Spieg­lein, Spieg­lein an der Wand, wer ist der schlech­teste Bun­des­liga-Klub im ganzen Land? Würde man diese Frage für alle Spiele des Jahres 2017 beant­worten, käme am Ende weder der SV Darm­stadt noch der FC Ingol­stadt heraus, son­dern Ein­tracht Frank­furt. Kein Team holte in der Rück­runde weniger Punkte. Den Frank­fur­tern gelang nicht einmal ein Treffer pro Partie. Kein Wunder, dass die Buch­ma­cher Ein­tracht Frank­furt vor dem Pokal­fi­nale gegen Borussia Dort­mund wenig zutrauen. Die Quote auf einen Frank­furter Pokal­sieg liegt bei 1:7. Doch Ein­tracht-Coach Niko Kovac geht den­noch zuver­sicht­lich in das Duell gegen Thomas Tuchel. Mit Jesus Val­lejo steht ein Schlüs­sel­spieler in der Innen­ver­tei­di­gung wieder zur Ver­fü­gung. Auch Alex Meier ist ein­satz­be­reit. Und Kovac sagt, er habe schon die ein oder andere Schwach­stelle bei Dort­mund ent­deckt.

Wir for­schen nach: Wo liegen diese Schwach­stellen? Wie kann Ein­tracht Frank­furt den ersten Pokal­titel seit 1988 gewinnen? Fünf Ideen, mit denen Frank­furt Dort­mund schlagen kann.

1. Frank­furt muss kom­pakt stehen

Die größte Stärke der Frank­furter in dieser Saison war die Defen­sive. Selbst in der ergeb­nis­tech­nisch schwa­chen Rück­runde bissen sich die Gegner oft lange Zeit die Zähne an der Frank­furter Fün­fer­kette aus. Frank­furt ließ die dritt­we­nigsten geg­ne­ri­schen Schüsse in der Liga zu, weniger sogar als die Borussia.

Frank­furt über­zeugt gegen den Ball mit einer Mischung aus Raum- und Mann­de­ckung. Die Fün­fer­kette sichert die letzte Linie. Davor agiert das Mit­tel­feld sehr man­n­ori­en­tiert, heißt: Sie stehen dem geg­ne­ri­schen Mit­tel­feld auf dem Fuß. Der Gegner soll kein Tempo aus dem Mit­tel­feld auf­nehmen können. Beides zusammen, mas­sive Fün­fer­kette und totale Mann­de­ckung im Mit­tel­feld, machen Frank­furt für jeden Gegner schwer bespielbar. Wie schwer sich auch Dort­mund damit tut, bewiesen sie in der Hin­runde, als sie mit 1:2 gegen Frank­furt ver­loren.

2. Dort­munds Mit­tel­feld blo­ckieren

Durch die Ver­let­zung von Julian Weigl fehlt dem BVB der ord­nende Spieler im Mit­tel­feld. Das könnte ein Pro­blem für Dort­mund werden, schließ­lich dürfte Frank­furt ihnen lange Zeit den Ball über­lassen. Nuri Sahin, Gon­zalo Castro oder Sebas­tian Rode füllen diese Posi­tion auf eine ganz andere Art aus.

Weigl ist in Dort­munds Ball­be­sitz­spiel vor allem des­halb wichtig, weil er mit seiner Ball­kon­trolle und Ein-Kon­takt-Pässen geg­ne­ri­sche Mann­de­ckungen ins Leere laufen lassen kann. Gegen Frank­furts Mann­de­ckungen wäre dies eine wich­tige Rolle gewesen. Ohne ihn dürfte Frank­furts Spiel­idee klar sein: Dort­munds Mit­tel­feld so blo­ckieren, dass die Ver­bin­dung zwi­schen Defen­sive und Offen­sive ver­lo­ren­geht. Dies könnte beson­ders dann funk­tio­nieren, wenn Dort­mund ein sehr ver­ti­kales Mit­tel­feld auf­stellt, bspw. mit Sahin (fällt häufig zurück) und Castro (geht häufig nach vorne).