Her­mann Päuser, Sie sind Prä­si­dent der DJK TuS Hordel. Nach dem letzten Sai­son­spiel ver­wüs­teten einige Spieler der ersten Mann­schaft nachts das Ver­eins­ge­lände. Was genau ist pas­siert?
Wir hatten am Sonntag unser letztes Sai­son­spiel. Danach haben alle zusammen noch in Ruhe ein, zwei Bier getrunken. Dazu hat die Damen­mann­schaft offi­ziell ihren Sai­son­ab­schluss gefeiert, es lagen ein paar Kote­letts auf dem Grill, es war ein nettes Bei­sam­men­sein, mehr nicht. Einige Per­sonen sind danach aber noch länger da geblieben und haben ein paar Bier zu viel getrunken. Die Besche­rung habe ich erst am nächsten Tag gesehen.

Wie sah diese aus?
Die Per­sonen haben in eine Dusche gekotet und mit einem Fahr­zeug ange­trunken Rallye-Fahrten über den Kunst­rasen ver­an­staltet. Das ist unan­ständig und aso­zial.

Wie groß ist der Schaden?
Der Kunst­ra­sen­platz gehört der Stadt Bochum, wir hätten ihn noch über Jahre nutzen können. Die Firma, mit der die Stadt Bochum den War­tungs­ver­trag hat, wird sich das ansehen. Momentan sieht es so aus, dass eine Repa­ratur von­nöten sein wird, die den Namen Repa­ratur“ ver­dient.

Wie hat der Rest des Ver­eins und der Mann­schaft den Vor­fall auf­ge­nommen?
Alle haben ent­setzt, ungläubig und ent­täuscht reagiert. So etwas haben wir im Bochumer Sport noch nicht gesehen.

Die Schul­digen sollen aus­schließ­lich Mann­schafts­mit­glieder sein, die den Verein nach der Saison ver­lassen werden. Wie viele Per­sonen waren invol­viert?
Es han­delt sich um drei bis vier Per­sonen, deren Namen wir der Stadt Bochum mit­ge­teilt haben. Sie gehörten sowohl der Mann­schaft als auch dem Trai­ner­stab an. Damit die Sache keinen fal­schen Zun­gen­schlag bekommt: Es sind auch Per­sonen invol­viert, die nicht wir aus dem Kader für die kom­mende Saison gestri­chen haben, son­dern die aus freien Stü­cken gehen.

Wie haben die mut­maß­li­chen Täter auf die Anschul­di­gungen reagiert?
Eine der Per­sonen hat mich am nächsten Tag ange­rufen und klang ziem­lich betroffen. Das sei wirk­lich zu viel Alkohol gewesen. Aber das nützt mir und dem Verein nichts. Die anderen haben sich nicht gemeldet. Tut mir leid, so ein Ver­halten geht ein­fach nicht.

Haben Sie den Betei­ligten einen sol­chen Exzess zuge­traut?
Es geht hier ja nicht um einen dummen Jun­gen­streich, son­dern um aso­ziales Ver­halten und grobe Sach­be­schä­di­gung. Das habe ich nie­mandem zuge­traut.

Es soll zuvor Unstim­mig­keiten zwi­schen Spie­lern und der sport­li­chen Lei­tung des Ver­eins gegeben haben. Könnten diese ein Grund gewesen sein?
Das ist mir nicht bekannt. Und selbst wenn es so wäre, wäre das keine Ent­schul­di­gung für das, was pas­siert ist. Wir waren immer stolz, dass unsere erste Mann­schaft vor allem durch ein fan­tas­ti­sches Mann­schafts­ge­füge geglänzt hat. Die Spieler haben zum Groß­teil schon seit sieben, acht Jahren zusam­men­ge­spielt. Jeder kannte jeden. Es kann sein, dass der ein oder andere Spieler diese Saison per­sön­liche Pro­bleme mit einem anderen hatte. Aber als wir am Sonntag nach dem letzten Spiel noch alle zusam­men­saßen, wirkte das für mich sehr freund­schaft­lich.

Welche Aus­wir­kungen wird der Vor­fall auf die Zukunft der DJK TuS Hordel haben?
Das wirft uns richtig zurück. Wenn wir jetzt bald die Ver­hand­lungen mit Spon­soren für die neue Saison führen, wird als erstes die Frage kommen: Was habe ich da gehört?“ Obwohl wir als Verein völlig unschuldig an der Sache sind, fällt das auf uns zurück. Es waren Mit­glieder unserer ersten Mann­schaft, die das Vor­bild für alle unsere Jugend­mann­schaften sein soll. Was soll ich den Jugend­spie­lern jetzt noch erzählen?