Robert Enke, wie lebt es sich mit neun Hunden, zwei Katzen und einem Pferd?

Was soll ich machen? Meine Frau liebt Tiere (lacht). Nein, im Ernst: es lebt sich gut.



Sie bewohnen zusammen mit Ihrer Frau Teresa und den Tieren ein altes Fach­werk­haus in der Nähe von Han­nover. Ein nicht gerade typi­scher Lebens­ent­wurf für einen Fuß­ball­profi.

Zumin­dest ent­spricht es nicht dem Kli­schee. Einige Zeit wohnten wir sogar mit dem Künstler Jac­ques Gass­mann zusammen, der zuvor in dem Haus lebte. Als wir ein­zogen, ver­ein­barten wir mit ihm, dass er noch eine Weile bleiben durfte, um seinen Umzug in Ruhe orga­ni­sieren zu können.

Sie lebten in einer WG?


Sozu­sagen – inklu­sive Anschluss an seinen Lyrik- und Künst­ler­kreis. Einmal rief meine Schwie­ger­mutter an und sagte: Ach, das ist ja schön, dass heute Abend bei euch eine Ver­nis­sage ist.“ Wir waren ziem­lich über­rascht, denn Jac­ques hatte uns davon gar nichts erzählt (lacht). Ins­ge­samt war es eine sehr inter­es­sante Erfah­rung, mit chao­ti­schen Momenten, aber viel Charme.

Inwie­weit iden­ti­fi­zieren Sie sich eigent­lich mit dem Beruf Fuß­ball­profi“?


Mir macht der Beruf eine Menge Spaß, aber das Drum­herum und die medialen Begleit­erschei­nungen sind natür­lich gewöh­nungs­be­dürftig. Mir tut es fast schon kör­per­lich weh, wenn ich wieder lesen muss, wie irgend­einer meiner Kol­legen in der Zei­tung durchs Dorf getrieben wird. Auf der anderen Seite ver­dient man als Fuß­ball­profi viel Geld – und des­wegen muss man es viel­leicht abkönnen, wenn wieder irgendein Mist über dich geschrieben wird.

Sie haben dadurch auch im nor­malen Leben eine Son­der­stel­lung.


Wenn man einmal am Pro­fi­fuß­ball geschnup­pert und dieses Leben genossen hat, will man das nicht wieder her­geben. Man sollte sich aber immer wieder ver­deut­li­chen, dass es zum Bei­spiel nicht normal ist, wenn du zum Arzt gehst und gleich behan­delt wirst, wäh­rend andere drei, vier Wochen auf einen Termin warten müssen.

Ist das ein Traum, den Sie gerade leben?


Nein, das ist mein Leben. Ich bin kein Träumer. Ich musste immer viel dafür tun und auf vieles ver­zichten. Sieht man nur den nor­malen Trai­ningstag, arbeite ich wesent­lich weniger als der Nor­mal­sterb­liche. Aber dafür bin ich auch am Wochen­ende viel unter­wegs, habe weniger Zeit für meine Frau.

Sie sagten einmal: Es wird schon einen Sinn gehabt haben, dass der Enke mal einen auf den Deckel gekriegt hat.“


Das habe ich gesagt, als ich nach einem halben Jahr Arbeits­lo­sig­keit in der zweiten spa­ni­schen Liga bei CD Tene­riffa auf der Ersatz­bank saß.


Das liegt nun gut vier Jahre zurück. Können Sie uns heute die Bedeu­tung erklären?


Es ging immer bergauf. Ich bin von Carl Zeiss Jena zu Borussia Mön­chen­glad­bach gewech­selt, von dort zu Ben­fica Lis­sabon, dann zum FC Bar­ce­lona – und plötz­lich gab es diesen sehr hef­tigen Rück­schlag, der sich über ein­ein­halb Jahre zog: ich wurde in Bar­ce­lona aus­ge­mus­tert, aus Istanbul floh ich, nachdem man mich im ersten Spiel mit Fla­schen und Feu­er­zeugen bewarf, danach war ich ein halbes Jahr ohne Verein. Als ich nach Tene­riffa kam, ergab diese Lei­dens­zeit sehr schnell einen Sinn. Wenn man so eine Phase hinter sich gebracht hat, erkennt man plötz­lich wieder das Schöne am Pro­fi­da­sein.

