Meine Schlüs­sel­szene bei der WM 1982? Das Elf­me­ter­schießen im Halb­fi­nale gegen West­deutsch­land! Michel Pla­tini will, dass ich als Erster antrete. Das will ich aber nicht. Wenn, dann möchte ich der fünfte Schütze sein“, sage ich, damit ich bei einer even­tu­ellen Vor­ent­schei­dung nicht antreten muss.

Doch die Liste wird zwi­schen­durch ver­än­dert. Auf einmal bin ich vierter Schütze. Das erfahre ich aber erst, als es so weit ist. Uli Stie­like hat gerade ver­schossen, sinkt auf den Rasen und weint. Jetzt bin ich dran. Ich habe einen Krampf in der Wade, schieße nicht hart genug – und Harald Schu­ma­cher hält. Auch ich sinke auf den Rasen und weine. Das ist doch normal in solch einer Situa­tion, oder?

Wir ver­passten etwas Großes

Pierre Litt­barski, Michel Pla­tini und Karl-Heinz Rum­me­nigge treffen alle. Es steht 4:4, jeder hat noch einen Schuss. Maxime Bossis tritt für uns an. Schu­ma­cher hält wieder. Im Gegenzug macht Horst Hru­besch das ent­schei­dende Tor. Wir ver­lieren 7:8 nach Elf­me­ter­schießen und ver­passen damit etwas Großes: die erste Final­teil­nahme Frank­reichs bei einer Welt­meis­ter­schaft.

Eigent­lich waren wir den Deut­schen über­legen, vor allem tech­nisch. Wir hatten Spieler wie Pla­tini und Alain Giresse im Mit­tel­feld, die ein Super­tur­nier gespielt hatten. Ich habe bei diesem Tur­nier alle sieben Spiele bestritten und zwei Tore erzielt. Mit meinem Sturm­partner Domi­nique Roche­teau, der in Frank­reich Grüner Engel“ genannt wird, hatte ich schon als 13‑, 14-Jäh­riger in der Junio­ren­na­tio­nalelf zusammen gespielt.

Die Deut­schen waren im ganzen Spiel darauf aus, uns ein­zu­schüch­tern und unser Spiel zu zer­stören. Mich hat der deut­sche Fuß­ball damals sehr beein­druckt: die Orga­ni­sa­tion, die Härte, die Wil­lens­kraft! In den ersten Minuten kamen wir kaum an den Ball. Ich bin dann in drei Deut­sche rein­ge­grätscht, um mein Team wach­zu­rüt­teln. Wenn wir den Ball zurück­er­obern wollten, war mein Gegen­spieler übri­gens Karl­heinz Förster. Mit ihm und seinem Bruder Bernd, der beim Halb­fi­nale eben­falls in der deut­schen Mann­schaft stand, spielte ich damals beim VfB Stutt­gart zusammen.