Seite 2: Pseudo-Männlichkeit und Widerspruch

Warum ist der Ton in den Kurven eben rauer“ und warum nehmen wir hin, dass es rund um ein Fuß­ball­spiel zu Gewalt kommen kann, und sei sie nur“ verbal?

Warum ist man viel­leicht erstaunt dar­über, dass es aus­ge­rechnet Robert Huth ist, der etwas gegen Belei­di­gungen sagt? Weil er qua seiner Erschei­nung beson­ders männ­lich wirkt, weil männ­lich gleich groß und stark und hart ist? Und wie däm­lich genau wäre das?

Und wenn wir schon dabei sind: Was sagt dieses Ver­ständnis des Fuß­balls eigent­lich über das dazu­ge­hö­rige Män­ner­bild aus? Denn warum beschweren wir uns über fall­süch­tige Profis, dich sich bei jedem Wind­hauch von Geg­ner­kon­takt auf dem Rasen winden, als helfe nur noch eine Ampu­ta­tion weiter Teile ihres Kör­pers? Ist schließ­lich ein Män­ner­sport“.

Ein­fach Rich­tung Eck­fahne

Und warum tun wir dann im Gegen­satz so, als wäre nichts, wenn sich die Spieler daran machen, eine Ecke aus­zu­führen und dabei mit Feu­er­zeugen, Trink­be­chern und halben Haus­ständen beworfen werden? 

Huth sagt, er wisse von keinem anderen Sport, bei dem so etwas akzep­tiert wird, bei dem die Leute alles zu dir sagen dürfen. Im Rugby oder Tennis pas­siert so etwas nicht.“

Und wer jetzt denkt: Ja gut, beim Tennis!“, der soll bitte auf­zeigen, was das eigent­lich bedeutet und warum es für den Fuß­ball nicht gelte. Und wer mehr als eine Isso“ ins Feld führen kann, werfe den ersten Stein. Wohin? Ein­fach Rich­tung Eck­fahne, das ist schon ok.