Seite 3: „Ich will als Trainer im Seniorenbereich arbeiten“

Möchten Sie auch in Zukunft als Trainer arbeiten?
Dafür mache ich aktuell meine Fuß­ball­lehrer-Lizenz. Lang­fristig möchte ich höher­klassig im Senio­ren­be­reich trai­nieren.

Wie lassen Sie gerne Fuß­ball spielen?
Ich war selbst ein offensiv aus­ge­rich­teter Fuß­baller. Des­wegen mag ich es, das Spiel kreativ und aktiv zu gestalten. Zu meinem Glück habe ich auch eine kurze Zeit in Ita­lien spielen dürfen. Dort wird immer zuerst gefragt: Was macht der Gegner?“ Diese Erfah­rungen ver­suche ich ein­zu­bringen und meinen eigenen Stil zu finden.

Der klas­si­sche Zehner, wie Sie einer waren, stirbt im modernen Fuß­ball zuneh­mend aus.
Heut­zu­tage kann man sich einen Zehner nicht mehr leisten. Aber das betrifft ja nicht nur den Spiel­ma­cher. Diese klar abge­steckten Rollen auf dem Platz gibt es nicht mehr. Ein Abwehr­spieler muss nicht nur Tore ver­hin­dern, son­dern auch das Spiel eröffnen können. Das Spiel ist zu schnell und zu tak­tisch geworden, um einen Spieler auf dem Platz zu haben, der Frei­stöße schießt und Tore vor­be­reitet, aber sonst nur vorne rum­steht.

Hätte der Trainer Ervin Skela gerne den Spieler Ervin Skela in seiner Mann­schaft gehabt?
Den jungen Ervin Skela, der noch frisch und spritzig war, hätte ich gerne gehabt. Der Ervin Skela von heute ist mir zu langsam. (Lacht)

Als Spieler waren sie Kapitän der alba­ni­schen Natio­nal­mann­schaft. Sind Sie häufig in Alba­nien?
So oft bin ich ehr­li­cher­weise nicht dort. 2014 habe ich als WM-Experte für das alba­ni­sche Fern­sehen gear­beitet. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. 2016 bin ich auch da gewesen, als Alba­nien zum ersten Mal nach 1964 an einer Euro­pa­meis­ter­schaft teil­ge­nommen hat. Für das Land war das eine groß­ar­tige Erfah­rung.

Werden Sie in Alba­nien anders wahr­ge­nommen als in Deutsch­land?
In meiner Hei­mat­stadt kennen die Leute mich natür­lich. Auch sonst ist es normal, dass mich schon mal jemand nach einem Foto oder einem Auto­gramm fragt. Es ist aber nicht so als könnte ich in Alba­nien nicht über die Straße gehen. (Lacht) Mir per­sön­lich ist das auch nicht so wichtig. Es freut mich zwar, wenn mir jemand sagt: Du warst ein guter Fuß­baller“. Viel wich­tiger ist aller­dings, dass die Men­schen, die mich kennen sagen: Du bist ein guter Mensch.“