Die 11FREUNDE-Diens­tags­ko­lumne: Jede Woche machen sich Lucas Vogel­sang, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken über den Fuß­ball, die Bun­des­liga und was sonst noch so pas­siert. Wenn uns der heu­tige Kolum­nist Titus Chalk nicht gerade die eng­li­sche Fuß­ball­kultur erklärt, schreibt er für Four­FourTwo, expertet für die Deut­sche Welle oder trinkt Pints in seinem Lieb­lingspub.

An dieser Stelle erklärt unser Eng­land-Fach­mann und Ur-Lon­doner Titus Chalk die eng­li­sche Fuß­ball-Kultur. Ab sofort unge­fil­tert auf Deutsch:

Die Titus-Fuss­bal­ling-Eng-zyklo­pädie: Relaxed and calm“
Laut Fabio Capello, die Laune Wayne Rooneys vor dem Auf­takt des EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiels zwi­schen Eng­land und Mon­te­negro. Miodrag Dzu­dovic, der Spieler, den Rooney in der 72. Spiel­mi­nute tät­lich ange­griffen hat, muss sich gefragt haben, wie der Stürmer sich ver­hält, ist er nicht ent­spannt und ruhig“. Rooney hat für sein Frust­foul eine Rote Karte bekommen, hat aber viel­leicht Glück gehabt, nicht das drittes fest­ge­nom­menes Fami­li­en­mit­glied der Woche zu werden. Sein Vater Wayne Senior und Onkel Richie wurden ver­haftet, denn sie beide an einem schot­ti­schen Wett­skandal betei­ligt sein sollen. Eng­lands beste Spieler wird nun selbst für die erste paar Spiele der EM gesperrt sein. Die Vor­be­rei­tung für unsere neuste Demü­ti­gung läuft traum­haft. Und die Fans können bloss dankbar sein, dass das ganzes Insel-Affen­theater geführt wird, von einem jungen moti­vierten begeis­terten Trainer mit es alles zu beweisen (Gehalt: £6 Mil­lionen Pfund pro Jahr.).

Frei her­um­lau­fendes Ego-Monster: Carlos Tevez (Man­chester City)
Ihr habt es gesehen, wie das grosstes Baby der Pre­mier League ras­tete aus, als er musste etwas für seine £250,000 pro Woche tun. Carlos Tevez, der nach fünf Jahren in Eng­land, kein Wort Eng­lisch spricht (der soll viel­leicht eine Kolumne schrieben, die Sprache zu meis­tern…), hat doch die per­fekte Aus­rede gefunden und hat wie jede scham­lose Lügner, die Schuld ein­fach dem Über­bringer der schlachten Nach­richten gegeben. Tevez (oder eher sein schlei­mige Berater Kia Joor­ab­chian) behauptet, dass nach der Ver­wir­rung“ auf der Bank wah­rend Bayern Mün­chen Man­chester City ernied­rigt, wurden die Begrün­dung von Tevez falsch über­setzt. Aber das ist Haar­spal­terei. Wie ver­wir­rend kann es eigent­lich sein ent­weder: a) Sein Trainer vor dem Spiel erzählen, dass man nicht spielen will oder b) Zu bemerken, dass sein Trainer Spieler wech­selt; von der Bank auf­zu­stehen; fuss­ball spielen zu gehen. Ich bin eigent­lich ver­wirrt davon und ich finde selbst nicht genug deut­sche Wörter es aus­zu­drü­cken, wie ver­dammt ver­wirrt ich bin. Inter­preter bitte!

Instant-Kri­se­lö­sung: Pune FC v Blackburn Rovers
Wie Madonna es gesungen hat, wir brau­chen alle manchmal einen Holiday“. Beson­ders ist Man ein ziem­lich inkom­pe­tente Fuss­ball-Trainer, dessen Mann­schaft bisher nur ein Spiel der neuen Saison gewonnen hat. Blackburns Steve Kean muss sich dann gefreut haben die Fan-Pro­teste gegen ihn in Eng­land zu ver­lassen und seine Mann­schaft letzte Woche in Indien zu bringen, die Heimat Blackburns Besitzer Venkys zu besu­chen. Seine Mann­schaft hat es sogar geschafft, vor einem rie­sigen Publikum von 6,000 Leuten, die natür­lich im Freu­den­taumel waren, Pune FC mit 3 – 0 zu schlagen. Nach dem Spiel haben Blackburns Besitzer Kean einen genialen Trainer“ genannt und es wird jetzt gehofft, dass der Verein, nach so einem starken Ergebnis, seine Saison frisch durch­starten wird. Was auch gehofft wird ist, dass die Spieler haben eine Menge Back­huhn als Bonus vom Geflügel-Reich Venkys bekommen. Sie lieben das, eben!

Stö­rende Sta­tistik: £2,000,000
Laut einem neuen Geschäft, wird Man­chester City jedes Jahr dem Man­chester Stadtrat £2,000,000 zahlen, um die Namens­rechte des City of Man­chester Sta­dions zu ver­kaufen. Das Sta­dion wurde mit offen­sicht­li­chen Geld gebaut und wird ein­fach an Man­chester City ange­mietet. Der frei­gie­bige Verein hat sofort die Namens­rechte an Etihad ver­kauft. Für £35 Mil­lionen pro Jahr.