Ein weiter Ball über die geg­ne­ri­sche Ver­tei­di­gung reicht oft­mals schon aus, um eine Tor­chance zu erspielen. Zumin­dest, wenn der Stürmer am anderen Ende des Platzes Ivan Toney heißt. Was dann folgt, ist meist ein gewon­nenes Sprint­duell gegen einen oder zwei Ver­tei­diger, ein letzter Blick, um sicher­zu­gehen, wo der Tor­wart steht, und ein prä­ziser Abschluss. So oder in leicht abge­wan­delter Form spielte sich diese Szene alleine in dieser Saison 25 Mal ab und beför­derte nicht nur den FC Brent­ford auf Platz zwei der eng­li­schen Cham­pionship, son­dern machte Ivan Toney auch zum gefähr­lichsten eng­li­schen Tor­schützen aller eng­li­schen Pro­fi­ligen. Kein Wunder also, dass der Angreifer auf den meisten Ein­kaufs­zet­teln der Pre­mier-League-Klubs auf­taucht und nicht nur als Kan­didat für die eng­li­sche Natio­nal­mann­schaft gilt, son­dern sich um seine Dienste auch der jamai­ka­ni­sche Ver­band bemüht. Dabei war der Weg dahin alles andere als mär­chen­haft.

Der Beginn einer Leih-Odyssee

Sein Debüt im eng­li­schen Profi-Fuß­ball hatte Toney für seinen Hei­mat­verein Nort­hampton Town gegeben. Das war 2012 und er gerade einmal 16 Jahre alt. Nach einer Saison in der League Two, wo er sein Talent immer wieder auf­blitzen ließ, stand Toney kurz vor einer Unter­schrift beim dama­ligen Zweit­li­gisten Wol­ver­hampton Wan­de­rers. Doch es kam alles anders: Toney fiel, auf­grund bis heute unbe­kannter Gründe, durch den Medi­zin­check. Davon ließ sich Erst­li­gist New­castle United jedoch nicht abschre­cken und schnappte sich den mitt­ler­weile voll­jäh­rigen Toney. 

Doch nach nur zwei Monaten und 17 Ein­satz­mi­nuten für die Mag­pies“, ent­schied der Klub, dass Toney seine kör­per­li­chen Defi­zite auf­ar­beiten müsse. Es folgte die typisch eng­li­sche Leih-Odyssee: Von New­castle ging es über den Zeit­raum von nur zwei­ein­halb Jahren zum FC Barnsley, Shrews­bury Town, Scun­t­horpe United, den Wigan Ath­le­tics, nur um noch ein zweites Mal für Shrews­bury auf Tore­jagd zu gehen. Hatte sein erster Trainer bei New­castle, Steve McClaren noch die kör­per­li­chen Defi­zite ange­pran­gert, so wurde Toney bei seiner Rück­kehr und unter Trainer Rafael Benitez gar nicht mehr berück­sich­tigt. Obwohl er sich bei den jewei­ligen Klubs einen Namen als solider Stürmer gemacht hatte, ver­kaufte New­castle den Eng­länder mit jamai­ka­ni­schen Wur­zeln in die dritte Liga.

Durch­bruch bei Peter­bo­rough

Dan­kender Abnehmer war der FC Peter­bo­rough und wie sich her­aus­stellen sollte, waren die inves­tierten 350.000 Pfund mit die besten in der fast 90-jäh­rigen Geschichte des Klubs. Denn das Ein­zige, was Toney zu fehlen schien, war ein kon­stantes Umfeld, das auf ihn setzt. Die stän­digen Leihen, berich­tete Toney in einem Inter­view, seien zwar Teil des Geschäfts, aber auf Dauer auch sehr kräf­te­zeh­rend“.

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In seiner ersten Saison für the Posh“ kam der spiel­starke Stürmer auf 16 Tore und sieben Vor­lagen in 44 Spielen. In der dar­auf­fol­genden Saison erzielte er 24 Tore und legte sechs wei­tere auf und das, obwohl er zwölf Spiele weniger bestritten hatte als noch im Vor­jahr. Bemer­kens­wert waren aber nicht nur die Anzahl der Tore, son­dern vor allem die Art, wie er sie erzielte. In Peter­bo­rough zeich­nete sich Toney aus­ge­rechnet durch sein kör­per­li­ches Spiel aus. Vor allem seine Abschluss­qua­lität kom­bi­niert mit Schnel­lig­keit und Kopf­ball­stärke riefen Ver­eine wie Celtic Glasgow, die Glasgow Ran­gers und den FC Brent­ford auf den Plan, die alle­samt mit Peter­bo­rough über einen Transfer ver­han­delten.