Nach 22 Minuten hatte Dimi­trios Gram­mozis ein Ein­sehen. Er beor­derte den indis­po­nierten Darko Chur­linov vom Platz und schickte dafür den zuletzt so starken Thomas Ouwejan auf seine ange­stammte Posi­tion als Links­ver­tei­diger. Neben Ouwejan, den leichte Ober­schenkel-Pro­bleme plagten, hatte Gram­mozis auch Tor­jäger Simon Terodde und seiner neuen Nummer eins Martin Fraisl zwecks Scho­nung eine Pause ver­ordnet.

Die Quit­tung folgte bereits in der 5. Minute: Chur­linov ver­tän­delte den Ball gegen aggressiv pres­sende Löwen, beim anschlie­ßenden Abschluss von Stefan Lex bekam Ralf Fähr­mann seine Beine nicht mehr recht­zeitig zusammen. Es war das Tor des Tages. In der ver­blei­benden Spiel­zeit gelang es den Schal­kern nicht mehr, den Rück­stand aus­zu­glei­chen. Durch das Poka­laus in der 2. Runde gehen den Königs­blauen über eine halbe Mil­lion Euro durch die Lappen. Doch auch fernab der Finanzen zeigte die Partie die Pro­bleme der Schalker auf.

Pie­ringer bleibt blass

Denn es waren nicht nur Chur­linov und Fähr­mann, die im Ver­gleich zu den Stamm­kräften abfielen. Auch Marvin Pie­ringer, der im Sturm die Chance erhielt, sich als wür­diger Ver­treter von Simon Terodde zu prä­sen­tieren, konnte nicht über­zeugen. Man könnte auch sagen, dass er es nicht einmal schaffte, über­haupt auf sich auf­merksam zu machen, denn an nen­nens­werten Offen­siv­ak­tionen war er nicht betei­ligt.

Dass Schalke gegen den Tabellen-16. der 3. Liga der­ar­tige Pro­bleme bekommt, wenn der Trainer ver­sucht, drei Stamm­kräften eine wohl­ver­diente Pause zu gönnen, sollte den Ver­ant­wort­li­chen zu denken geben. Sieben Liga­piele in Folge waren die Löwen zuletzt ohne Sieg geblieben und hatten dabei das Kunst­stück voll­bracht, sechs Mal 1:1 zu spielen. Zum letzten Mal ohne Gegentor blieb 1860 Ende Juli. Dass die Münchner diese Serien nun beenden konnten, lag zum einen an Tor­hüter Tor­wart Marco Hiller, der einige Male glän­zend reagierte. Doch das ist nur ein Teil der Wahr­heit.

Tor­chancen als Zufalls­pro­dukt

Denn wirk­lich gefähr­lich wurde Schalke nur selten. Zwar machten die Königs­blauen ins­be­son­dere in der zweiten Halb­zeit Druck, rannten zeit­weise ener­gisch auf das Tor von Hiller an. Und das in Unter­zahl, denn nach einer Not­bremse hatte Ver­tei­diger Malick Thiaw die Rote Karte gesehen. Schalke agierte mit vielen langen Bällen, die vor allem den in der 62. Minute ein­ge­wech­selten Terodde errei­chen sollten. Dabei sprangen jedoch nur selten ernst­hafte Tor­chancen heraus, die dann auch mehr Pro­dukt des Zufalls als eines plan­vollen Offen­siv­spiels waren.