Sean Dundee, am Wochen­ende stieg das Top-Spiel der Kreis­klasse A1, Karls­ruhe. Ihr VSV Büchig gegen die SV K‑Beiertheim. Haben Sie gespielt?
Leider ja (lacht).

Warum leider?
Wir haben 0:5 ver­loren.

Im Spiel­be­richt auf der Home­page des Ver­eins standen Sie bei Ihrem Debüt an vierter Stelle. Sie sind doch aber nicht als Abwehr­spieler auf­ge­laufen?
Was? Nein! Ich bin und bleibe natür­lich Stürmer.

Wie sind Sie beim VSV Büchig gelandet?
Ich bin seit zwei Monaten wieder in Deutsch­land und dann vor ein paar Wochen zu einem Spiel des VSV gegangen. Trainer Nejat Yüksel ist ein Freund von mir, seit er wäh­rend meiner Zeit beim KSC ein Pro­be­trai­ning absol­viert hatte. Er hat mich gefragt, ob ich nicht wieder ein biss­chen kicken möchte. Ich habe kurz über­legt und dann gedacht: Warum nicht?

Wie sind Sie von der Mann­schaft auf­ge­nommen worden?
Sehr gut. Die Jungs sind super, da gab es über­haupt keine Berüh­rungs­ängste oder Pro­bleme.

Ihre bis dahin letzte Sta­tion hatten Sie in Ihrem Geburts­land Süd­afrika. Warum sind Sie nach Deutsch­land zurück­ge­kehrt?
Deutsch­land hat mir gefehlt. Das hier ist meine Heimat. Und bei meinem letzten Verein in Süd­afrika hat es auch nicht richtig gepasst. Schade eigent­lich. Denn das war meine erste Erst­liga-Sta­tion in Süd­afrika. Bevor ich mit 19 nach Deutsch­land kam, hatte ich in Süd­afrika nur in der zweiten Liga gespielt.

Wie geht es denn Ihrem Rücken? Es hieß, Sie hätten wegen anhal­tender Schmerzen Ihre Kar­riere beenden müssen?
Dem Rücken geht es sehr gut, danke. Ich habe hier noch kein Auto, laufe viel. Das tut gut.

Wie oft trai­nieren Sie in der Kreis­klasse?
Wir trai­nieren zweimal die Woche. Aber ich mache nebenher noch meine Extra-Ein­heiten. Ich fühle mich fit. In meinen Beinen steckt noch ein gutes Jahr!

Sie wollen noch mal richtig angreifen?
Abwarten. Das hier ist jetzt erstmal ein Test für mich. Wir wollen noch auf­steigen. Und dann sieht man weiter. Aber ich habe das Gefühl, dass ich noch auf einem höherem Niveau mit­halten kann. Und ich liebe den Fuß­ball. Warum sollte ich dann auf­hören?

Andere werden Trainer.
Wenn ich als Trainer arbeite, dann im Jugend­be­reich. Das kann ich mir gut vor­stellen und das möchte ich später auch machen. Ich habe in meiner Kar­riere viele fal­sche Ent­schei­dungen getroffen, viele Fehler gemacht. Den Jungs mit­zu­geben, dass sie wachsam sein müssen, und nicht jedem ein­fach blind ver­trauen sollten, das wäre eine schöne Auf­gabe für mich.

Wel­cher Ihrer Trainer hat Sie am meisten geprägt?
Jeder Trainer hatte seine Vor­züge. Aber wenn ich etwas für mich über­nehmen konnte, dann die Ein­stel­lung von Felix Magath. Der hat immer gesagt, man solle nie zufrieden sein. Und das war viel­leicht das, was mir im Weg stand. Mein Traum war es immer, Pro­fi­fuß­baller zu werden. Als ich das geschafft hatte, habe ich es ver­säumt, mir neue Ziele zu setzen.

Aus­ge­rechnet Felix Magath, der harte Hund?
Ach, ich habe Här­teres erlebt. Nachdem ich ein­ge­bür­gert worden war, musste ich zur Bun­des­wehr. Da war ich dann für ein Jahr in der Sport­för­der­gruppe. Immer Mon­tags früh. Die Grund­aus­bil­dung war im November und Dezember. Da war es ent­spre­chend kalt und hart. Und danach noch zum Trai­ning. Da hat mich das Trai­ning von Felix Magath nicht mehr geschockt.