Huub Ste­vens, mitt­ler­weile sind Sie seit neun Monaten wieder Trainer beim FC Schalke. Um einmal mit Ihrem Lands­mann Louis van Gaal zu fragen: Passt Ihnen der FC Schalke mitt­ler­weile wie ein warmer Mantel“?
Alle haben immer das Gefühl, ich würde mich nur auf Schalke wohl fühlen. Aber das stimmt nicht. Meine Jobs in Köln, Ham­burg und sogar in Berlin waren eben­falls toll. Ich fühle mich in Deutsch­land gene­rell sehr wohl. An wel­chem Ort ich bin, ist zweit­rangig.

Aber gibt es das nicht, dass ein Trainer und ein Klub beson­ders gut zusam­men­passen.
Klar, nur hat das auch mit der Orga­ni­sa­tion im Klub zu tun und wie mit­ein­ander gespro­chen wird, also mit Men­schen.

Da dürften sich der heu­tige Manager Horst Heldt und der dama­lige Rudi Assauer gründ­lich unter­scheiden.
Natür­lich, aber die Situa­tion heute ist auch eine ganz andere. Damals kam ich als Nobody und hatte mit Rudi Assauer einen alten Hasen um mich, der mich ein ums andere Mal aus der Schuss­linie genommen hat. Wir saßen täg­lich zusammen und haben über die Mann­schaft und die Abläufe in der Bun­des­liga gespro­chen. Es war doch alles Neu­land für mich. Das ist jetzt nicht mehr so nötig, denn heute komme ich mit viel mehr Erfah­rung zurück und kann anders mit Horst Heldt zusam­men­ar­beiten.
Wir ver­stehen uns gut, aber müssen nicht mehr bei den kleinen Dingen anfangen.

Sind Sie inzwi­schen ein anderer Trainer als bei Ihrer ersten Zeit in Gel­sen­kir­chen?
Ach, ich weiß nicht. Sagen wir mal so: Der Tunnel, in dem ich früher gear­beitet habe, war sehr eng. Im Laufe der Jahre ist er immer größer geworden, so dass ich mich etwas besser bewegen kann.

Im letzten Jahr waren Sie für ein paar Monate außer­halb des Tun­nels, nachdem Sie bei Red Bull Salz­burg ent­lassen wurden. Passen Sie besser zu Tra­di­ti­ons­ver­einen als zu so einem Kunst­pro­dukt?
Nein, meine Zeit in Salz­burg war super. Das mag komisch klingen, aber ich war tat­säch­lich begeis­tert von der Idee, etwas voll­kommen Neues auf­zu­bauen.

Andere würden sagen, dass solche Ver­eine den Fuß­ball zer­stören.
Da muss ich wider­spre­chen. Natür­lich war die Arbeit bei Red Bull anders, denn letzt­end­lich steckt das ganze Pro­jekt noch in den Kin­der­schuhen. Man arbeitet dort noch an der Basis, auch wenn diese Basis unbe­stritten über­di­men­sional ist.

Sie wurden in Salz­burg erst Meister und im Fol­ge­jahr ent­lassen, als Sie auf den dritten Tabel­len­platz abrutschten. Das klingt nicht gerade nach Geduld und nach­hal­tiger Arbeit.
Heute weiß ich, dass mein Raus­wurf gar nichts mit meiner Arbeit als Trainer zu tun hatte. Da spielten andere Dinge eine Rolle, aber das ist nichts für die Öffent­lich­keit. Einen Tag vor dem Spiel gegen Linz kam ich auf das Trai­nings­ge­lände und sah, dass überall die Anwälte her­um­liefen. Auch Niko Kovac (der dann mit Ricardo Moniz Nach­folger von Ste­vens wurde, Anm. d. Red.) huschte schnell durch die Flure und ich ahnte schon, dass was im Busch ist. Als ich gerade dabei war, auf dem Platz die Hüt­chen auf­zu­stellen, kam ein Anwalt und fragte: Herr Ste­vens, haben Sie mal gerade eine Minute Zeit?“ Ich sagte: Nein, Sie sehen doch, dass ich gerade das Trai­ning vor­be­reite.“ Der Anwalt sagte: Ich wollte Ihnen mit­teilen, dass wir uns gerne von Ihnen trennen würden.“ Ich dachte erst, er meinte, dass wir nach der Saison den Ver­trag auf­lösen, aber er sagte: Sofort!“ Ich habe meinem Co-Trainer die Hüt­chen in die Hand gedrückt, mich kurz ver­ab­schiedet und bin gegangen. Am nächsten Tag habe ich mein Büro geräumt, das Auto geputzt und sauber auf dem Ver­eins­ge­lände abge­stellt, dann bin ich nach Hause gefahren und das Kapitel Salz­burg war zu Ende.

