Seite 2: Willkommen im Tunnel des Schreckens

Wir wollten ein biss­chen höher stehen, ins­be­son­dere bei Barca-Ball­be­sitz. Es war wichtig, ihre Pässe früh zu unter­binden und Bus­quets nicht ins Spiel kommen zu lassen“, sagte Trainer Iraola. Das sei der Mann­schaft gelungen. Zudem habe die Soli­da­rität zwi­schen den Spie­lern und ihr Wille gestimmt. Tor­schütze Alvaro sprach ähn­lich pathe­tisch von einem Sieg der Seele“. 

Mit Bar­ce­lona hin­gegen, das etliche Chancen ver­geben hatte und zwei nicht gege­bene Elf­meter beklagte, gingen die spa­ni­schen Medien hart ins Gericht. Nach der dritten Heim­nie­der­lage in Serie für Barca-Coach Xavi titelte Diario AS: Will­kommen im Tunnel des Schre­ckens“.

Kom­pakte Defen­sive

Rayos Erfolgs­re­zept ist nicht zuletzt auf eine gute Defen­siv­struktur zurück­zu­führen. Nach Ball­ver­lust wird direkt gepresst, die gesamte Mann­schaft arbeitet kol­lektiv gegen den Ball. Mit nur 38 Gegen­tref­fern stellt Rayo Valle­cano die neunt­beste Ver­tei­di­gung der Liga – und hat damit sogar einen Gegen­treffer weniger kas­siert als das defen­siv­starke Atle­tico Madrid.

Schlüssel in der Defen­sive ist die Achse um das Inn­ver­tei­diger-Duo aus Ale­jandro Catena und Esteban Saveljic, die das Auf­bau­spiel geduldig aus­führen. Der 22-jäh­rige Fran Garcia und Ivan Balliu auf den Außen kom­plet­tieren die Vie­rer­kette. Gerade Fran Garcia gilt als großes Ver­spre­chen. Bei seinem ehe­ma­ligen Arbeit­geber Real Madrid, das 50 Pro­zent an den Spiel­er­rechten hält, wird er als Option für die linke Abwehr­seite gehan­delt – die Posi­tion von Mar­celo, der den Klub zum Sai­son­ende ver­lassen wird. Die rasante Ent­wick­lung, die Garcia bei Rayo genommen hat, ist den Ver­ant­wort­li­chen bei Real nicht ent­gangen. Ein Ver­bleib bei Rayo gilt als unwahr­schein­lich.

Mit 33 Mil­lionen Euro stellt der Klub aus Vallecas den zweit­nied­rigsten Startelf-Markt­wert. Im Ver­gleich: Barcas teu­erste Startelf hatte in diesem Jahr einen Markt­wert von 387 Mil­lionen Euro. Vor der Saison hatte Rayo für 4,3 Mil­lionen Euro neue Spieler geholt, unter denen sich auch Falcao (ablö­se­frei von Gala­ta­saray Istanbul), Maras (aus­ge­liehen von UD Almeria) und eben Fran Garcia (von Real Madrid Cas­tilla) befinden. Garcia alleine hatte 2 Mil­lionen Euro gekostet.

Erfolge gegen Spit­zen­teams

Außer vier neuen Spie­lern ist die Startelf die­selbe geblieben wie noch im ver­gan­genen Auf­stiegs­jahr. Iraola bleibt seinem System treu und setzt auf Kon­ti­nuität. Dabei hat er eine gute Mischung aus erfah­renen – Falcao ist inzwi­schen 36 Jahre alt, die offen­siven Außen­spieler Alvaro und Oscar jen­seits der 25 Jahre – und jungen auf­stre­benden Spie­lern wie Garcia gefunden. 

Gegen Klubs wie Bilbao (2:1) und Valencia (zweimal 1:1) gelangen, neben den zwei Siegen gegen Bar­ce­lona, zudem wei­tere Ach­tungs­er­folge. Gegen die Lokal­ri­valen Real und Atle­tico Madrid setzte es hin­gegen knappe Nie­der­lagen. In der Haupt­stadt Spa­niens bleibt Rayo Valle­cano somit dritte Kraft – und darf dank des So-gut-wie-Klas­sen­er­halts in der kom­menden Saison einen neuen Anlauf auf einen Der­by­sieg nehmen.