Sobald eine Arbeits­biene das Licht der Welt erblickt, beginnt sie umge­hend mit der Arbeit für die Gemein­schaft. Ihr pau­sen­loses Buckeln ist die Garantie für einen funk­tio­nie­renden Bie­nen­staat. Während ihres Lebens steigt die Arbeits­biene in der Hier­ar­chie nie auf, steht nie im Ram­pen­licht. Für ihre Königin und den Staat macht sie immer nur eines: Zuar­beiten.

Weder Lor­beeren, noch Ehren­hymnen

Wie die tie­ri­schen, sind auch die Arbeits­bienen im Fuß­ball flei­ßige Ver­treter. Ihren Geg­nern begegnen sie mit Härte, aber auch mit dem nötigen Respekt. Das unter­scheidet sie von den ver­wandten Gat­tungen Rau­bein“ und Waden­beißer“. Im Vier­tel­fi­nale des UEFA-Cups 1998 foulte die Schalker Arbeits­biene Yves Eigen­rauch Gegen­spieler Ronaldo in 112 Kräfte zeh­renden Park­sta­dion-Minuten nur ein ein­ziges Mal. Nach dem Foul ent­schul­digte er sich brav, ver­half Ronaldo wieder auf die teu­ersten Beine der Welt und schwirrte davon. Ohne zu pro­vo­zieren, anzu­pö­beln oder nach­zu­treten. Eigen­rauch bekam in seiner gesamten Pro­fi­kar­riere nur 15 Gelbe Karten, flog nie vom Platz und war nie gesperrt. 

Von Lor­beeren und Ehren­hymnen wollte Eigen­rauch nach Spie­lende nichts wissen. Fuß­ball­deutsch­land zer­brach sich den Kopf dar­über, warum der bra­si­lia­ni­sche Welt­fuß­baller des Jahres gegen Schalkes weiß­blonde Nummer vier nur so chan­cenlos geblieben war. Dabei hatte Arbeits­biene Eigen­rauch ein­fach nur die ihm zuge­tra­genen Auf­gaben erfüllt. Wie in jedem anderen Spiel. 

17 Jahre Drecks­ar­beit

Löcher stopfen“, Wasser tragen“ und für faule Kol­legen mit­laufen: Der Drecks­ar­beit am Kai­sers­lau­terer Bet­zen­berg stellte sich 17 Jahre lang Axel Roos anstandslos. Mit den beiden Meis­ter­schaften 1991 und 1998 sowie den Pokal­siegen 1990 und 1996 ist er der erfolg­reichste FCK-Spieler seit Fritz Walter. Wie auch Eigen­rauch scheute Roos Mikro­fone und Kameras. Darum küm­merten sich aus­giebig Stefan Kuntz und Gerry Ehr­mann, unter Trainer Otto Reh­hagel sonnte sich Königin“ Ciriaco Sforza im Schein­wer­fer­licht.

Keine Solo­läufe, keine (Traum)tore, kein Ruhm, aber auch keine Skan­dale: Arbeits­bienen sind Syn­onyme für Boden­stän­dig­keit und Ver­eins­treue. Das macht sie so unat­traktiv für die Bou­le­vard­presse und so unend­lich sym­pa­thisch für Ver­eins­fans. In den Fan­kurven avan­cieren zu Publi­kums­lieb­lingen mit Kose­namen.