Marvin Plat­ten­hardt, bekommen Sie die drei Her­thaner zusammen, die jemals für Deutsch­land eine WM bestritten haben?
Das geht ja gut los (Lacht). Also Arne Fried­rich, der hat, so denke ich, sogar zwei Welt­meis­ter­schaften gespielt. Dann, äh, die anderen sind wohl schon ein biss­chen her, oder?

Wie man’s nimmt.
Halt, Marko Rehmer, das habe ich gerade in der Zei­tung gelesen. Und war der dritte? Erich Beer? Ja, der muss es gewesen sein.

Sie haben nicht die Rücken­nummer 21 bekommen, die Sie seit Jugend­tagen tragen, son­dern die 2 von Berti Vogts. Ein sicheres Indiz dafür, dass Sie zur WM fahren, oder?
Ob es sicher ist, weiß ich noch nicht, das werden wir nächste Woche erfahren. Und ehr­lich, wenn ich dabei bin, spielt die Rücken­nummer über­haupt gar keine Rolle. Ich freue mich, wenn es klappt und ich der Mann­schaft helfen kann.

Wie weit sind Sie schon im Tur­nier­tunnel?
Jeder Spieler, der hier ist, ist heiß auf diese WM und möchte in den end­gül­tigen Kader rein­rut­schen und dabei sein in Russ­land. Das geht nicht nur mir so. Am Ende wird es eine harte Ent­schei­dung für den Trainer, eine, die wir ihm als Spieler nicht abnehmen können. Wir können nur ver­su­chen, unser Bestes zu geben. Schon des­wegen bin ich hier im Tur­nier­modus, alles Neben­säch­liche blende ich aus.

Woran merken und spüren Sie es auch im men­talen Bereich, dass es sich langsam ver­engt und auf die WM zuläuft?
Die WM ist ein großes Ereignis, für uns Fuß­baller das größte über­haupt. Davon träumt jeder Jugend­fuß­baller – davon habe ich auch geträumt. Die Vor­be­rei­tung darauf hat ja nicht erst hier im Trai­nings­lager begonnen. Jeder Spieler, der mit einer WM-Teil­nahme gerechnet hat, tat schon Wochen zuvor etwas dafür, dieses etwas Mehr auf allen Ebenen. Hier kommt bloß noch der Fein­schliff oben­drauf.

Sie haben im vorigen Sommer den Confed-Cup mit­ge­wonnen. Von daher war eine WM-Teil­nahme in Reich­weite geraten. Was haben Sie für sich extra, zusätz­lich oder anders gemacht?
Wissen Sie, diese Frage stellen Sie mir nicht als Erster. Ich bin grund­sätz­lich ein Typ, der eine sehr klare Lebens­weise hat. Ich bin positiv gestimmt und moti­viert, im Fuß­ball wie im Pri­vaten. Für dieses Ziel WM brauchte ich keinen zusätz­li­chen Ansporn. Ich bin ein aus­ge­spro­chen in mir ruhender Typ, manche Außen­ste­hende würden mein All­tags­leben viel­leicht als lang­weilig bezeichnen. In den ent­schei­denden Jahren mit 17, 18 und 19, wenn die Wei­chen gestellt werden, habe ich gelernt, dem Sport alles unter­zu­ordnen.

Das mag sein, aber seitdem Sie Natio­nal­spieler sind, for­dert Ihr Verein Hertha BSC auch ein wenig mehr von Ihnen ein.
Absolut, und ich ver­suche, immer mehr eine Füh­rungs­rolle anzu­nehmen und aus­zu­füllen. Das hat mir Pal Dardai schon deut­lich zu ver­stehen gegeben. Als erfah­rener Spieler prägt man einen Rund­um­blick in einer Gruppe aus und bringt sich ein. Ansonsten ver­suche ich, meine fuß­bal­le­ri­schen Stärken zu schärfen, das Flanken etwa und die Frei­stöße.

Hat Ihnen Ihr Trainer Pal Dardai etwas mit auf dem Weg gegeben, einen Rat­schlag oder ein unga­ri­sches Sprich­wort viel­leicht?
Nicht nur der Pal, das ganze Trai­ner­team in Berlin – so viele Leute haben mir die besten Wün­sche mit auf den Weg gegeben. Ich bin auch hier immer mit einigen Spie­lern in Kon­takt. Ihre Teil­habe stärkt mich.