Seite 3: „Die Kritik an Kovac stört mich“

Bel­grad gilt als Par­ty­hoch­burg…

Das Nacht­leben ist sicher ganz oben in der Rang­liste der euro­päi­schen Städte. Aber auch sonst ist Bel­grad eine ganz tolle Stadt. Jeder, der nach Bel­grad oder nach Ser­bien kommt, wird das nicht ver­gessen. Wir Serben sind sehr gast­freund­lich, keine Monster, die gerne Leute killen. Der Ein­druck ist wäh­rend der Kriegs­jahre ent­standen.

Nicht nur Rio, auch Bel­grad hat sein Mara­kana-Sta­dion. Es gilt als Hexen­kessel.

Was die Fans da ver­an­stalten, ist der Wahn­sinn. Da gibt es 90 Minuten lang Unter­stüt­zung für die eigene Mann­schaft, egal wie es steht. Und dazu die Cho­reos – das ist ver­gleichbar mit Frank­furt. Gegen Roter Stern in Bel­grad zu spielen, ist nicht leicht.

Sie haben Frank­furt erwähnt. Dort haben Sie sich auch mal mit Niko Kovac aus­ge­tauscht. Bei den Bayern hat er einen schweren Stand.

Das stört mich, dass ein erfolg­rei­cher Trainer wie Niko Kovac beim FC Bayern Mün­chen um seinen Job zit­tern muss. Er hat die Meis­ter­schaft und den Pokal gewonnen. Niko Kovac ist ein toller Trainer. Das hat er schon in Frank­furt gezeigt.

Die Bayern-Ver­ant­wort­li­chen erwarten von Kovac neben Meis­ter­schaft und Pokal­sieg auch Erfolge in der Cham­pions League. Kann er mit seiner Mann­schaft in dieser Saison die Cham­pions League gewinnen?

Bayern hat neue Spieler geholt, die gut rein­passen. Man hat sich auf Posi­tionen ver­stärkt, wo Bedarf da war. Trotzdem traue ich Bayern nicht zu, dass sie die Cham­pions League gewinnen.

Auch wenn Sie recht haben sollten, wird für Niko Kovac und die Bayern-Fans das Leben weiter gehen…

(Lacht) Lebbe geht weider.

Als Ein­tracht-Trainer haben Sie sich nach der ver­lo­renen Meis­ter­schaft am letzten Spieltag in Ros­tock mit diesem Satz unsterb­lich gemacht.

Ja, ich werde immer wieder darauf ange­spro­chen. Egal in wel­cher Stadt ich bin, da kommen Leute auf mich zu und sagen: Sie kenne ich doch. Ich weiß Ihren Namen nicht. Aber Sie sind doch der Mann, der gesagt hat: Lebbe geht weider.“ Ein Satz, der auch für Roter Stern gilt, falls das Spiel gegen Bayern ver­loren geht. Es gibt dann immer noch fünf Spiele, die man gewinnen kann.