Marvin Ste­fa­niak, stimmt es, dass Sie auf der Bus­fahrt zum Spiel nicht ruhig sitzen bleiben können?
Ich bin schon immer ein Spaß­vogel gewesen und bin daher vor einem Spiel auch eher locker drauf, mache mir nicht zu viele Gedanken. Wenn es aber auf dem Platz drauf ankommt, dann bin ich fokus­siert und kon­zen­triert. 

Ist die Stim­mung schlechter im Bus, seit Sie Ihren Wechsel nach Wolfs­burg ange­kün­digt haben?
Über­haupt nicht. Die Mann­schaft hat meine Ent­schei­dung voll und ganz akzep­tiert und freut sich, dass ich es aus Dynamos Auf­stiegs­mann­schaft in die Bun­des­liga geschafft habe. 

Hatten Sie Angst vor der Reak­tion Ihrer Team­kol­legen?
Nein. Mir war klar, dass sie meine Ent­schei­dung ver­stehen. Aber ich hatte Respekt vor der Reak­tion unserer Fans im Sta­dion. Ich hatte Angst, dass sie mich nicht ver­stehen und mich aus­pfeifen oder nicht mehr Fuß­ball­gott“ rufen, wenn die Auf­stel­lung im Sta­dion ver­lesen wird. Aber zum Glück haben die Fans positiv reagiert. Ich habe Dynamo sehr viel zu ver­danken, aber ich habe schließ­lich auch sehr viel zurück­ge­geben.

Was bedeutet es Ihnen, dass die Fans Sie Fuß­ball­gott“ nennen?
Es pusht mich sehr, dass ich bereits mit 21 Jahren so gerufen werde. Ich bin unseren Fans sehr dankbar, dass sie mein fuß­bal­le­ri­sches Talent erkennen und mich dabei unter­stützen. Was Bes­seres als die Dynamo-Fans kann man in Deutsch­land nicht haben. 

In Wolfs­burg werden Sie auf eine weniger emo­tio­nale Fan­szene treffen.
Das ist mir bewusst. Aber ich hoffe, Ihnen ist auch bewusst, dass Wolfs­burg in der ersten Liga spielt. Das ist eine Chance, die ich mir nicht ent­gehen lassen will. Da sind die Emo­tio­na­lität und Größe einer Fan­szene letzt­lich nicht aus­schlag­ge­bend. Ich kann jetzt meinen Traum von der Bun­des­liga ver­wirk­li­chen, und das war schon immer mein Ziel.