Seite 2: In Rom brennt ein Feuer

SSC Neapel: Post-Mer­tens-Depres­sion

Die SSC Neapel steht vor einem bedeu­tenden Umbruch. Mit Dries Mer­tens und Lorenzo Insigne haben zwei iden­ti­täts­stif­tende Spieler den Verein nach neun bzw. Zehn Jahren ver­lassen. Der FC Chelsea warb zudem Abwehr­chef Kal­idou Kouli­baly ab, sodass sich die Mann­schaft offensiv wie defensiv neu sor­tieren muss. Mit Victor Osmihen, Irving Lozano und Matteo Poli­tano sind die Süd­ita­liener vorne den­noch wei­terhin gut auf­ge­stellt. Zumal der 21-jäh­rige geor­gi­sche Neu­zu­gang Khvicha Kva­rats­k­helia in der Vor­be­rei­tung eben­falls Viel­ver­spre­chendes zeigte und der Verein Berichten zufolge kurz vor der Ver­pflich­tung von Serie A‑Dauerläufer Gio­vanni Simeone steht.

Nichts­des­to­trotz wird Luciano Spal­letti die Abgänge der drei Lang­zeit-Nea­po­li­taner kom­pen­sieren müssen. Der Trainer dämpfte in der Vor­be­rei­tung schonmal die Erwar­tungen. Jeder erwartet, dass die Leis­tungen der ver­gan­genen Saison wie­der­holt werden, aber das ist nicht ein­fach. Erneut unter die ersten vier zu kommen wird sehr schwierig sein“, so Spal­letti.

AS Rom: Der Mour­inho-Hype beflü­gelt die Haupt­stadt

Die Roma ist die womög­lich span­nendste Mann­schaft der neuen Serie-A-Saison. José Mour­inho hat die Stadt schon in der ver­gan­genen Saison mit dem Sieg der UEFA Con­fe­rence League in Ekstase ver­setzt. Nun wird das Ziel sein, einen der vier Cham­pions League-Plätze zu ergat­tern. Und dafür wurde ordent­lich ein­ge­kauft. Die Fans brannten kurz nach dem Titel­ge­winn im Mai erneut ein Feu­er­werk ab, als der Verein ihnen den ehe­ma­lige Juve-Star Paulo Dyballa prä­sen­tierte.

Mit Geor­ginio Wij­naldum lotse Mour­inho einen wei­teren Spieler mit Top-Niveau in die Haupt­stadt, sein Schütz­ling Nemanja Matic fand eben­falls den Weg nach Rom. Die Hand­schrift des Star-Trai­ners ist immer mehr zu erkennen. Die Anhänger der Roma befinden sich gefühlt seit Mai in einem Rausch, der durchaus gefähr­lich sein kann. Viel dürfte davon abhängen, inwie­fern Dybala, Nicolò Zaniolo und Co. ihr immenses Poten­zial zeigen können. Denn Mour­inho lässt bekannt­lich trotz geballter Offen­siv­power einen eher zurück­hal­tenden Fuß­ball spielen.

Die Pro­gnose

Momentan ist es schwer vor­stellbar, dass eine Mann­schaft außer­halb dieser fünf um den Titel mit­spielen kann. Die eng getak­teten Monate vor der Welt­meis­ter­schaft werden aus­schlag­ge­bend für den Titel­kampf sein. Die AC Mai­land wird den Erfolg des Vor­jahres nicht wie­der­holen können. Die Mann­schaft von Ste­fano Pioli spielt eine ordent­liche Saison, lässt gegen die großen Ver­eine jedoch zu oft Punkte liegen. Juventus Turin hin­gegen wird einige Wochen brau­chen, um in Fahrt zu kommen, doch dann spielt das Offen­siv­trio Chiesa-Di Maria-Vla­hovic furios auf. Die Turiner spielen bis zum Ende der Saison um den Titel mit.

Der geht aber schluss­end­lich zum dritten Mal in Folge nach Mai­land. Die Ner­ra­zurri, allen voran Romelu Lukaku, werden in dieser Saison unhaltbar sein: Simone Inz­aghi führt das Team in seinem zweiten Jahr zum Titel. Napoli wird Schwie­rig­keiten haben, den Umbruch zu ver­kraften und fliegt aus den Top vier. Die Roma führt ihren Höhen­flug weiter und wird dritter, Milan landet auf Platz vier. So oder auch voll­kommen anders wird es kommen. Eines ist klar: in Ita­lien kehrt am Samstag das wahre Leben zurück.