Haris Sefer­ovic, nach Ihrem Tor zum 2:0 gegen Dort­mund gedachten Sie der ver­stor­benen Tugce A. mit einer T‑S­hirt-Bot­schaft. Wie kam es zu dieser Geste?
Ich habe mit einem Freund über den Vor­fall in Offen­bach gespro­chen, da kam uns die Idee und wir haben spontan das T‑Shirt gemacht.

Warum ist das Thema per­sön­lich wichtig für Sie?
Es ist so traurig, was da pas­siert ist. Ich finde, man sollte Aner­ken­nung zeigen, dass Tugce dazwi­schen gegangen ist. Sie hat viel Mut und Zivil­cou­rage bewiesen. Daran soll man sich ein Bei­spiel nehmen.

War der Vor­fall Thema inner­halb der Mann­schaft?
Nein, wir haben nicht dar­über gespro­chen.

Hat man als Pro­fi­fuß­baller eine soziale Ver­ant­wor­tung?
Was heißt Ver­ant­wor­tung? Jeder muss das für sich selbst ent­scheiden. Ich jeden­falls wollte die Platt­form nutzen, um auf diesen Vor­fall auf­merksam zu machen.

Waren Sie selbst schonmal in einer Situa­tion, in der Sie Zivil­cou­rage beweisen mussten?
Nein, ich kam noch nicht in eine solche Situa­tion.

Wie sind die Reak­tionen? Gab es Reak­tionen aus dem Umfeld von Tugce?
Und was für welche. Ich hatte noch gar nicht die Zeit, alles zu lesen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Aktion so durch die Decke geht. Aber ich freue mich, dass ich damit auf Tugces Zivil­cou­rage auf­merksam machen konnte. Das war meine Absicht.

Per­sön­liche Bot­schaften auf dem Shirt sind eigent­lich ver­boten. Den­noch ver­zichtet der DFB auf eine Strafe.
Ich kenne die Regel und weiß mitt­ler­weile auch, dass nicht dagegen vor­ge­gangen wird. Es war eine spon­tane Aktion und ich bin sehr dankbar, dass der DFB in diesem Fall Ver­ständnis hat.