Sie meinen die Aner­ken­nung?


Nein, mir fehlte ein­fach der Alltag. Früh auf­stehen und sich auf das Trai­ning freuen, Mit­glied einer Mann­schaft sein oder ein­fach nur Flachs in der Kabine. Solche kleinen Momente habe ich wieder zu schätzen gelernt. Tene­riffa war für mich wie eine Kur.

Muss man als Pro­fi­fuß­baller einmal diese Tal­fahrt mit­ge­macht haben, um ein wirk­lich her­aus­ra­gender Spieler zu werden?


Viel­leicht. Wobei das Tal, das ich durch­schritten habe, ein sehr tiefes war. Das war keine Krise, wie sie jeder Tor­wart mal erlebt, wenn er fünf oder sechs Mal daneben greift. Es hatte etwas Exis­ten­zi­elles.

Sie befürch­teten nach der Ver­trags­auf­lö­sung bei Fener­bahçe Istanbul, nie wieder einen Verein zu finden?


Ich steckte in einer Schub­lade, aus der ich fast nicht wieder her­auskam. Die Trainer von anderen Ver­einen fragten sich damals sicher­lich: Tickt der noch ganz richtig?“.

Wann bekamen Sie die Folgen zu spüren?


Im Januar 2004 hätte ich einen neuen Ver­trag unter­schreiben können, doch es kamen nur Ange­bote aus Den Haag, vom FC Kärnten und eben das aus Tene­riffa. Zu der Zeit drohte ich, in der Ver­sen­kung zu ver­schwinden.

Waren Sie zu sen­sibel für den Pro­fi­fuß­ball?


Die Flucht aus Istanbul war nicht pro­fes­sio­nell (über­legt). Es hätte ver­mut­lich viel­mehr dem Begriff Fuß­ball­profi“ ent­spro­chen, wenn ich mich damals bei Fener­bahçe oder auch beim FC Bar­ce­lona auf die Bank gesetzt, das Geld genommen hätte und wieder gegangen wäre.

Das wider­strebte Ihnen?


Wenn man nicht die not­wen­dige Leis­tung bringen kann, weil man sich in dem Land nicht wohl fühlt und weil man mit dem Kopf ganz woan­ders ist, sollte man sich über­legen, ob man das noch will. Ich hatte außerdem eine Ver­ant­wor­tung gegen­über dem Verein. Ich habe Fener­bahçe die Mög­lich­keit gegeben, schnellst­mög­lich einen neuen Tor­wart zu ver­pflichten. Das haben sie nicht gemacht. Und sind trotzdem Meister geworden. Ich somit auch (lacht).

Hatten Sie Angst, in Istanbul als Mensch psy­chisch zu zer­bre­chen?


Nicht nur das. Es hätte auf­grund des Fana­tismus in der Türkei wirk­lich gefähr­lich für mich werden können. Es gibt ja durchaus Spieler in ähn­li­chen Situa­tionen, die abends tod­un­glück­lich nach Hause kommen, sich mor­gens aus dem Bett quälen und ver­su­chen, das halbe Jahr irgendwie über die Bühne zu bringen. Ich konnte das nicht.

Inwie­fern hat Sie diese Zeit geprägt?


Die Erfah­rung in Istanbul war sicher­lich ein Wen­de­punkt in meinem Leben – genauso wie der Tod meiner Tochter vor zwei Jahren. Des­wegen hat Fuß­ball heute für mich eine andere Bedeu­tung als früher: Er ist immer noch ein zen­traler Punkt in meinem Leben, steht aber nicht mehr über allem.

Sie sind gelas­sener geworden.


Ich ärgere mich immer noch, wenn ich ein Spiel ver­liere. Vor ein paar Jahren habe ich mir dadurch aber die ganze Woche ver­sauen lassen, jetzt sind es nur noch zwei Tage.

