1.
Hartwig Pie­pen­brock & Sieg­fried Mel­tzig

Mit einem Haupt­schüler rede ich nicht“, pol­terte Osna­brücks Trainer Sieg­fried Melzig 1977. Gemeint war der eigene Prä­si­dent, Hartwig Pie­pen­brock, dessen Reak­tion nicht lang auf sich warten ließ: Herr Melzig, Sie sind fristlos beur­laubt.“ Melzig, stolzer Besitzer eines Abiturs, schrie: Das will ich schrift­lich.“ Bekam er.

2.
Fried­helm Runge & Werner Kasper

Weih­nachts­feste sind die letzte Bas­tion des Rock´n Roll im modernen Pro­fi­fuß­ball.
Der Wup­per­taler Trainer Werner Kasper war nicht gerade ein Fan großer Sauf­ge­lage und ver­ließ die Fei­er­lich­keiten seines Ver­eins 2004 bereits um viertel nach zehn stock­nüch­tern. Eine Tat­sache, die Klub­chef Fried­helm Runge über­haupt nicht gefiel: Das ist nicht eben ein Zei­chen gren­zen­loser Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Verein“, fand der Prä­si­dent. Und feu­erte Kasper prompt.

3. 
Fried­helm Runge & Uwe Fuchs

Enger zusammen standen Runge und Kas­pers Nach­folger Uwe Fuchs. Als der Wup­per­taler SV bei einer Jah­res­haupt­ver­samm­lung die von Runge initi­ierte Umbe­nen­nung des Ver­eins­na­mens in SV Borussia Wup­pertal durch­setzen wollte, traf er auf eine Menge Wider­stand sei­tens der Fans. Die hätten den alten Namen gerne behalten und ver­wiesen auf die Tra­di­tion des Ver­eins. Rhe­to­risch feh­ler­frei sprang Fuchs seinem Prä­si­denten zur Seite: Wohin zu viel Tra­di­tion führen kann, sieht man im Nahen Osten. Dort werden Bot­schaften ange­zündet.“

4. 
Mohamed Al Fayed & Mark Hughes

Das Gelächter war groß, als Fulham Prä­si­dent Mohamed Al Fayed mit den Plänen um die Ecke kam, eine rie­sige Michael Jackson Statue vor dem Craven Cot­tage zu errichten. Trainer Mark Hughes zeigte sich loyal: Wir sollten seine Motive nicht hin­ter­fragen, immerhin hat er viel für den Klub getan und eine per­sön­liche Bezie­hung zu Michael Jackson.“ Die per­sön­liche Bezie­hung des Pop­stars zum Verein will sich aller­dings nicht ganz erschließen, ver­irrte sich Jacko“ doch nur ein Mal zu einem Heim­spiel der Cot­ta­gers. Der Prä­si­dent selbst zeigt sich wenig emp­fäng­lich für Kritik: Mir ist egal, was die Fans denken. Wem das nicht gefällt, soll zur Hölle fahren.“

5. 
Jesús Gil y Gil & Rest der Welt

Von 1987 bis 2003 war Jesús Gil y Gil Prä­si­dent von Atlé­tico Madrid. Wäh­rend seiner 16-jäh­rigen Amts­zeit schaffte er es, 26 ver­schie­dene Trainer zu beschäf­tigen. Erst mit 70 Jahren quit­tierte er den Dienst, die Begründung:„Ich bin jetzt alt, und es gibt so viele Dilet­tanten, die mich kri­ti­siert haben. Das muss ich mir nicht mehr antun.“

6. 
Cris­toph Daum & Dietmar Art­zinger-Bolten

Über Chris­toph Daums uner­war­tete Ent­las­sung beim 1.FC Köln 1990 herrscht noch immer Unklar­heit. Effzeh-Prä­si­dent Dietmar Art­zinger-Bolten fuhr extra nach Ita­lien, um der über­raschten Presse Daums Ent­las­sung mit­zu­teilen. Erst zehn Jahre später, im Zuge der Kokain-Affäre, trat er noch einmal nach:„ Ich fühle mich in meiner Ent­schei­dung bestä­tigt, daraus können Sie Ihre Schlüsse ziehen.“

7. 
Günter Eich­berg & Udo Lattek

Der Schalker Mäzen Günter Eich­berg zählt zu den schil­lerndsten Prä­si­denten der Bun­des­li­ga­ge­schichte. Um Udo Lattek als Trainer zu ver­pflichten, machte der Schalker Son­nen­könig Lattek ein Angebot, das dieser sehr wohl ablehnen konnte: Udo, dein Gehalt bezahlen wir nach einem ein­fa­chen Modell: Du bekommst für jeden Zuschauer im Park­sta­dion eine Mark aus­ge­zahlt.“ Lattek lehnte dan­kend ab, Eich­berg ver­bes­serte sein Angebot und der ehe­ma­lige Mün­chener lan­dete doch noch auf Schalke.

8. 
Jean Löring & Toni Schuh­ma­cher

Prä­si­dent Jean Löring von For­tuna Köln brachte es 1999 fertig, den völlig per­plexen Trainer Toni Schuh­ma­cher, beim Spiel gegen Waldhof Mann­heim in der Halb­zeit­pause zu feuern. Frei nach Ludwig dem 14. argu­men­tierte Löring vor einem Jour­na­listen: Ich als Verein musste han­deln.“

9. 
Vicente Pastor & Angel Pedraza

Noch etwas schneller als bei Löring und Schuh­ma­cher ging es beim spa­ni­schen Dritt­li­gisten CD. Der Prä­si­dent Vicente Pastor gab dem Coach Angel Pedraza vor dem Spiel gegen die zweite Mann­schaft des FC Bar­ce­lona die Anwei­sung, seine Startelf noch einmal zu über­denken. Als dieser sich wei­gerte zu reagieren, wurde er kur­zer­hand gefeuert. Die Spie­lern, die beim Auf­wärmen von der Ent­las­sung erfuhren, reagierten unbe­ein­druckt: Ben­i­dorm gewann mit 2:0.

10. 
Peter Maaßen & Peter Maaßen

Es ist bekannt, dass man sich selbst am Nächsten steht und so wollte auch Peter Maaßen nicht auf fremde Hilfe ange­wiesen sein. 35 Jahre lang war der KFZ-Groß­händler, den alle nur Pascha“ nannten, Trainer, Prä­si­dent und Betreuer bei Rot-Weiß Ober­hausen. Mit beschei­denem Erfolg: am Ende seiner Amts­zeit war der Klub der­maßen pleite, dass es nicht einmal mehr reichte, den Spie­lern das Essen im Trai­nings­lager zu bezahlen.