Man kennt die Schlag­zeilen aus Leipzig zur Genüge, man muss mitt­ler­weile eigent­lich nur noch die Namen aus­tau­schen: RB Leipzig ver­pflichtet ___ von RB Salz­burg.“ Der Spieler, dessen Name ganz aktuell die obige Leer­stelle füllt, ist Dayot Upa­me­cano, 18-jäh­riges Innen­ver­tei­di­ger­ta­lent, an dem halb Europa inter­es­siert gewesen sein soll, unter anderem die Bayern.

Aber natür­lich geht Upa­me­cano zu Leipzig, trotz zahl­rei­cher Ange­bote von inter­na­tio­nalen Top-Klubs“, wie Sport­di­rektor Ralf Rang­nick sagte. Ein Transfer, den man Upeme­cano nicht zum Vor­wurf machen kann, schließ­lich ist der Wechsel aus der Öster­rei­chi­schen in die Deut­sche Bun­des­liga für ein Talent seiner Güte exakt der rich­tige Schritt. Und den­noch bleibt ein bit­terer, klebrig-süßer Brause-Bei­geschmack. 

Wir sind nur ein Aus­bil­dungs­verein.“

Denn Upa­me­cano ist bereits der neunte Spieler, der von Red Bull Salz­burg nach Leipzig geht. Erst in der abge­lau­fenen Som­mer­trans­fer­pe­riode wech­selte der Bra­si­lianer Ber­nardo kurz vor Trans­fer­frist nach Sachsen, was bei den Salz­burger Fans für gehörig Unmut sorgte und den Trainer Oscar Garcia frus­triert anmerken ließ: Wir sind nur ein Aus­bil­dungs­verein.“ 

Von den vielen Dingen, die man an RBs Fuß­ball-Enga­ge­ment kri­tisch sehen kann, ist dieser öster­rei­chi­sche Schat­ten­kader eines der pri­mären Ärger­nisse. RB Leipzig ver­fügt mit Red Bull Salz­burg über ein Farm­team, bei dem es sich bedienen kann, wie es gerade passt. Auch wenn sämt­liche Ver­ant­wort­liche das natür­lich abstreiten und steif und fest behaupten, Trans­fers zwi­schen den Brau­se­klubs würden genau so abaufen wie zwi­schen anderen Ver­einen auch. Wer’s glaubt. 

Die Wege sind kurz, wenn ein ein­zelner Kon­zern das Sagen hat

Knapp 60 Mil­lionen Euro hat RB Leipzig in dieser Saison in den Kader seines Fuß­ball­pro­jekts gepumpt, zehn davon für Upa­me­cano, 15 für Naby Keita, sechs für Ber­nardo, die alle­samt von Red Bull Salz­burg kamen. Mit dem netten Neben­ef­fekt, dass in Salz­burg die Bilanz auf­ge­mö­belt wird. In den Trans­fer­ge­sprä­chen dürfte eben­falls nicht mit allzu harten Ban­dagen gekämpft worden sein. Die Wege sind schließ­lich schön kurz, wenn ein ein­zelner Kon­zern das Sagen hat.

Das ist, man kann es nicht anders sagen, Wett­be­werbs­ver­zer­rung. Ein Klub, der sowieso schon auf uner­schöpf­liche MIttel zurück­greifen kann, greift zugleich auf meh­rere Ver­eine zu und züchtet sich seine Spieler. Es wäre an der Zeit für DFB und DFL, den Brau­se­kon­zern in die Schranken zu weisen. Aber wie die Ver­bände sich zu dem Kon­strukt RB ver­halten, hat man ja ein­drucks­voll bei der Posse um das Logo sehen können.