Ian Toot­hill, Sie haben es bis auf den Gipfel des Mount Ever­ests geschafft. Was kam Ihnen dort oben zuerst in den Kopf?

Gott sei Dank, es ist vorbei! Die meisten Leute denken ver­mut­lich, es ist Begeis­te­rung. Ich dachte auch, dass ich singen und tanzen würde. Aber es war so eine lange Reise und auf dem Gipfel konnte ich kaum 40 Meter weit sehen.

Es sah tat­säch­lich sehr bewölkt aus.

Ja, ich hatte diesen wun­der­baren Blick erwartet und bekam ihn leider nicht. Im Hin­ter­kopf wusste ich, was ich erreicht habe und ich wusste auch, dass ich wieder runter muss, weil ein Sturm aufzog. Also war ich ein­fach sehr dankbar. Ich machte ein paar Fotos und hatte zwei bis drei ruhige Minuten für mich.

Sie zogen für die Bilder auf dem Gipfel eine Fahne von Shef­field United hervor, obwohl sie Shef­field-Wed­nesday-Fan sind. Warum?

Ich sam­melte bei diesem Trip Geld für eine Orga­ni­sa­tion, die an Krebs erkrankte Men­schen unter­stützt. Ein Freund schrieb mir zu Beginn der Fund­rai­sing-Kam­pagne und fragte mich nach der Seite, unter der er spenden kann. Ich schrieb ihm zurück und sagte: Wenn du 1000 Pfund spen­dest, nehme ich eine Shef­field-United-Fahne mit auf den Gipfel“ – das war nur ein Spaß. Aber zwei Minuten später schickte er mir einen Screen­shot mit der Über­wei­sung. Die 1000 Pfund waren im Pott. Ich hätte nie gedacht, dass er das wirk­lich macht. Das war eine sehr schöne Geste, aber so musste ich eben die United-Fahne mit­nehmen.

Leider gibt es zu Ihrer Everest-Geschichte einen trau­rigen Hin­ter­grund. Ärzte stellten bei Ihnen im Juni 2015 Darm­krebs fest. Sie sagten zu Ihnen, dass Sie viel­leicht noch vier Monate, maximal zwei Jahre zu leben haben. Was dachten Sie in diesem Moment?

Es wurden schon Monate vor der Dia­gnose Tests gemacht. Ich wusste also, dass irgend­etwas nicht stimmt. Aber das bereitet einen trotzdem nicht darauf vor, mit einem Doktor in einem Raum zu sitzen, der dir dann sagt, dass du nur noch vier Monate zu leben hast. Aus dem Nichts. Dabei bin ich die gesün­deste Person, die es gibt.

Sie sind Per­sonal-Trainer.

Genau. Das lus­tige daran ist, dass ich gerade in den letzten drei Jahren damit begonnen habe, mich sehr gesund zu ernähren. Meine Freunde waren genau so geschockt wie ich. Du bist in einem Gespräch, du hörst zu, aber wäh­rend der Arzt spricht denkst du: Das kann nicht wahr sein, die müssen den Fal­schen haben. Es muss jemand anderes sein“.