Seite 4: „Die Schmerzen wurden unvorstellbar“

1998 haben Sie dann wäh­rend der lau­fenden Saison Ihre Kar­riere beendet. Wie kam es dazu?
Wegen einer Hüftar­throse, die sich in Eng­land deut­lich ver­schlim­mert hat. Viel­leicht auf­grund des Wet­ters, viel­leicht auf­grund des här­teren und schnel­leren Spiels, mit vielen weiten Abschlägen, ich weiß es nicht. In der ersten Saison ging es noch, in der zweiten wurden die Schmerzen unvor­stellbar. Für die ersten Sai­son­spiele konnten die noch mit Spritzen eini­ger­maßen abge­stellt werden. Als dann ein neuer Trainer kam, habe ich ver­sucht, zunächst wieder richtig gesund zu werden. Ich bin also zur Behand­lung nach Deutsch­land geflogen. Dort wurde dann schnell deut­lich, dass ich nie wieder würde spielen können. 

In der Presse war zu lesen, dass Sie sich auf­grund dieser Ver­let­zung ope­rieren lassen müssen.
Ja, drin­gend sogar. Auf­grund einiger tur­bu­lenter Vor­fälle in letzter Zeit bin ich schlicht nicht dazu gekommen. Aber ich habe jetzt einen Termin. Es muss jetzt wieder vor­an­gehen, und die Arthrose hin­dert mich momentan daran, wieder als Trainer zu arbeiten.

In der Bild“-Zeitung war zu lesen, Sie seien bank­rott. Mussten Sie den OP-Termin des­wegen ver­schieben?
Nein, das hat damit über­haupt nicht zu zun. Die Sport­bild“ hat einen unfassbar nega­tiven Bericht über mich, meine Krank­heit und meine finan­zi­elle Situa­tion geschrieben, und ich arbeite momentan daran, diese Dinge wieder gerade zu rücken. Ich sage Ihnen eins: Es muss sich nie­mand um mich Sorgen machen. 

Ihre erste Trai­ner­sta­tion war Heil­bronn. Sie führten die Mann­schaft in die Ober­liga und sta­bi­li­sierten die Mann­schaft trotz großer finan­zi­eller Pro­bleme. Dann gingen Sie als Tor­wart­trainer nach Istanbul.
Chris­toph Daum rief mich an und fragte, ob ich ihn zu Bes­iktas begleiten würde. Zum einen war das natür­lich eine äußerst inter­es­sante Auf­gabe, und mit Chris­toph Daum hatte ich ja bereits in Stutt­gart sehr erfolg­reich zusam­men­ge­ar­beitet. Zum anderen war die Situa­tion in Heil­bronn auf­grund finan­zi­eller Schwie­rig­keiten sehr unsi­cher, so dass ich das Angebot ange­nommen habe. 

Warum wech­selten Sie nach kurzer Zeit mit Daum zu Aus­tria Wien?
Wir haben mit Bes­iktas keinen Titel geholt, weil auch dort Leis­tungs­träger ver­kauft werden mussten und unser dritter Platz nicht als Erfolg zählte. Mit Aus­tria Wien wurden wir dann Meister und Pokal­sieger. Danach haben wir noch sehr erfolg­reich bei Fener­bahce Istanbul gear­beitet. Wäh­rend dieser ganzen Zeit habe ich unheim­lich viel gelernt und die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber die Schmerzen waren so stark, dass ich meinen Job nicht mehr ver­nünftig aus­üben konnte.