Anschlie­ßend haben Sie ein paar Monate als TV-Experte für Liga Total gear­beitet. Wie war es, zur anderen Seite über­ge­laufen zu sein?
Es war sehr wichtig für mich, zu sehen, wie die Medien den Fuß­ball begleiten. Ich fand erstaun­lich, wie pro­fes­sio­nell da gear­beitet wird. Das war lehr­reich, weil mir dadurch bewusst geworden ist, dass beide Seiten im glei­chen Boot sitzen und wir gut daran tun, respekt­voll mit­ein­ander umzu­gehen.

Da haben wir Sie aber schon anders erlebt.
Nein, das stimmt nicht. Ich hatte immer Respekt vor Jour­na­listen und bin alt genug, um zu wissen, dass man nicht immer einer Mei­nung sein kann. Wütend macht es mich nur, wenn mein Gegen­über nicht gut vor­be­reitet ist. Ich mache meinen Job mit größt­mög­li­cher Genau­ig­keit und denke, das kann man auch von einem Jour­na­listen erwarten.
 
Inzwi­schen scheinen Sie manchmal auch ein biss­chen mit dem Kli­schee des Jour­na­lis­ten­fres­sers zu spielen.
Das macht ja auch Spaß. Außerdem habe ich mitt­ler­weile gelernt, meine Kraft auf die wich­tigen Dinge in der täg­li­chen Arbeit zu lenken. Früher hatte ich so viel Power, dass mich gern auf kleine Kämpfe mit Jour­na­listen ein­ge­lassen habe. Da bin ich heute meis­tens lockerer.

Viele im Fuß­ball können die Dinge immer weniger locker nehmen. Sie selbst haben Ralf Rang­nick ersetzt, der einen Bur­nout hatte. Die Spieler Martin Fenin und Markus Miller haben sich zuletzt wegen Depres­sionen behan­deln lassen. Ist das Geschäft härter geworden, oder aber ist die Bereit­schaft gewachsen, Schwä­chen zu zeigen?
Ich denke, dass dadurch, dass der Fuß­ball immer größer geworden ist, auch der Druck auf die Ver­ant­wort­li­chen gewachsen ist.

Emp­finden Sie das selbst auch so?
Nein, eigent­lich nicht. Durch meine Erfah­rung weiß ich damit besser umzu­gehen. Ich will näm­lich nicht gegen die Wand laufen, ich will ganz nah bei mir selbst bleiben.
Aber das ist schwie­riger geworden? Ja, absolut.

Sie sind inzwi­schen 58 Jahre alt und hatten schon nach Ihrem Abschied aus Ham­burg vor vier Jahren gesagt: Ich will nicht, dass meine Spieler mich irgend­wann als alten Mann sehen.“ Gibt es Momente, in denen Sie sich alt vor­kommen?
Nein, bisher nicht.

Auch nicht, wenn der 21-jäh­rige Lewis Holtby auf dem iPhone seinen Twitter-Account abruft?
Kein Pro­blem. Dann hole ich mein iPhone raus und gucke, was er so schreibt. Ich inter­es­siere mich für Dinge, die meine Spieler auch inter­es­sieren. Das ist normal, wenn man so eng zusam­men­ar­beitet. Wenn ich merken würde, dass mir der Kon­takt zu jungen Spie­lern abhan­den­kommt, würde ich nicht weiter als Trainer arbeiten wollen.

Gehen die Spieler heute anders mit­ein­ander um, als Sie es aus Ihrer Zeit kennen?
Früher waren wir viel direkter, da hat es auch mal geknallt. Und wäh­rend wir früher in einer großen Runde Karten gespielt haben, schauen die Jungs heute lieber einen Film. Es ist eine andere Genera­tion.