Vor Ihrer Tal­fahrt spielten Sie drei Jahre lang für Ben­fica Lis­sabon, dem nach Mit­glie­der­zahlen größten Klub der Welt. Sie ver­schwanden den­noch aus dem Blick­feld des DFB.

Damals war mir die Natio­nal­mann­schaft egal. Ich war die Nummer vier oder fünf und habe mir keine großen Hoff­nungen gemacht. Außerdem musste ich akzep­tieren, dass die por­tu­gie­si­sche Liga immer noch zu den kleinen“ Ligen in Europa zählt. Erst wäh­rend den Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen zur EM in Por­tugal spe­ku­lierte ich auf eine Nomi­nie­rung. Des­halb nahm ich das Angebot aus Bar­ce­lona sofort an.

Wie schätzten Sie sich in diesen Jahren selbst ein?


Ich wusste immer, dass ich gut genug bin, um in der Natio­nal­mann­schaft zu spielen. Doch wenn ich das damals gesagt hätte, wäre ich für ver­rückt erklärt worden. Ich saß vor der EM 2004 in Tene­riffa schließ­lich nur auf der Ersatz­bank.

Dort wo Jens Leh­mann vor der EM 2008 auch saß.


Es war schon eine unge­wöhn­liche Situa­tion, dass Jens Leh­mann spielen durfte, obwohl er bei Arsenal nur Ersatz war. Da er aber alle wich­tigen Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiele im Tor stand, war klar, dass er auch bei der EM dort stehen würde.

Offen ist hin­gegen, wer nun die Nach­folge von Jens Leh­mann antreten darf. Klins­mann ging davon aus, dass ein Kon­kur­renz­kampf auf der Tor­hü­ter­po­si­tion för­der­lich ist. Ist er das wirk­lich?
Das kommt auf den Tor­wart­typen an. Einige finden es besser, einer Kon­kur­renz­si­tua­tion aus­ge­setzt zu sein, andere brau­chen die Sicher­heit der Nummer Eins.

Und Sie?


Ich brauche keine Kon­kur­renz­si­tua­tion.

Son­dern?


Ich brauche Ver­trauen. Für mich ist es sehr wichtig, dass mir Mann­schaft und Trainer das Gefühl ver­mit­teln: Mit dir im Tor kann uns nicht viel pas­sieren.

Wie gehen Sie also mit dem Kon­kur­renz­kampf in der Natio­nal­mann­schaft um?


Dort gab es ja diesen Zwei­kampf bisher noch nicht. Ent­weder René Adler war ver­letzt oder ich. De facto ist es so: Jeder, der spielen kann, will auch spielen. Aber man sollte immer den nötigen Respekt zeigen.

Sie spielen auf die Kahn/­Leh­mann-Fehde an. Haben Sie daraus gelernt?


Viel­leicht kommt die ja noch, wer weiß? (lacht) Nein, René und ich haben ein sehr kol­le­giales Ver­hältnis. Wir wissen beide, was Respekt bedeutet und wie man sich zuein­ander ver­hält. Dazu gehört für mich nicht, dass man einen Kon­tra­henten öffent­lich zur Minna macht. In der Kahn/­Leh­mann-Zeit gab es viele Äuße­rungen, die unnötig waren und weder dem einen noch dem anderen geholfen haben.

Sie sehen René Adler als Ihren größten Kon­kur­renten an?


Wir haben in der Bun­des­liga beide unsere Leis­tungen gebracht. Ich denke, wir haben es uns ver­dient, die Aus­er­wählten zu sein, die die ersten Spiele nach Jens Leh­mann bestreiten.

Einige Natio­nal­spieler erzählten, dass René Adler nach den Trai­nings­ein­heiten wäh­rend der EM ständig kaputt“ und beim Tor­wart­trai­ning an der Grenze“ gewesen sei. Fast täg­lich habe er sich von Phy­sio­the­ra­peuten und Ärzten behan­deln lassen müssen. Ist es Ihnen auch so ergangen?


Nein. Es mag schon so sein, dass das Trai­ning von René Adler eine andere Inten­sität hatte als das Trai­ning eines Jens Leh­mann, auf den das Tor­wart­trai­ning natür­lich abge­stimmt war. Aber ich bin weit davon ent­fernt, das zu bewerten.

