Seite 3: Ferguson war der Chef

Fer­guson war für seinen Jäh­zorn bekannt. Hat er nie einen Schuh nach Ihnen geworfen, so wie früher nach David Beckham?
Nein, aber er konnte richtig los­le­dern, davor war nie­mand gefeit. In sol­chen Momenten war es besser, nichts zu sagen. Aber auf der anderen Seite dau­erte es meist nicht lange, bis das Ganze wieder ver­gessen war. Abge­sehen davon war und ist er ein großer Gen­tleman.

Was hat er sonst noch anders gemacht?
Wie er die Gruppe geführt hat, war phä­no­menal. Da waren all die Stars, Wayne Rooney, van der Saar, Giggs, Scholes, aber er hat sich nie die Zügel aus der Hand nehmen lassen. Er war der Chef, da gab es nicht den geringsten Zweifel. So hatte er es über Jahr­zehnte gehand­habt. Jahr­zehnte! Im Fuß­ball! Immer hatte er bei United große Mann­schaften mit großen Spie­lern. Für mich ist er einer der besten Trainer aller Zeiten.

Sie sind danach zu Real Madrid gewech­selt. Dafür wurden Sie in Mexiko kri­ti­siert, weil abzu­sehen war, dass es dort für Sie schwer werden würde. Was hat Sie bewegt, trotzdem dorthin zu wech­seln?
Der gleiche Grund wie bei meinem Wechsel zu United. Wenn Real Madrid anfragt, lehnst du nicht ab. So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben.

Man­chester, Real – Lever­kusen gilt nicht unbe­dingt als Klub dieser Grö­ßen­ord­nung. Warum haben Sie sich dafür ent­schieden?
Mir hat impo­niert, wie sehr mich die Ver­ant­wort­li­chen hier haben wollten. Ich spürte, man baut auf mich. Das ist ein ganz wich­tiges Gefühl, dass ich zuvor länger schon nicht mehr hatte, aber brauche, um mich wohl zu fühlen.

Die sport­liche Ver­schlech­te­rung nahmen Sie also bewusst in Kauf?
Lever­kusen ist ein Klub, der regel­mäßig in der Cham­pions League spielt. Das war mir wichtig. Dieses Jahr stehen wir erneut im Ach­tel­fi­nale. Ich bin trotz der Situa­tion in der Bun­des­liga zufrieden.