Eine bes­sere oder eine schlech­tere?
Weder noch, aber ich finde es benei­dens­wert, wie die Jungs die ganzen Belas­tungen weg­ste­cken. Alle drei Tage ein Spiel, der rie­sige Medi­en­rummel, die Fans – das muss man in dem Alter erst einmal ver­ar­beiten können. Und die meisten machen es sehr gut, denen steigt nichts zu Kopf. Selbst die ganze Technik nicht, die sie mit sich her­um­schleppen. Ich kann mich noch daran erin­nern, wie ich in Ita­lien auf der Straße die ersten Handys gesehen habe. Rie­sige Appa­rate, so groß wie Damen­hand­ta­schen. Ich dachte damals, das würde ich nie im Leben brau­chen. Und heute ist das voll­kommen normal.

Muss man mit Spie­lern heute anders arbeiten als früher?
Man muss in bestimmten Situa­tionen anders reagieren, etwa beim Thema Ver­let­zungen. Die Jungs wissen heute ganz genau, was sie haben. Und meist wissen sie auch schon, wie lange sie Pause brau­chen. Wenn ich früher beim Trainer gesagt habe, dass ich nicht mehr kann, hat der gesagt: Stell dich nicht so an, weiter geht’s!“ Das hat dazu geführt, dass ich einmal sogar mit gebro­chenem Bein gespielt habe. Aller­dings muss man den heu­tigen Spie­lern mehr erklären, was sie auf dem Platz tun müssen, als das früher der Fall war.

Ver­stehen sie das Spiel etwa weniger?
Nein, es wird anders über Fuß­ball gedacht. Früher haben wir auf der Straße selbst Spiel­formen erfunden, das för­dert die Krea­ti­vität und das Ver­ständnis von Fuß­ball. Dadurch ent­wi­ckelst du einen bestimmten Instinkt und Fuß­ball­in­tel­li­genz. Heut­zu­tage fehlt das oft, weil nie­mand mehr auf der Straße spielt.

Sie waren beim PSV Eind­hoven lange Jugend­trainer. Sind Sie damals schon damit kon­fron­tiert gewesen?
Ja, und des­halb haben wir die Spieler raus­ge­schickt und für eine halbe Stunde sich selbst über­lassen. Erst wenn wir dann auf den Platz kamen, fing das Trai­ning an.

Sie haben, als sie noch Spieler waren, nebenbei Autos ver­kauft. Würden Sie einem Fuß­ball­profi heute noch zu Neben­be­schäf­ti­gungen raten?
Natür­lich, sie müssen ja nicht unbe­dingt Autos ver­kaufen. Damals war es nicht klar, ob man als Profi am Ende aus­ge­sorgt hat, des­wegen habe ich mich um eine zweite Kar­riere bemüht. Außerdem ging es darum, nicht den Blick für das nor­male Leben zu ver­lieren. Es ist wichtig, dass man nicht den ganzen Tag nur an Fuß­ball denkt, das macht den Tunnel immer kleiner und irgend­wann kannst du dich nicht mehr bewegen.

Sie pflegen gerne das Kli­schee, ein kon­ser­va­tiver Malo­cher zu sein, dabei waren sie doch einer der ersten Lap­top­trainer.
Stimmt, das hat nur nie­mand gesehen. Ich habe immer mit hohem tech­ni­schen Auf­wand gear­beitet und früh selb­ständig eine Daten­bank über meine Spieler erstellt. Ich habe 1996 auch schon mit Video­ana­lysen ange­fangen. Man muss sich auf dieser Ebene ständig wei­ter­ent­wi­ckeln, denn mit einem Flip­chart brauchst du nicht mehr in die Kabine zu kommen. Da hört keiner zu.

Sie schreiben auch ständig Zettel voll. Selbst im UEFA-Cup-Finale 1997, als Marc Wil­mots in Mai­land den ent­schei­denden Elf­meter ver­wan­delt hatte und ganz Schalke in einen kol­lek­tiven Rausch ver­fiel, haben Sie sich erst noch see­len­ruhig Notizen gemacht und dann erst geju­belt.
Ich musste doch auf­schreiben, in welche Ecke Marc den Elfer geschossen hat.

