11FREUNDE WIRD 20!

Kommt mit uns auf eine wilde Fahrt durch 20 Jahre Fuß­ball­kultur: Seit dem 23. März ist​„DAS GROSSE 11FREUNDE BUCH“ auf dem Markt, mit den besten Geschichten, den ein­drucks­vollsten Bil­dern und skur­rilsten Anek­doten aus zwei Jahr­zehnten 11FREUNDE. In unserem Jubi­lä­ums­band erwarten euch eine opu­lente Werk­schau mit unzäh­ligen unver­öf­fent­lichten Fotos, humor­vollen Essays, Inter­views und Back­s­tages-Sto­­ries aus der Redak­tion. Beson­deres Leckerli für unsere Dau­er­kar­ten­in­haber: Wenn ihr das Buch bei uns im 11FREUNDE SHOP bestellt, gibt’s ein 11FREUNDE Notiz­buch oben­drauf. Hier könnt ihr das Buch be­stellen.

Außerdem prä­sen­tieren wir euch an dieser Stelle in den kom­menden Wochen wei­tere spek­ta­ku­läre Repor­tagen, Inter­views und Bil­der­se­rien. Heute: Was pas­siert eigent­lich mit einem Men­schen, der zwölft Stunden am Stück Sky Aus­tria schaut. Ein Selbst­ver­such.

11 Freunde Das große 11 Freunde Buch Kopie

10:00 Uhr 
Der Auf­trag vom Chef: 12 Stunden lang Sky Aus­tria“ gucken. Und mich dabei selbst beob­achten. Eine außer­kör­per­liche Erfah­rung also. Ob mich danach Demi Moore ins Leben zurück­holt? Ghost – Nach­richt von Dirk.

10:03 Uhr 

Die erste Erkenntnis: Noch nie hatte ich so wenig Lust auf etwas. Rede mir mit gewollter Energie ein, ich sei ein Pio­nier, werde immerhin der erste mir bekannte Mensch sein, der länger als drei Sekunden Sky Aus­tria“ geschaut hat. An diesem Sender zappt man sonst bes­ten­falls mal auf der Suche nach deut­schem Fuß­ball vorbei. Wie an Son­nen­klar TV“. Und selbst das würde ich jetzt vor­ziehen.

10:10 Uhr

Freund­li­cher- bzw. unfreund­li­cher­weise hat mir der Chef eine Kiste öster­rei­chi­sche Kraft­brause bereit­stellen lassen. Nach dem Konsum sollen ja manche Men­schen aus der Stra­to­sphäre hin­ab­ge­sprungen sein. Und tat­säch­lich: Nach nur einem Schluck spiele ich mit dem Gedanken, mich aus dem Fenster im Erd­ge­schoss in den Vor­garten zu werfen. Sky­fall Aus­tria.

10:17 Uhr

Stehe nun mit einer Dose Brause am Fenster, beob­achte ein Rho­do­den­dron und räso­niere: Was weiß ich eigent­lich über den öster­rei­chi­schen Fuß­ball? Ver­suche, Edi Glie­ders Ant­litz zu ima­gi­nieren. Aber das Rho­do­den­dron ist stärker.

10:18 Uhr 

Das Ergebnis meiner internen Nach­for­schungen: Ich weiß nichts über den öster­rei­chi­schen Fuß­ball. Ja, gut, äh, ich sag mal: Ein paar Vor­ur­teile kriege ich dann schon zusammen. Dass sie hier die Wer­bung nicht auf der Brust, son­dern auf dem Arsch tragen, zum Bei­spiel. Aber ich bin ja ange­treten, um diese Vor­ur­teile zu zer­schlagen, nicht wahr?

10:30 Uhr 

Schon im ersten Ein­spiel­film­chen die ent­setz­liche Wahr­heit: Sie tragen die Wer­bung tat­säch­lich auf dem Arsch. Aber auch auf der Brust, dem Gemächt, den Schul­tern, dem Bauch, dem Rücken und noch mal dem Arsch. Wenn sie dürften, sie würden wahr­schein­lich sogar mit Rekla­me­kappen auf­laufen. Wie Niki Lauda.

10:31 Uhr 

Apropos Niki Lauda. Der sagte einst: Der Kurs in Buda­pest ist fast wie Monte Carlo, nur ohne Monte Carlo.“ Und das Pro­gramm von Sky Aus­tria“ ist fast wie Spit­zen­fuß­ball, nur ohne Spit­zen­fuß­ball.

10:45 Uhr

Immerhin: Das Studio sieht genauso aus, wie ich es vom deut­schen Sky“ her kenne – wie eine Sys­tem­gas­tro­nomie in einer Mall irgendwo in Abu Dhabi. Bloß dass die Anwe­senden aus­sehen wie die Mit­glieder der Ersten All­ge­meinen Ver­un­si­che­rung.“

10:50 Uhr 

Ob ich das Abdriften in den Wahn­sinn beschleu­nigen kann, indem ich EAV“-Gassenhauer summe? Ba-Ba-Bank­über­fall … Ba-Ba-Bank­über­fall … Ba-Ba-Bank­über­fall … Das Böse ist immer und überall!“ Noch ne Dose Brause? Immer. Prost, Dirk! Du lässt mich nicht im Stich, oder? Hallo? Dirk?

11:15 Uhr 

Jetzt zeigen sie hier eine Auf­zeich­nung vom ver­gan­genen Spieltag der Ersten Liga. Bei der Ersten Liga han­delt es sich übri­gens, wie sich ganz bei­läufig her­aus­stellt, nur um die zweit­höchste Spiel­klasse. Der dreis­teste Euphe­mismus seit 11FREUNDE. Sollte ich diese Ein­zel­haft hier über­leben, werde ich vor­schlagen, unser Heft in NULL FREUNDE – Magazin für Iso­la­ti­ons­kultur“ umzu­be­nennen.

11:21 Uhr 

Mein Vor­teil: Da ich mich bis­lang nicht die Bohne für die öster­rei­chi­sche Liga inter­es­siert habe, kenne ich die Ergeb­nisse noch nicht, obwohl sie schon eine Woche alt sind. Mein Nach­teil: Span­nung stellt sich trotzdem nicht ein. Dafür aber Ver­zweif­lung. Immerhin: Ich emp­finde noch etwas.