Ein wei­terer die­siger Diens­tag­morgen in Glasgow-Brid­geton. Wäh­rend eif­rige Mit­ar­beiter um den Celtic-Park wuseln, rollen 14 schwarze Gelän­de­wagen mit gold­be­setzten 19-Zoll-Felgen auf die Geschäfts­stelle von Celtic zu. Es ent­steigen nach und nach 45 bild­schöne Damen und ein schlak­siger Afro-Ame­ri­kaner in viel zu großen Kla­motten und gleiten wie auf Schienen in die Büro­räume. Dort wartet Celtic-Manager Neil Lennon bereits auf seine Gäste.

Lennon (nervös stot­ternd): Ha-Ha-Hallo, Mr. Snoop. Oder Mr. Dogg. Also: Ha-Ha-Hallo, schön, dass sie sich die Zeit genommen haben.
Snoop (tiefen­ent­spannt): Yeah, for shizzlle manizlle. Snoop-D-O-Dou­ble‑G nimizzle sich die Zizzle.

Lennon (ver­stört): Ääähm. Ja. Okay. Mir kam zu Ohren, dass sie ein Fan unseres Klubs sind.
Snoop (tiefen­ent­spannt): Ja, Mann. Snoop-D-O-Dou­ble‑G liebt Celtic Gras­grow! Wenn du weißt, was ich mei­nizlle. By the way: Darf man hier rau­chen?

Lennon (einen Aschen­be­cher her­vor­kra­mend): Sicher, sicher. Rau­chen Sie nur. Kann ich Ihnen sonst noch etwas bringen?
Snoop (tiefen­ent­spannt): Yeah, for shizzle. Bringen sie die Papers her.

Lennon (irri­tiert): Die Papiere? Das geht aber schnell. Ich dachte, wir führen vorab ein infor­melles Gespräch. Ich erläu­tere ihnen die His­torie unseres ehren­werten Klubs und wir spre­chen im Anschluss über ihre Ziele mit unserem Klub. Sie müssen wissen, durch den Absturz der Ran­gers, immerhin jahrz­en­te­lang unser größter Kon­kur­rent, stehen wir ganz dicht vor unserem Wie­der­auf­er­ste­hung als euro­päi­sche Spit­zen­mann­schaft…
Snoop (tiefen­ent­spannt): Yeah. Dicht. Das klingt extra­ör­di­nä­rizzle. Das ent­spricht sozu­sagen genau den Vor­stel­lun­giz­zeln von Snoop.

Im Hin­ter­grund kichern 43 leicht­be­klei­detet Damen wie auf Knopf­druck los. Die zwei anderen tragen einen vier Kilo schweren Plas­tik­beutel mit grünem Inhalt in den Raum.

Lennon (ver­wun­dert): Oh, die Damen inter­es­sieren sich für unseren erst­klas­siges schot­ti­schen Rasen. Der Celtic Park ist wahr­lich berühmt für seine erst­klas­sige Gras­qua­liät.
Snoop (tiefen­ent­spannt): Fan­tas­tizzle. Das ist ganz nach Snoops Geschmack.

Lennon (erfreut): Wun­derbar. Ehr­lich gesagt, haben viele im Ver­eins­um­feld gesagt, dass ihr Inter­esse an unserem Klub nur geheu­chelt sei. Aber jetzt, wo wir uns hier so nett unter­halten, merke ich, dass all diese Zweifel nur Schall und Rauch sind.
Snoop (tiefen­ent­spannt einen Joint aus­drü­ckend): Wun­der­ba­rizzle. Apropos Rauch. Darf man hier rau­chen?

Lennon (ver­wun­dert): Ja, natür­lich Mr. Snoop. Rau­chen Sie! Rau­chen Sie so viel sie wollen. Nun habe ich aber auch eine Frage an Sie: Haben Sie sich denn schon Gedanken dar­über gemacht, mit wel­chem Volumen Sie bei uns ein­steigen möchten? Ich hörte, Sie wollen auch Mit­spra­che­recht. Das würde natür­lich bedeuten, dass wir in einem hoch­pro­zen­tigen Anteils­be­reich landen würden.
Snoop (tiefen­ent­spannt grin­send): Yeah, hoch­pro­zentig. (säu­selnd) Rollin down the street, smokin ENDO, sippin on gin and juice. Mr. Len­no­nizzle scheint ein Fan von Snoop-D-O-Dou­ble‑G zu sein, was?

Lennon (stirn­run­zelnd): Hm. Ja. Mag sein, Mr. Dog. Können Sie sich denn auch…
Snoop (tiefen­ent­spannt einen Joint aus­drü­ckend): Cool. Apropos auch. Darf man hier auch rau­chen?

Lennon (langsam erregt): Mr. Snoop. Ich habe aller­höchsten Respekt vor Ihnen und Ihrem Anliegen. Der Celtic Foot­ball Club würde sich freuen, einen ehren­werten Mann wie Sie als Anteils­eigner zu begrüßen. Jedoch läuft dieses Gespräch alles andere als zufrie­den­stel­lend. Ich habe viel­mehr das Gefühl, die sind nicht ganz bei der Sache. Sie wirken, mit Ver­laub, etwas fahrig. Viel­leicht ver­tagen wir dieses Gespräch ein­fach auf ein anderes Mal und ich lasse Sie für heute erst einmal ziehen.
Snoop (tiefen­ent­spannt am Joint zie­hend): Mr. Lennon, Mr. Lennon. (nickend) Sie wissen eben wie man Geschäfte macht. Aber auch Snoo­pizzle Fashizzle kennt die Regeln des Geschäftes – (den Joint rei­chend) also lasse ich sie auch mal ziehen.

Lennon (heftig inha­lie­rend): Nun gut, ich habe zwar mit dem Rau­chen auf­ge­hört Mr. Snoop, aber für Sie… (stark aus­hus­tend) Oh, mein Gott. Was ist denn das? Rau­chen Sie etwa Pfer­de­dung?
Snoop (tiefen­ent­spannt kichernd): Mr. Lennon, will­kommen in der Welt des Snoop. (mit vier Damen im Arm auf­ste­hend) Ich liebe das Grüne, ich liebe das Weiße, ich liebe Samaras und die Ran­gers sind Scheiße. For shizzle?

Lennon (prus­tend auf dem Boden lie­gend): Gnrm­sosdmmmpf!
Snoop (tief­ent­spannt): Mr. Lennon. Es war mir eine Ehre mit Ihnen Geschäfte zu machen.

Die Tür von Len­nons Büro springt auf. Durch dichte Rauch­schwaden treten 45 bild­hüb­sche Mäd­chen und ein schlak­siger Afro-Ame­ri­kaner in viel zu großen Kla­motten. Sie besteigen die bereit­ste­henden Protz­karren vor der Tür und gleiten wie auf Schienen in den die­sigen Diens­tag­nach­mittag. 72 Stunden später wird Neil Lennon in einer Abstell­kammer im Keller des Celtic Park gefunden. Er kaut auf einem alten Lappen und ist nicht ansprechbar. Als er den Namen Snoop Dogg hört, rennt er lachend in den kalten Glas­gower Tag. Was er nicht ahnt: Snoop Dogg wird nie wieder im Celtic Park zu Besuch sein.