Jona­than Schmid, Sie spielen seit 2008 für den Sport­club. Wohnen Sie mitt­ler­weile in Frei­burg?
Nein, ich lebe noch in meiner Hei­mat­stadt Straß­burg und fahre immer mit dem Auto zum Trai­ning.

Das sind pro Tour über 80 Kilo­meter. Nervt Sie das Pen­deln nicht?
Ich kenne es schon gar nicht mehr anders.

Straß­burg ist ohne Frage eine schöne Stadt. Zieht es Sie nicht in eine euro­päi­sche Metro­pole der Kate­gorie Mün­chen, Mai­land oder Madrid?
Nein, ich habe ein Kind, meine Freundin, meine Familie und Freunde in Straß­burg. Wieso sollte ich weg­gehen?

Auf dem Spiel­feld fallen Sie mit Tat­toos und einem Iro­kesen-Haar­schnitt auf. Wie passt das mit dem Fami­li­en­leben in Straß­burg zusammen?
Ich sehe ein­fach so aus, weil es mir gefällt. Und Tattoo-Künstler gibt es auch in Straß­burg.

Andere Spieler in Ihrem Alter insze­nieren sich vor allem neben dem Platz. Sie haben nicht mal Twitter-Account. Warum geben Sie so wenig preis?
Face­book und Twitter – das ist doch alles nur Gelaber. Ich möchte mich auf den Sport und meine Familie kon­zen­trieren. Außerdem brauche ich meine Ruhe.

Das klingt sehr boden­ständig. Da passt es gut ins Bild, dass Sie im Dezember Ihren Ver­trag beim SC Frei­burg ver­län­gert haben. Ehe­ma­lige Mit­spieler wie Max Kruse sind gewech­selt und spielen nächstes Jahr viel­leicht wieder inter­na­tional. Bereuen Sie Ihre Ent­schei­dung aus sport­li­cher Sicht?
Nein, ich fühle mich hier sehr wohl und der Verein hat mir unglaub­lich viel gegeben. Davon möchte ich so viel wie mög­lich zurück­zahlen. Außerdem glaube ich, dass ich mich hier noch ent­wi­ckeln kann.

Ihr Trainer Chris­tian Streich hat Ihnen nach der Ver­trags­ver­län­ge­rung eine außer­ge­wöhn­liche Hal­tung“ attes­tiert. Lässt er Sie diese Aner­ken­nung auch per­sön­lich spüren?
Wir haben ein sehr gutes Ver­hältnis. Ich kenne ihn ja schon aus der A‑Jugend. Er weiß, wie ich bin, und ich weiß, wie er ist.

In der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert er sich zuweilen sehr emo­tional und auf­brau­send. Ist das im Trai­ning anders?
Nein, Chris­tian Streich ist ein sehr lei­den­schaft­li­cher Mensch. Ich brauche diese Reak­tionen auch manchmal.

Inwie­fern?
Ich brauche manchmal einen Tritt in den Hin­tern. Sonst schlafe ich auf dem Feld ein. (lacht)

Die Hin­serie lief für den Sport­club alles andere als optimal. Haben Sie die Drei­fach­be­las­tung aus Pokal, Europa League und Bun­des­liga unter­schätzt?
Wir wussten, dass es schwer werden würde. Aber wenn man tat­säch­lich alle drei Tage spielt, ist das noch mal etwas anderes.

In der Rück­runde kam Ihre Mann­schaft dafür immer besser in Schwung. Es fehlt nur noch ein Sieg für den sicheren Klas­sen­er­halt. Kann über­haupt noch etwas schief gehen?
Das kann es immer. Wir spielen noch gegen Schalke und Wolfs­burg, zwei abso­lute Spit­zen­mann­schaften. So lange wir nicht die nötigen Punkte geholt haben, darf sich keiner sicher sein.

Beson­ders gut lief es gegen Mann­schaften aus dem Tabel­len­keller. Was macht Sie gegen direkte Kon­kur­renten so stark?
Ich glaube, dass uns viele schon abge­schrieben und damit als sicheren Punkte-Lie­fe­ranten gesehen hatten. Wir haben aber immer an die Chance geglaubt. Das könnte unsere Stärke sein.

Für den Fall, dass Sie sich am Samstag gegen Wolfs­burg den Klas­sen­er­halt sichern. Wie wird gefeiert?
Wenn wir uns dar­über vor dem Spiel zu viele Gedanken machen, brau­chen wir nach dem Spiel garan­tiert nicht ans Feiern gehen.