Seite 2: Besitzer in Schwierigkeiten

Wie viel sich neben dem Wappen in Zukunft bei Inter ändern wird, ist indes unklar. Immerhin der Ver­eins­name Foot­ball Club Inter­na­zio­nale Milano“ blieb ent­gegen zwi­schen­zeit­lich auf­tre­tender Spe­ku­la­tionen unan­ge­tastet. Vor­an­ge­trieben wurde der Pro­zess, die Marke neu zu posi­tio­nieren“, wie es Inter selbst nennt, durch die Suning Hol­dings Group“, die seit 2016 eine Zwei-Drittel-Mehr­heit am Klub hält. Der 29-jäh­rige Inter-Prä­si­dent Steven Zhang, Sohn von Suning-Chef Zhang Jin­dong, betei­ligte sich auch an der Mar­ke­ting­kam­pagne für das neue Logo. 

Doch zuletzt gab es immer wieder Gerüchte um Zah­lungs­schwie­rig­keiten und einen mög­li­chen Ver­kauf der Klub­an­teile. Unter der neuen Füh­rung wurde kräftig inves­tiert, und sport­lich könnten die Inves­ti­tionen in diesem Jahr mit dem ersten Meis­ter­titel seit 2010 Früchte tragen. Zuletzt gerieten die Besitzer aller­dings selbst in finan­zi­elle Schwie­rig­keiten. Spä­tes­tens, als die Firma Suning den eben­falls in ihrem Besitz befind­li­chen chi­ne­si­schen Meister Jiangsu FC Ende Februar kur­zer­hand vom Spiel­be­trieb abmel­dete, läu­teten auch in Mai­land die Alarm­glo­cken.

Ärger in der Sta­di­on­frage

Am Tag der Vor­stel­lung des neuen Logos ver­si­cherte das Unter­nehmen, man garan­tiere Inter wei­terhin finan­zi­elle Unter­stüt­zung. Die aus­ste­hende Rate für den Transfer von Achraf Hakimi wurde an Real Madrid über­wiesen, ebenso wie aus­ste­hende Januar-Gehälter. Prä­si­dent Zhang, der sich seit Oktober in China auf­hält, soll im Sai­son­end­spurt wieder nach Mai­land kommen und möchte offenbar Prä­si­dent bleiben. Laut Cor­riere dello Sport“ hat Suning bei den Invest­ment­ban­kern von Goldman Sachs ein Dar­lehen über 250 Mil­lionen Euro auf­ge­nommen, um kurz­fristig die Zah­lungs­fä­hig­keit zu sichern. Ein Angebot der Inves­to­ren­gruppe BC Part­ners“ über 750 Mil­lionen Euro wurde von Suning laut Gazzetta dello Sport“ abge­lehnt. Doch ein Ver­kauf von Klub­an­teilen steht wei­terhin im Raum, auch ein kom­pletter Eigen­tü­mer­wechsel nach Sai­son­ende oder im Laufe der kom­menden Spiel­zeit ist nicht aus­ge­schlossen.

Die unklare Situa­tion ver­an­lasste den Mai­länder Bür­ger­meister Giu­seppe Sala, selbst Inter-Fan, die Gespräche über ein neues Sta­dion, das gemeinsam mit Stadt­ri­vale Milan gebaut werden soll, vor­erst auf Eis zu legen: Bevor Inter seine Zukunft nicht geklärt hat, muss das Pro­jekt not­wen­di­ger­weise ruhen.“ Der Klub reagierte auf diese aus seiner Sicht respekt­losen Aus­sagen“ mit einem offi­zi­ellen State­ment, in dem es heißt: Der FC Inter­na­zio­nale Milano hat eine glor­reiche, über hun­dert Jahre lange Geschichte. Er exis­tierte vor Bür­ger­meister Sala und wird auch nach dem Ende seiner Amts­zeit exis­tieren.“ Über die von Sala auf­ge­wor­fene Frage, wer den Verein in Zukunft führen werde, verlor man jedoch kein Wort. Welche Inves­to­ren­gruppe in Zukunft hinter IM“ steht und wie es in der Sta­di­on­frage wei­ter­geht, bleibt – im Gegen­satz zum neuen Logo – wei­terhin offen.