Was unter­scheidet eigent­lich die Tor­hüter Enke und Adler?


Nicht viel. Auf diesem Tor­hü­ter­ni­veau gibt es mit Sicher­heit Unter­schiede, aber die sind sehr klein. Es gibt Bereiche, in denen René Vor­teile hat und andere, in denen ich mich besser sehe.

Und die Unter­schiede zu Ihren Vor­gän­gern Köpke, Kahn und Leh­mann?


Da fehlt mir noch einiges. Diese Tor­hüter haben etliche Län­der­spiele mehr, sind Europa- oder Welt­meister geworden. Wir können uns gerne noch mal unter­halten, wenn ich 2010 im Tor gestanden habe und wir den Titel geholt haben.

Köpke, Kahn und Leh­mann erlebten ihre Hoch­phase im Natio­nal­trikot erst jen­seits der 30. Wie wichtig sind Reife und Erfah­rung für einen Natio­nal­tor­wart?


Natür­lich ist Reife wichtig, ganz klar. Ich denke auch, dass das ideale Tor­hü­ter­alter mit 29 beginnt. Das beste Bei­spiel ist Edwin van der Saar. Der ist mitt­ler­weile 38 und hält immer noch phä­no­menal.

Warum?


Man spielt mit den Jahren weniger für die Galerie. Heute finde ich es gut, wenn ich 90 Minuten wenig zu tun habe. Früher habe ich gehofft, dass viele Bälle aufs Tor kommen, damit ich glänzen kann. Und wenn wir 0:2 ver­loren haben, ich aber super gehalten habe, war ich trotzdem zufrieden. Das ist heute ganz anders.

Was unter­scheidet den 31-jäh­rigen Enke von dem 21-jäh­rigen Enke?


Früher legte ich mich in Eins-gegen-Eins-Situa­tionen schnell auf den Boden, ich machte es den Stür­mern unglaub­lich ein­fach. Als ich zu Bar­ce­lona kam, merkte ich, wie ein­fach mich diese Top­stürmer aus­gu­cken konnten. Ich spe­ku­lierte viel zu häufig. Dabei ist es gerade in sol­chen Situa­tionen wichtig, so lange wie mög­lich stehen zu bleiben, sich groß zu machen. Damals sah ich auch, dass ich noch nicht so weit war, wie ich glaubte.

Können Sie sich an einen Fehler seit Ihrer Rück­kehr in die Bun­des­liga erin­nern?


Von mir? An keinen. (lacht) Es gibt sicher­lich Gegen­tore, bei denen hätte ich anders reagieren können – aber krasse Tor­wart­fehler … (über­legt) Mann, bin ich gut! (lacht)

Mit anderen Worten: Es gibt keine Tor­wart­fehler.


Viele Leute sehen oft­mals nicht, dass der Ball im letzten Moment ent­schei­dend die Rich­tung ändert, zum Bei­spiel, wenn der Ball stark ange­schnitten ist. Wenn man den durch­rut­schen lässt, sieht das im ersten Moment aus wie ein grober Tor­wart­fehler – es ist aber keiner.

Ein schmaler Grat für Andreas Köpke, den bes­seren Tor­wart aus­zu­ma­chen.


Es ist in sol­chen Situa­tionen wich­tiger, wie man mit diesem Fehler umgeht, wie schnell man sich wieder auf das Spiel kon­zen­trieren kann und nicht die Nerven ver­liert.

René Adler hat Sie nun nach Ihrer Ver­let­zung ver­treten – und wurde in den Medien zur neuen Nummer Eins gemacht.


Man bleibt immer auf der Strecke, wenn man ver­letzt ist und nicht spielen kann. Eine Beur­tei­lung seiner Leis­tung werde ich mir aber nicht abringen lassen.

Auch nicht zu dem Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Russ­land?


Der Kom­men­tator fand für die Aktionen von René ja kaum noch Worte … (über­legt). René hat eine gute Partie gespielt, aber zu dem Kom­mentar fehlten mir ganz ehr­lich auch die Worte.

