Ja ist denn heut‘ schon Welt­meis­ter­schaft? Bei­zeiten dachte man bei Deutsch­lands WM-Auf­takt­spiel gegen Mexiko, die deut­schen Spieler befinden sich noch im Test­spiel-Modus. Behäbig liefen sie ihrem Gegner hin­terher, immer einen Schritt zu langsam. Die 0:1‑Niederlage der deut­schen Mann­schaft war wenig welt­meis­ter­lich. Was waren die Gründe für Deutsch­lands schwa­ches Abschneiden? 11FREUNDE lie­fert fünf Stück.

1. Toni Kroos aus dem Spiel gedeckt

Eigent­lich war alles ange­richtet für die Mis­sion Titel­ver­tei­di­gung: Joa­chim Löw schickte sein Team im Welt­meister-System 4−2−3−1 auf das Feld, ver­traute sieben Welt­meis­tern – eine bewährte Startelf, müsste man meinen. Hinzu kam mit Toni Kroos, der sich seit dem Titel­ge­winn noch einmal wei­ter­ent­wi­ckelt hat, und drei Cham­pions-League-Finals gewann. Er nahm die zen­trale Rolle ein als spiel­ge­stal­tender Sechser. Kroos ließ sich häufig auf die halb­linke Seite fallen, um das Spiel an sich zu reißen.

Doch er machte die Rech­nung ohne Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio. Dieser war sich der her­aus­ra­genden Rolle von Kroos bewusst. Seinem Zehner Carlos Vela gab er einen simplen Auf­trag mit: Decke Kroos. Egal, wo er sich befindet. Vela hef­tete sich an die Hacken von Kroos, nahm diesen voll­kommen aus dem Spiel. Vela sorgte nebenbei dafür, dass Deutsch­lands linke Seite lahm­ge­legt war – denn Kroos zog ständig nach links, und Vela blo­ckierte als Kroos‘ Mann­de­cker den Zuspielweg nach vorne.

2. Deutsch­lands rechte Seite bietet zu wenig an

Der Super­star schwankt und wankt, wird vom Gegner aus dem Spiel genommen. Wäre Deutsch­lands WM-Auf­takt­match ein Super­helden-Film, wäre dies die Stelle, an der sein treuer Gehilfe den Tag rettet. Doch Kroos‘ Mit­tel­feld-Partner Sami Khe­dira war dieser Auf­gabe nicht gewachsen. Bis zu seiner Aus­wechs­lung spielte Khe­dira die zweit­meisten Pässe aller deut­schen Spieler (hinter Jerome Boateng). Doch nur Thomas Müller hatte eine noch schwä­chere Pass­quote vor­zu­weisen als Khe­dira (79%).

Dabei war die Aus­gangs­lage gut: Dadurch dass Kroos und Vela ständig auf dem linken Flügel standen, war die halb­rechte Seite relativ frei. Khe­dira fand viel Raum vor sich, nur ver­ein­zelt lief ihn Andres Guardado aggressiv an. Khe­dira machte jedoch wenig aus diesen Frei­heiten. Nur selten fand er den offensiv agie­renden Rechts­ver­tei­diger Joshua Kim­mich, der zudem Unter­stüt­zung bekam vom aus­wei­chenden Stürmer Timo Werner. So spielten die Deut­schen zwar 51% ihrer Angriffe über die rechte Seite – zu Tor­chancen kamen sie jedoch prak­tisch nie.