Seite 3: „0,4-Bier? Niemals 0,4!“

Der Wirt, gut ver­wit­tertes Niko­tin­ge­sicht, tritt jetzt an den Tisch: Wollt ihr noch was?“ Manne sagt: Noch ein Bier.“ Das Niko­tin­ge­sicht fragt: 0,4?“ Manne sagt: 0,4? Nie­mals 0,4! Null­vier ist dieser Drecks­verein.“ Manne bestellt statt­dessen noch ein 0,3, das dritte, Bier­tulpe mit Gold­rand, Ber­liner Kindl, natür­lich.

Steffen darf jetzt auch mal was sagen. Steffen sagt, es ist wie ein Fluch. Er gucke manchmal den ganzen Tag nicht auf die Uhr, dann aber aus­ge­rechnet um 19.04 Uhr. Oder einmal, als er mit seiner Ex-Freundin shoppen war, standen er und sie vor den Umklei­de­ka­binen, sechs Stück, alle leer. Und was macht seine Freundin? Steuert ziel­ge­richtet auf die Kabine mit der 04 zu. Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“, sagte er. Sie schaute ihn nur ungläubig an.

Großes Gelächter in der Runde. Gut gemacht, Steffen.

Steffen wird jetzt mutiger, er wider­spricht sogar Manne. Das mit den Gel­sen­kir­chenern ist in der breiten Masse ange­kommen, auch bei den Jungen.“ Wenn der Capo Wir sind die Blauen, wir sind die Weißen, wir sind die­je­nigen, die auf die Schalker scheißen“ singe, dann stimme die ganze Kurve mit ein. Und als damals Huub Ste­vens kam, habe es große Pro­teste gegeben.

Ste­vens schei­terte wegen seiner Ver­gan­gen­heit in Berlin

Es war keine leichte Zeit für Ste­vens, er war ein Schalker und dann auch noch ein Hol­länder. Den Spie­lern wie Lewan Kobia­schwili und Peer Kluge haben die Her­thaner ihre Gel­sen­kir­chener Ver­gan­gen­heit nach­ge­sehen, aber Ste­vens, dem Schalker Jahr­hun­dert­trainer“ nicht. Letzt­lich schei­terte er auch des­halb in Berlin.

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Schluss­frage zum Abschied. Das Niko­tin­ge­sicht schreibt die Rech­nung. Stört es euch nicht, dass der Hass nicht erwi­dert wird?

Manne sagt: Nö, das ist mir scheiß­egal.“
Helmut sagt: Das spielt keine Rolle. Der Fuß­ball lebt ja von der Riva­lität.“
Steffen sagt: Das gehört zur Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Verein, sonst wird alles aus­tauschbar.“

Und viel­leicht ist es ja tat­säch­lich so ein­fach: drei trin­kende Männer in einer Eck­kneipe. Drei Männer, die wissen, dass Liebe manchmal auch bedeutet, die Rich­tigen zu hassen.

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Dieser Text ist zuerst in 11FREUNDE SPE­ZIAL Erz­ri­valen“ erschienen. Erhält­lich im 11FREUNDE-Shop oder im App-Store.