Vor zwei­ein­halb Jahren sagten Sie in einem Inter­view: Man lernt mit den Jahren die Presse aus­zu­tricksen. Man erzählt viel und sagt nichts.“

In der Tages­presse ist es oft so, dass man seine ehr­liche Mei­nung nicht preis­geben kann. Man bekommt sie post­wen­dend um die Ohren gefeuert, wenn sie nicht der all­ge­meinen Stim­mung ent­spricht.

Was würden Sie denn als Jour­na­list anders machen?
Die Inter­views direkt nach dem Spiel abschaffen?

Die gehören ein­fach dazu, obwohl ich nach dem Spiel auch immer fast das­selbe sage. Ich habe eine Phrase für einen glück­li­chen Sieg, eine für einen ver­dienten Sieg, eine für ein glück­li­ches Unent­schieden, eine für ein ver­dientes Unent­schieden und das gleiche für eine Nie­der­lage. Was willst du da auch tief­schür­fend ana­ly­sieren? Was ich anders machen würde: Ich würde immer ver­su­chen, die Spieler richtig zu zitieren.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Medi­en­prä­senz anders ist als die eines Oliver Kahn, weil Sie in Han­nover und nicht beim FC Bayern spielen?


Viel­leicht.

Über einen Wechsel denken Sie nicht nach?


Von Joa­chim Löw oder Andreas Köpke habe ich noch keinen Wink bekommen, dass es gut wäre, den Verein zu wech­seln.

Und wenn dieser Wink käme?


Dann würde ich intensiv dar­über nach­denken. Ich habe den Leuten hier in Han­nover nie ver­spro­chen, dass ich fünf Jahre bleibe – und jetzt bin ich in meiner fünften Saison. Momentan gibt es aber kei­nerlei Kon­takte zu anderen Ver­einen. Wenn ich wieder gesund bin, werde ich mir dar­über aber sicher­lich Gedanken machen.

Walter Jung­hans, heute Tor­wart­trainer beim FC Bayern, kennen Sie seit Ihrer Zeit bei Ben­fica Lis­sabon. Wie ist heute Ihr Kon­takt?


Aha, Sie nähern sich durch die Hin­tertür (lacht). Wir tele­fo­nieren alle zwei, drei Monate mal. Da geht es zwar auch um Bayern Mün­chen, aber nicht um einen Wechsel.

Sie sind 31. Viel Zeit bleibt Ihnen nicht mehr, Deut­scher Meister zu werden.


Die Zeit im Pro­fi­fuß­ball rast, das stimmt. Natür­lich mache ich mir Gedanken dar­über, ob ich viel­leicht noch einmal zu einem Verein gehe, der um die vor­deren Plätze mit­spielen kann. Ich möchte gerne mal einen Titel gewinnen. Des­wegen gebe ich auch bei Han­nover 96 jedes Jahr mein Ziel aus: DFB-Pokal-End­spiel in Berlin.

Im Sommer 2010 könnten Sie sogar Welt­meister werden.

Ich weiß nicht, was bis dahin pas­siert. Den Vor­teil, den ich vor zwei Monaten hatte, habe ich ver­loren, den hat René Adler. Für mich geht es bis zur Welt­meis­ter­schaft darum, diesen Vor­teil zurück­zu­holen. Das wird schwer genug. Aber die Mög­lich­keit besteht.

Würden Sie nicht sagen: Robert Enke ist die Gegen­wart, René Adler gehört die Zukunft?


Die Gegen­wart hat momentan einen roten Gips an. Ich hoffe, dass es ab Februar 2009 diesen rich­tigen Zwei­kampf zwi­schen René Adler und mir gibt, den es bisher nicht gab. Und dann soll in Süd­afrika der­je­nige im Tor stehen, der es mehr ver­dient.

Würden Sie sich auf die Bank setzen?


Ver­mut­lich. Ein­fach, weil es ein Rie­se­n­er­eignis wird – es wäre meine erste WM. Ich werde aller­dings alles dafür tun, dass es nicht so kommt.

Und das ist Ihr Traum?


(lacht) Wenn Sie das schreiben wollen, bitte. Es ist mein Traum, ja.