Seite 2: Personenschutz in den USA

Auf dem Weg zur Nor­ma­lität und einem gere­gelten Ein­kommen nicht der ein­zige Schritt Sükürs im poli­ti­schen Exil. Denn nach seiner Flucht in die USA 2015 eröff­nete Sükür zunächst ein Cafe. Doch nach einiger Zeit seien komi­sche Leute“ gekommen und hätten laut­stark Dombra-Musik, die von AKP-Unter­stüt­zern als wahre tür­ki­sche Musik bezeichnet wird, vor seinem Laden­lokal gespielt. In der Folge erhielt der eins­tige Natio­nal­held poli­zei­li­chen Per­so­nen­schutz und wurde vom FBI beob­achtet.

Mit den Kon­se­quenzen, dass Sükür in der Türkei zu einer per­sona non grata“ gemacht und aus dem gesell­schaft­li­chen Gedächtnis gestri­chen wurde, müssen auch die­je­nigen leben, die es noch immer mit dem eins­tigen Stürmer-Helden halten. So berichtet Sükür im Inter­view über ein Treffen mit einem tür­ki­schen Schüler in den USA, in dessen Zuge es zu einem gemein­samen Foto gekommen sei. Als der Junge wieder in sein Hei­mat­land ein­ge­reist sei, wäre das Bild auf seinem Handy ent­deckt und der junge Türke für 14 Monate inhaf­tiert worden.

Kein Weg zu weit

Jeder, der mit mir in Kon­takt steht, hat finan­zi­elle Schwie­rig­keiten“, berichtet der 48-Jäh­rige dar­über hinaus. Auch sein Vater, der nach Sükürs Flucht in die USA eben­falls wegen einer ver­meint­li­chen Nähe zur Gülen-Bewe­gung inhaf­tiert worden war und nur auf­grund einer Krebs­er­kran­kung aus der Haft ent­lassen wurde, hat seither mit finan­zi­ellen Schwie­rig­keiten zu kämpfen und steht seit seiner Frei­las­sung noch immer unter Haus­ar­rest.

Und so lassen die weit­rei­chenden Folgen für Sükür und seine Familie deut­lich werden, dass sich Regime­kri­tiker aus den Fängen Erdo­gans kaum befreien können. Kein Weg für die Fes­seln der AKP scheint dieser Tage zu weit, kein Land für ihre Kri­tiker sicher.