Dieser Zettel würde sich im Ver­eins­mu­seum gut machen.

Ich bewahre die nicht auf. Die Infor­ma­tionen werden abge­tippt, abge­spei­chert und der Zettel ent­sorgt.

Als Sie im letzten Herbst zu Schalke zurück­kehrten, haben Sie keinen Co-Trainer mit­ge­bracht und das erste Spiel von Ihrem neuen Trai­ner­team vor­be­reiten lassen. Warum haben Sie das gemacht?
Ich kannte die Mann­schaft nicht, habe in den ersten Tagen nur beob­achtet und den Jungs gesagt: Ihr wisst am besten, was die Mann­schaft in dieser Situa­tion braucht.“ Ich habe nur wenig ein­ge­griffen und Rat gegeben.

Das war ein enormer Ver­trau­ens­vor­schuss für Ihre neuen Kol­legen.
Ich arbeite mit meinen Assis­tenten immer auf Augen­höhe und gebe ihnen die Frei­heit, ihre Gedanken ein­zu­bringen. Ich ergänze dann meine Vor­stel­lungen und daraus ent­steht unsere Spiel­idee.

Gibt es einen typi­schen Huub-Ste­vens-Fuß­ball?
Nein, jede Mann­schaft braucht ihre eigene Iden­tität. Als Trainer bist du eigent­lich nur ständig auf der Suche, welche sie ent­wi­ckeln kann. Ich habe kein festes System, in das ich meine Mann­schaften presse, son­dern schaue immer, welche Qua­li­täten die ein­zelnen Spieler haben. Nur daraus kann ich am Ende ableiten, wie sie Fuß­ball spielen sollen. Als ich hier ange­fangen habe, waren Horst Heldt und ich uns etwa einig, dass diese Schalker Mann­schaft in der Offen­sive grö­ßere Qua­li­täten hat als in der Defen­sive.

Ihr angeb­li­ches Defen­siv­credo ist also ein Mythos?
Wenn du keine Stürmer hast, dann musst du defensiv denken. Als dieses Image 1997 ent­stand, hatten wir enorme Ver­let­zungs­pro­bleme im Angriff. Also standen wir hinten drin und haben vorne auf die Chancen gelauert. Des­wegen sage ich auch heute noch: Der 2:0‑Halbfinalsieg gegen Tene­riffa, bei dem wir quasi ohne Angriff auf­ge­laufen sind, war die grö­ßere Leis­tung als der Final­sieg gegen Inter Mai­land. Für mich geht es nicht um Sys­teme, son­dern um die Orga­ni­sa­tion.

Wie meinen Sie das? Im End­ef­fekt ent­scheiden im Fuß­ball bestimmte Momente, vor allem die zwi­schen Ball­ver­lust und Ball­ge­winn. Wer da am schnellsten und besten reagiert, ist der geg­ne­ri­schen Mann­schaft über­legen.

Das mussten Sie im UEFA-Cup-Vier­tel­fi­nale gegen Bilbao bitter erfahren, als Ihre Mann­schaft den Basken ins offene Messer lief und im eigenen Sta­dion 2:4 verlor.
Bilbao ist ein gutes Bei­spiel. Die haben die ent­schei­denden Momente super aus­ge­nutzt. Deren Umschalt­ver­halten habe ich sogar genossen. Wir wollten nach unser 2:1‑Führung ein­fach zu viel, aber da kann ich meiner Mann­schaft keinen Vor­wurf machen. Im Gegen­teil: Ich bin stolz auf deren Mut, dass sie es pro­biert haben, ledig­lich ihre Uner­fah­ren­heit hat uns am Ende so bestraft. Gut, wir haben es als Lehr­stunde genommen. Und abge­sehen von uns und unseren Fans hat das große Publikum das Spiel genossen. Da haben mir Leute per SMS geschrieben: War doch ein super Spiel.“ Da denke ich aller­dings: Leck mich am …“ Ich kann das nicht so sehen, mich ärgert immer noch jede Nie­der­lage.

