Seite 2: Warum Schalke jetzt handeln muss

In diesem Ein­zel­fall mag die Aus­sage stimmen. In Anbe­tracht der Lage klingt sie reich­lich euphe­mis­tisch. Auch Jochen Schneider war im Dop­pel­pass der Mei­nung: Ein Punkt ist besser als keiner.“ Die Wahr­heit aber ist: Ein Punkt ist schlechter als drei. Und in der Schalker Situa­tion ist das die ein­zige Per­spek­tive, die noch zählt.

Kürz­lich hatte Jochen Schneider noch gesagt, er gehe davon aus, dass ein Abstieg auch sein Ende auf Schalke bedeuten würde. Am Sonntag im Dop­pel­pass rela­ti­vierte er diese Aus­sage schon wieder. Es ist ein wei­teres Zeugnis des bekannten Hin-und-Hers unter seiner Füh­rung. Als er vor zwei­ein­halb Jahren seine Tätig­keit auf­nahm, spielte Schalke noch in der Cham­pions League. Der Absturz ist ihm nicht alleine anzu­hängen, Argu­mente für eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung hat Schneider aber nie gesam­melt.

Schalke wird sich im Sommer ver­än­dern

Und hinter den Kulissen geht es aktuell um mehr als das Schicksal einer Ein­zel­person. Im Juni will der Verein eine Mit­glie­der­ver­samm­lung ein­be­rufen. Fünf Plätze im Auf­sichtsrat sind zu ver­geben, es heißt, schon jetzt hätten sich über 40 Per­sonen beworben. Dar­unter Ex-Spieler Hans Sarpei, ehe­ma­lige Tön­nies-Gegner wie Axel Hefer und Stefan Barta und – so berichtet der Spiegel – auch der ehe­ma­lige Finanz­vor­stand Peter Peters. Am Ende werden zehn Kan­di­daten zur Wahl stehen. Die Zusam­men­set­zung des Auf­sichts­rats wird dann die Aus­rich­tung des Ver­eins nach­haltig bestimmen.

Schon jetzt for­dern viele Fans ener­gi­sches Han­deln vom Schalker Auf­sichtsrat und die Abset­zung von Jochen Schneider. Statt­dessen scheint es, als hätte das wich­tigste Ver­eins­organ seit dem Rück­tritt von Cle­mens Tön­nies im Juni 2020 an jeg­li­cher Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz ver­loren. Statt­dessen darf sich der Sport­vor­stand weiter erklären und muss aktuell nicht einmal Kon­se­quenzen fürchten.

Der Auf­sichtsrat muss jetzt han­deln

Doch bis zum Sommer auf einen neuen, starken Auf­sichtsrat zu warten, dafür hat Schalke keine Zeit. Um einen schlag­kräf­tige Truppe für eine Zweit­li­ga­saison zusam­men­zu­stellen, die mit dem Wie­der­auf­stieg enden soll, wird ein Kader­planer schon im Früh­jahr mit der Arbeit beginnen müssen. Spä­tes­tens. Schnei­ders Instinkt trügt ihn jeden­falls in dieser einen Frage nicht, ein Abstieg würde auch sein Ende auf Schalke bedeuten. Für einen Neu­aufbau wird es andere Köpfe brau­chen. Doch auch bei einem Klas­sen­er­halt wäre der glück­lose Sport­vor­stand wohl nur noch schwer ver­mit­telbar. Dazu bräuchte Schalke aber nicht nur kleine Erfolge wie ges­tern gegen Bremen, son­dern eine uner­war­tete Sie­ges­serie. Ein großes Ziel für eine Mann­schaft, die gegen die schwächsten fünf Mann­schaften der Liga nur zwei Punkte sam­melte.

Viel wahr­schein­li­cher ist ein Abstieg, wes­halb die Per­sonen, die einst aus­ge­wählt wurden, um die Geschicke des Ver­eins zu beauf­sich­tigen, nun han­deln müssen. Ehe ihre Nach­folger im Sommer vor unlös­baren Auf­gaben stehen.

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