Yunus Malli, Ihre Mann­schaft hat am ersten Spieltag zuhause gegen Auf­steiger Ingol­stadt ver­loren. Wie wirkt sich das auf die Auf­bruch­stim­mung zu Sai­son­start aus?
Natür­lich ist das nicht der Sai­son­start, den wir uns vor­ge­stellt haben. Aber es gilt, das Spiel abzu­haken – am Sonntag geht es weiter, da können wir schon einige Dinge besser machen.

Wie lässt man sich von so einem Rück­schlag nicht demo­ti­vieren?
Es war jetzt ja auch nur ein Spiel. Wir wären gerne mit drei Punkten gestartet, aber im Pro­fi­fuß­ball hat man nicht die Zeit, sich ewig den Kopf dar­über zu zer­bre­chen. Man muss vom ersten Trai­ning an wieder Gas geben, damit es beim nächsten Spiel eben besser wird.

Hat das Team die Abgänge von Johannes Geis und Shinji Oka­zaki noch nicht ver­kraftet?
Es ist mitt­ler­weile normal geworden, dass Leis­tungs­träger den Verein ver­lassen. Klar waren das zwei sehr gute Spieler, die unser Spiel in den letzten Jahren geprägt haben. Aber so ist das nun einmal. Dafür haben wir gut ein­ge­kauft und diese Saison eine gute Truppe.

Sie sind seit 2011 in Mainz und haben letzte Saison eine starke Rück­runde gespielt. Sehen Sie sich nach Ihrer Ver­trags­ver­län­ge­rung in einer Füh­rungs­rolle und in der jet­zigen Situa­tion beson­ders gefor­dert?
Stimmt, das ist eine Auf­gabe, die ich annehmen will: den Spie­lern zu helfen, vor allem den neuen. Ich bin zwar nie­mand, der große Töne spuckt und rum­schreit, aber das muss auch nicht sein. Es geht darum, Hil­fe­stel­lungen zu geben und in meiner Spiel­weise noch mehr Ver­ant­wor­tung zu über­nehmen. Gleich­zeitig will ich mich aber selber wei­ter­ent­wi­ckeln, meine Leis­tung bringen und kon­stanter werden.

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Andere Fuß­ball­profis bespaßen ihre Fans in der Som­mer­pause auf Insta­gram mit Fotos aus dem Luxu­s­ur­laub, von Ihnen sind solche Posts nicht zu sehen. Sind Sie privat eher ein ruhiger Typ?
Naja, auch ich mache Strand­ur­laub im Hotel! Als gläu­biger Muslim habe ich mich aber zum Bei­spiel in der letzten Win­ter­pause dazu ent­schieden, eine Pil­ger­reise nach Mekka zu unter­nehmen. Das gehört zu meiner Reli­gion und das habe ich genossen. Des­wegen sehe ich mich aber nicht in einer beson­deren Rolle.

Ist so etwas trotzdem eine Erfah­rung, die einen als Fuß­baller wei­ter­bringt?
Das weiß ich nicht. Ich habe das ganz ein­fach für mich als Pri­vat­person gemacht, für meinen Glauben, für meinen Kopf. Um abzu­schalten und die welt­li­chen Dinge auch einmal zur Seite zu stellen. Das hat mir gut getan und die Rück­runde lief dann ja nicht schlecht. Es war auf jeden Fall eine gute Ent­schei­dung und ich würde es gerne noch einmal machen. Mal gucken, wann es wieder soweit ist.

Welche Rolle nehmen Sie in der Mann­schaft ein?
Ich strahle eine gewisse Ruhe aus, die anderen Spie­lern Sicher­heit geben kann. Auch von der Spiel­weise kann man Ver­ant­wor­tung über­nehmen: Indem man immer an den Sieg glaubt, egal bei wel­chem Spiel­stand, indem man die Team­kol­legen mit der eigenen Spiel­weise moti­viert und zeigt, dass es wei­ter­geht, wenn es schlecht läuft. Mann­schaft­lich zählt das Gesamt­paket: Wir haben genug Spieler, die auf dem Platz den Ton angeben, etwas rein­schreien und ein biss­chen lauter werden, wenn es sein muss. Da muss ich das nicht auch noch tun.