Hier noch einmal das Video zum Treffer:


Markus Schotten, können Sie noch einmal schil­dern, wie Sie das so wich­tige Aus­wärtstor für die Borussia geschossen haben?

Wir hielten uns schon einige Zeit an der Spa­ni­schen Treppe auf, es herrschte eine unglaub­liche Stim­mung. Ich weiß nicht, wo der Ball herkam. Aber immer mehr Leute ver­suchten sich an einem Treffer. Doch keiner bekam es auf die Reihe. Einer schoss seinem Kumpel die Son­nen­brille aus dem Gesicht, ein anderer traf in den Brunnen. Ich habe gesagt: Das kann doch nicht wahr sein. Gib mir die Pille!“

Und plötz­lich standen Sie ganz frei vor dem Römer Gehäuse?
Ja, der Borussen-Gott hat den Ball aus dem Himmel direkt zu mir fallen lassen. Es war der per­fekte Moment, ich kam gerade gestärkt von einem bekannten Schnell­re­stau­rant. Ich wusste, dass ich nur diese eine Chance bekomme, weil der Auf­bruch bevor­stand.

Und prompt heizten Sie der Menge mit einem Borussia, Borussia“-Gesang ein.
Als ich am Freitag danach in eine Bar kam, erkannte mich ein Fan. Er sagte: So wie du dich auf­ge­führt hast, hätte ich nie gedacht, dass du triffst. Ich dachte: Was ist das denn für ein arro­ganter Kerl!‘“ Doch ich musste das genießen. Tau­send Borussen in Rom – das muss man voll aus­kosten.

Sind Sie eigent­lich im Trai­ning?
Ich komme aus Erkelenz, wir spielen alle zwei Wochen in der Halle Fuß­ball. Das muss rei­chen. Ich traf den Ball ideal und er ging rein. Ich habe den Leuten drin die Pizza vom Teller geschossen. Und an dem Tag hatte ich noch Bron­chitis, sonst hätte ich den Ball durch das Haus geschossen, auf der anderen Seite volley genommen und im Post­kas­ten­schlitz ver­senkt.

In Ihrer ersten Stel­lung­nahme sagten Sie: Jetzt möchte ich sterben“.
Ja, das ist der Moment schlechthin. Wo und wann willst du sonst sterben? Mit zehn­tau­senden Glad­ba­chern in Rom, diese geniale, aber fried­liche Stim­mung und dann so ein Treffer! Mehr geht nicht.

Warum hat die Mann­schaft nach Ihrem Treffer keine zweite Luft bekommen?
Der Druck auf die Jungs war nach meinem Treffer ein­fach zu groß. Sie haben gesehen, wie ich den Ball in dieses kleine Fenster geschossen habe – dagegen wirken Fuß­ball­tore ja riesig. Da konnten die Jungs nur abst­inken. Doch wir haben sie trotzdem gefeiert wie ver­rückt. Mit zehn­tau­send Leuten so eine Stim­mung zu machen, dazu noch so fried­lich – das schafft nur Borussia Mön­chen­glad­bach.

Warum hat Lucien Favre Sie bisher igno­riert?
Das ver­stehe ich auch nicht. Selbst nach diesem Treffer stand ich beim nächsten Spiel nicht mal im Kader. Ich kann Herrn Favre nur sagen, dass er sich beeilen soll. Wenn er sich nicht zeitnah meldet, dann geh ich zu den Buf­fallo Bills“ und mache die Field-Goals im Foot­ball.

Jetzt muss doch eigent­lich eine Ein­la­dung ins Sport­studio folgen, oder?
Ja, ich warte noch auf den Anruf. Meine Kum­pels haben meine Bewer­bung schon abge­schickt. Doch ich glaube, dass das ZDF Angst hat, dass ich als Erster den Mythos der Tor­wand besiege und mit sechs Schüssen sieben Mal treffe.