Seite 2: Kulttrainer-Gefahr

Eben das galt, um auf die Trainer zurück­zu­kommen, auch für Nor­bert Meier und Gino Let­tieri. Wer gesehen hat, wie die beiden fast teil­nahmslos das Bie­le­felder Desaster gegen Darm­stadt über sich ergehen ließen, der hätte auf ihre wei­tere Trai­ner­kar­riere keinen Pfif­fer­ling mehr gesetzt. Nicht wenige rund um den DSC Arminia wollten Meier vor zwölf Monaten zum Teufel jagen, weil sie in dunkler Stunde nicht auch noch einen mie­se­pe­trigen Übungs­leiter ertragen mochten, der die Kata­strophe zwar nicht allein zu ver­ant­worten hatte (dazu war er zu spät ins Amt gekommen), sie aber zumin­dest auch nicht ver­hin­dern konnte.

Der­weil hielt sich beim MSV Duis­burg die Begeis­te­rung über den namen­losen neuen Coach mit dem Rele­ga­ti­ons­trauma in über­schau­baren Grenzen. Und als Let­tieri im pres­ti­ge­träch­tigen Lan­des­po­kal­spiel gegen Rot-Weiß Ober­hausen eine B‑Elf ein­setzte und prompt verlor, war er im Prinzip unten durch.

Nach dem Schmerz ist vor dem Schmerz

Welch ein Kon­trast dazu am ver­gan­genen Samstag: Im Wedau­s­ta­dion skan­dierten die Anhänger begeis­tert Gino Let­tieri!“, wäh­rend Kol­lege Meier mit seiner staub­tro­ckenen Art und der zur Mobil-App ver­ar­bei­teten Vor­liebe für Käse­bröt­chen mitt­ler­weile in ernster Gefahr steht, in Bie­le­feld zu einem (Böses Wort!) Kult­trainer“ zu werden.

So sehr Meier und Let­tieri den Moment genossen haben werden, beide wissen: Nach dem Schmerz ist vor dem Schmerz, das gilt für den Fuß­ball im All­ge­meinen und für Arminia Bie­le­feld und den MSV Duis­burg ganz beson­ders. Aber wenn es stimmt, dass einen das, was einen nicht umbringt, härter macht, kann beide wahr­schein­lich so schnell nichts mehr erschüt­tern. Im Tatort“ wurden am Ende 51 Lei­chen gezählt. Ulrich Tukur alias Haupt­kom­missar Felix Morot war nicht dar­unter.