Peter Hyballa, wie haben Sie das Ende bei NEC Nij­megen ver­kraftet?
Für mich war das Ganze nicht so ein­fach. NEC war eine abso­lute Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Das ist mein Mut­ter­land. Die Mann­schaft war unheim­lich jung. Der Verein war aller­dings finan­ziell schwach auf­ge­stellt. Nach der Ent­las­sung fährt man etwas runter, aber ver­einslos zu sein ist immer scheiße. Du bist immer auf Abruf. Das ist ätzend, nicht zu wissen wann es wei­ter­geht.

Sie haben trotzdem genug zu tun. Sie schreiben Bücher. Wie sind Sie dazu gekommen?
Mein erstes Buch war zugleich meine Magister-Arbeit. Der Titel lau­tete Mythos Nie­der­län­di­scher Nach­wuchs­fuß­ball“. Hans-Dieter te Poel, eben­falls Trainer und ein enger Freund von mir, wollte das Manu­skript haben. Kur­zer­hand haben wir die Arbeit dann ver­öf­fent­licht.

Welche Idee steckt hinter Ihren Büchern?
Trainer wollen neue Spiel­formen und Übungen haben, die biete ich an. Ich ver­suche mög­lichst kreativ bei den ein­zelnen Übungen zu sein. Ich erkläre dann, wel­chen Sinn und Zweck die Ein­heit haben soll. Es sind im End­ef­fekt Lehr­bü­cher. Hans-Dieter te Poel kommt mehr aus der Wis­sen­schaft. Er lässt die neusten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nisse ein­fließen. Die Trainer sollen etwas Hand­festes haben. Dadurch sind die Bücher etwas dicker geworden. Doch an einem Trai­nings­buch kannst du dich kaputt lesen. Es bietet immer neue Reize für das Trai­ning.

Welche Punkte dürfen in einem Trai­nings­buch nicht fehlen?
Das Thema kann vari­ieren. Doch die Bereiche Technik, Taktik, Kon­di­tion und Men­ta­lität decke ich immer ab. Das Thema Dribb­ling umfasst eben auch Mut und soziale Ebenen. Du musst den Mut haben, ins Dribb­ling zu gehen. Das Ganze kann auch tak­tisch ange­ordnet werden: Wenn der 6er in den Raum zieht, kann der Innen­ver­tei­diger andrib­beln. Ich ver­suche ver­schie­dene Bereiche zu kom­bi­nieren. Eine Glie­de­rung im Sinne von Ein­lei­tung, Haupt­teil, Schluss fehlt bei mir. Im Fuß­ball­spiel kann ebenso alles auf einmal pas­sieren. Ich arbeite dabei mit ver­schie­denen Spiel­re­geln. Varia­ti­ons­trainer ist das Zau­ber­wort. Ich bin ein Kiosk, der ver­schie­dene Scho­ko­laden anbietet. Der Spieler muss dann wählen. Wie viele Scho­ko­laden im Angebot sind, ent­scheidet der Trainer alleine.

Welche Alter­na­tive gibt es zum Varia­ti­ons­trainer?
Es gibt Trainer, die haben ein festes Reper­toire. Die machen die glei­chen zehn Übungen über ein Jahr hinweg. Dadurch soll ein Auto­ma­tismus ent­stehen. Ich bin aber Varia­ti­ons­trainer. Meiner Mei­nung nach bist du damit auf der rich­tigen Seite.