Wenn der Aus­gang eines Spiels von einigen, wenigen Momenten bestimmt ist, muss das einen Per­fek­tio­nisten wie Sie doch in den Wahn­sinn treiben.
Du kannst ein Spiel nicht planen. Du kannst als Trainer deinen Spie­lern nur gewisse Vor­gaben machen und hoffen, dass das Spiel so läuft, wie du es dir vor­ge­stellt hast. Aber es pas­sieren auf dem Platz so viele Dinge, die den Ablauf beein­flussen. Es gibt 22 Spieler, die Schieds­richter, das Publikum, und oft reicht ein Quänt­chen davon, dass eine Partie kippt.


Gibt es Mann­schaften in der Bun­des­liga, abge­sehen von der eigenen selbst­re­dend, die Sie gerne sehen?
Natür­lich sehe ich mir gerne Spiele von Dort­mund an. Oder Frei­burg und Mön­chen­glad­bach, weil diese Mann­schaften her­vor­ra­gend orga­ni­siert sind und erst­klassig gegen den Ball spielen. Dann gibt es Ver­eine, die wesent­lich mehr Qua­lität in ihrem Kader haben, aber diese Qua­li­täten nicht auf den Platz bringen. Als Trainer musst du dir auch bei anderen Mann­schaften etwas abschauen, sonst lernst du nicht dazu und wirst selbst sehr bere­chenbar.

Wer ist der beste Spieler, mit dem Sie als Trainer jemals zusam­men­ge­ar­beitet haben? Die Aus­wahl ist ja nicht schlecht: Romario, Raúl, Rafael van der Vaart, Klaas-Jan Hun­telaar.
Romario war auf den ersten Metern mit dem Ball am Fuß natür­lich genial. Aber im Fuß­ball geht es um so viele unter­schied­liche Qua­li­täten: Tor­instinkt, Fuß­ball­in­tel­li­genz in der Defen­sive oder in der Offen­sive. Wenn ich alles zusam­men­nehme, würde ich sagen, dass Jiri Nemec ein Spieler war, der ein Fuß­ball­spiel wirk­lich lesen konnte. Er wusste, wann er defensiv denken muss und wann offensiv.

Mit ihm waren Sie 2001 so nah an der Meis­ter­schaft wie seit 1958 kein Schalker Trainer mehr. Sehen Sie in den nächsten Jahren eine Per­spek­tive, es end­lich mal zu schaffen?
Bayern Mün­chen wird immer sehr stark sein, Borussia Dort­mund hat eine gute Ent­wick­lung gemacht. Und wir müssen ver­su­chen, unsere Ent­wick­lung eben­falls durch­zu­ziehen. Dabei braucht man aber auch Glück, des­halb gucke ich erst einmal, dass wir uns von Spiel zu Spiel wei­ter­ent­wi­ckeln. Wenn ich sehe, dass die Mann­schaft oder ein­zelne Spieler das tun, dann kann ich auch damit meinen Frieden machen.

Haben Sie eigent­lich auch das Ziel, end­lich in den Duden zu kommen?
Was ist der Duden?

Das Wör­ter­buch der deut­schen Sprache, in das Sie mit ihren Wort­schöp­fungen eigent­lich schon längst hätten ein­gehen müssen. Etwa, wenn Sie von daheraus“ sagen statt des­halb“.
Ist das nicht Deutsch?

Es ist ein Huub-Ste­vens-Begriff, den Sie ins Deut­sche ein­ge­bracht haben.
Ich habe Deutsch auf der Straße gelernt. Die Grenze war einen Kilo­meter von unserem Zuhause in Sit­tard ent­fernt. Da kamen viele Deut­sche zum Ein­kaufen, und wie denn auch, da hat man mit­ein­ander geredet.

Und wie denn auch“ ist übri­gens auch Huub-Ste­vens-Deutsch.
Wirk­lich? Inter­es­sant. Als ich hier mal wieder mit Die Null muss stehen“ kon­fron­tiert wurde, habe ich gesagt: Es ist super, dass es zwei Nie­der­länder gibt, die hier durch ihre Sprache etwas auf­ge­baut haben in Deutsch­land. Das sind Rudi Car­rell und ich.