben ist ein Ponyhof.