Felix Kroos, das Schöne an der Ice­bu­cket Chal­lenge“ ist doch, zu sehen, wel­cher Promi mit wel­chem Promi befreundet ist. Sie haben neben Ihrem Berater Volker Struth den Rapper Jan Delay und Per Mer­te­sa­cker nomi­niert. Wie kommt´s?
Mit Jan Delay habe ich per­sön­lich nichts zu tun, aber ich weiß ja, dass er Werder-Fan ist. Bis­lang kam da aller­dings noch keine Reak­tion. Und mit Per Mer­te­sa­cker bin ich befreundet, seit wir zwi­schen 2010 und 2011 gemeinsam in Bremen gespielt haben.

Wie kam diese Freund­schaft zustande?
Wir haben schnell gemerkt, dass wir in vielen Dingen auf einer Wel­len­länge liegen, ich denke auch, dass wir recht ähn­liche Cha­rak­tere sind.

Hat er bereits auf Ihre Nomi­nie­rung reagiert?
Noch am selben Abend schickte er mir eine Nach­richt.

Was stand drin?
Was das denn bitte schön solle? (lacht) Bis heute warte ich darauf, dass er sich an der Chal­lenge betei­ligt.

Per Mer­te­sa­cker spielt bereits seit 2011 beim FC Arsenal. Sind lang­fris­tige Freund­schaften im Fuß­ball über­haupt mög­lich?
Schon, aber das ist natür­lich extrem schwierig. In jeder Trans­fer­pe­riode können sich die Wege trennen und plötz­lich hat man nur noch via Skype oder Mail Kon­takt. Die wenigen Tage, die ich in der Saison Urlaub habe, nutze ich, um meinen Bruder zu besu­chen, oder meine Familie zu sehen. Aber gute Freund­schaften halten so etwas aus.

Apropos Familie: Ihr Vater hat Sie und Ihren Bruder jah­re­lang trai­niert – wie häufig ruft er nach den Spielen an, um Ihnen die Mei­nung zu geigen?
Das findet nicht statt. Wenn wir tele­fo­nieren, dann spre­chen wir über pri­vate Dinge, der Fuß­ball bestimmt auch so unser Leben schon genug. Ähn­lich ist bei den Tele­fo­naten oder Treffen mit meinem Bruder Toni.

Da wollen Sie dann nicht wissen, wie Cris­tiano Ronaldo eigent­lich privat drauf ist?
Nö, das hat mich bis­lang noch nicht inter­es­siert.

Jan Delay hat übri­gens mal in einem 11FREUNDE-Inter­view gesagt: Ich ver­misse die Mario Bas­lers dieser Welt. Typen, die die Klappe auf­reißen, aber auch was zu bieten haben.“ Besitzt der aktu­elle Kader von Werder Bremen solche Figuren noch?
Nach einem Mario Basler muss man sicher­lich lange suchen. Viel­leicht gibt es solche Typen auch gar nicht mehr. Heut­zu­tage ver­teilt sich die Ver­ant­wor­tung auf viele Schul­tern.

Auf Ihre auch?
Na klar. Ich ver­suche schon, mich als Füh­rungs­spieler zu behaupten. Mit guten Leis­tungen auf dem Platz, aber auch mit dem ent­spre­chenden Ver­halten abseits des Rasens.

Wie sieht das kon­kret aus?
Es liegt in meinem Natu­rell, Ver­ant­wor­tung zu über­nehmen. Ich kom­mu­ni­ziere viel mit meinen Mit­spie­lern und dem Trai­ner­stab, ich ver­suche meinen Teil dazu bei­zu­tragen, dass die Chemie inner­halb der Mann­schaft stimmt. Als kleines Bei­spiel: Für unseren spa­ni­schen Neu­zu­gang Ale­jandro Galvez habe ich meine paar Bro­cken spa­nisch aus­ge­packt, damit er sich gleich Will­kommen fühlt.

Am Wochen­ende gibt Ailton sein Abschieds­spiel im Weser-Sta­dion. Wieder ein Grund mehr für alle Werder-Fans, sich an die glor­rei­chen Jahre zwi­schen 2004 und 2009 zu erin­nern. Geht Ihnen diese grün-weiße Nost­algie nicht langsam auf den Keks?
Nein, ich kann die Fans ja ver­stehen. Ich würde auch lieber wieder mit Werder im Euro­pa­pokal spielen oder um die Meis­ter­schaft kämpfen. Aber die Ver­hält­nisse haben sich ver­schoben, Werder Bremen hat längst ein anderes Gesicht, als zu Zeiten von Ailton und Co.. Es ist viel­leicht ein weniger erfolg­rei­ches Gesicht, aber auch kein schlechtes.

Wie würden Sie das Werder der Gegen­wart defi­nieren?
Noch immer grün und weiß (lacht). Mann­schaft­lich geschlossen. Kämp­fe­risch. Lei­den­schaft­lich. Diese Prä­di­kate haben wir in den ersten beiden Sai­son­spielen unter Beweis gestellt, als wir aus Rück­ständen noch Unent­schieden machen konnten.

Jan Delay hat übri­gens damals im Inter­view auch gesagt: Tim Wiese war der Derbste“. Hatte er recht?
Tim in der Kabine zu erleben, war jedes Mal ein Erlebnis.

Weil er sämt­liche Kli­schees bestä­tigt hat?
Im Gegen­teil: Weil er ganz anders ist, als in der Öffent­lich­keit dar­ge­stellt. Extrem nett und sehr lustig. Jan Delay hatte also Recht. Wird Zeit, dass er sich meine Nomi­nie­rung zu Herzen nimmt.