Erik Schmidt, am Wochen­ende standst du auf dem Rasen des West­fa­len­sta­dions und um dich herum eine Welt­aus­wahl an Fuß­ball­spie­lern. Wie konnte das pas­sieren? 

Kaum zu glauben, oder? Ich hatte bei einem Preis­aus­schreiben teil­ge­nommen und war als Wild-Card-Gewinner für das Abschieds­spiel von Roman Wei­den­feller gezogen worden. Und das als BVB-Fan.

Wow. Jackpot.

Das kann man wohl so sagen. Ich meine, ich bin Dort­mund-Fan seit ich fünf Jahre alt bin. Kurz bevor Dort­mund 96/97 die Cham­pions League gewann, waren wir dort bei Ver­wandten und ich bekam eine Tasse aus dem Fan­shop. Seitdem: Borusse.

Neben Wei­den­feller standen BVB-Legenden wie Jan Koller, Jens Leh­mann oder Sebas­tian Kehl und ehe­ma­lige Natio­nal­spieler wie Michael Bal­lack oder Lukas Podolski auf dem Platz. Hat dir jemand gefehlt?

Auf jeden Fall: Tomas Rosicky, war mein großes Idol in der Jugend. Aber es war auch so eine ganz illustre Runde, glaube ich.

Als Lan­des­klas­sen­spieler in einer Kabine mit gestan­denen Profis. Wie ging es dir im diesem Augen­blick?

Wir hatten uns einige Zeit vor dem Spiel bereits zu einem kleinen Bei­sam­men­sein getroffen. Roman hat mich auch der gesamten Gruppe vor­ge­stellt, trotzdem war ich etwas ein­ge­schüch­tert, klar. Kurz vor dem Spiel hatte mich dann Co-Trainer Jörg Hein­rich gefragt, auf wel­cher Posi­tion ich gerne spielen würde. Eigent­lich bin ich Sechser oder Zehner, aber da habe ich keine Ansprüche gestellt, und so wurde ich auf die rechte Außen­bahn gestellt.

Wie haben sich die ersten Minuten im Sta­dion ange­fühlt?

Die Fans haben mich unglaub­lich beein­druckt. 70.000 waren da, das Sta­dion fast voll. Ich glaube nicht, dass ich noch einmal vor so vielen Leuten spielen werde.

Dein abso­lutes High­light?

Ich sollte zusammen mit David Odonkor die rechte Außen­bahn bespielen, haben also immer rotiert. In der zweiten Halb­zeit hatte ich Dede als Gegen­spieler. Und in einem Moment habe ich hoch­ge­schaut, Auge in Auge mit Dede und im Hin­ter­grund hat sich die Süd­tri­büne auf­ge­türmt. Das war impo­sant. Das war defi­nitiv der Moment des Spiels.