Einer dieser Spieler ist zum Bei­spiel der Ham­burger David Jarolim, der ein ganz Großer wäre, würde er etwas anderes ähn­lich gut beherr­schen wie das Ein­fä­deln am Bein des Geg­ners. Dann sind da noch Sali­ha­midzic, Asa­moah, Cris­tiano Ronaldo, die Liste ist lang. Und es gibt Fatmir Vata.

Fatmir Vata hat von 2001 bis 2007 für meinen Lieb­lings­klub Arminia Bie­le­feld gespielt. Von allen unbe­liebten Spie­lern der Bun­des­liga war er wahr­schein­lich einer der Unbe­lieb­testen. Der Dort­munder Ver­tei­diger Chris­tian Wörns hat mal gesagt, Vata spiele wie ein Mäd­chen“, was lustig ist, da Chris­tian Wörns sei­ner­seits spricht wie ein Mäd­chen, so dass sich die beiden im Laufe der Jahre man­chen Zicken­krieg gelie­fert haben. Das Vat­asche Reper­toire, das den Blut­druck zahl­loser geg­ne­ri­scher Fans negativ beein­flusst hat, reicht vom Jaro­lim­schen Ein­fädler über den ster­benden Schwan bis zur schlichten Fall­sucht. Seine Spe­zia­lität war eine Art flie­gender Notruf, bei dem es Vata fertig brachte, nach dem Arzt zu winken oder seine not­wen­dige Aus­wechs­lung anzu­zeigen, noch wäh­rend er durch die Luft segelte. Natür­lich konnte er nach kurzer Behand­lung meist wei­ter­spielen. Sorgen musste man sich um Fatmir Vata eigent­lich immer nur dann, wenn er keinen Alarm machte. Einmal hum­pelte er nach einem Zwei­kampf still und leise vom Platz, da wusste ich, es ist etwas ganz Schlimmes pas­siert. War es auch, der damals erlit­tene Kreuz­band­riss hätte seine Lauf­bahn um ein Haar beendet.

Solange Vata bei Arminia war, habe ich mich immer für ihn geschämt. Nun aber, wo er im Spät­herbst seiner Kar­riere in die 2. Liga zur TuS Koblenz gewech­selt ist, fehlt er mir tat­säch­lich ein biss­chen. Nicht etwa seine Schar­mützel mit Wörns und schon gar nicht der ster­bende Schwan. Aber wir bekommen in dieser Saison ein­fach zu wenig Frei­stöße. Ist eigent­lich David Jarolim in Ham­burg noch glück­lich?