Robert Huth, den sie in Eng­land und Zeit seiner Kar­riere nur The Berlin Wall“ nannten, ist 1,91 Meter groß und sieht noch immer aus wie einer, der zu weiten Teilen aus Kraft besteht. Wes­halb er nicht gerade im Ver­dacht steht, beson­ders zim­per­lich zu sein.

Um so erstaun­li­cher, dass aus­ge­rechnet Huth, der kaum als Laut­spre­cher oder Plau­der­ta­sche bekannt ist, sich so deut­lich gegen etwas aus­spricht, was ver­meint­lich wie ein Kul­turgut zum Fuß­ball gehört: die Belei­di­gung.

Aus­löser für seine Wort­mel­dung beim bri­ti­schen Radio­sender BBC5“ waren die ras­si­schen Äuße­rungen, die Paul Pogba Anfang der Woche in den sozialen Netz­werken ent­ge­gen­ge­bracht wurden. Weil er einen Elf­meter ver­schossen hatte.

Gehören Belei­di­gungen dazu?

Äuße­rungen, mit denen sich Huth aller­dings nicht lange auf­halten wollte, weil er das große Ganze in den Blick nahm und sagte: Ich finde, das Pro­blem geht weit über ras­sis­ti­sche Belei­di­gungen hinaus. Es ist Teil eines grö­ßeren Pro­blems: Im Fuß­ball darf jeder jeden belei­digen.“ Ein Umstand, den er nicht länger hin­nehmen möchte, denn: Eine Belei­di­gung ist eine Belei­di­gung. Die Ras­sisten werden aus den Sta­dien geschmissen, aber die, die mit ihren Belei­di­gungen nur knapp unter dieser Grenze liegen, dürfen bleiben. Das ist ent­setz­lich – ohne das ver­harm­losen zu wollen, was mit Pogba und anderen Spie­lern pas­siert ist.“

Im ersten Reflex mutet das viel­leicht befremd­lich an, denn das Wir gegen die“, es gehört doch zum Fuß­ball dazu und ein biss­chen Arsch­loch, Wichser, Huren­sohn“ hat noch nie­mandem geschadet, das muss man doch abs­tra­hieren können. Muss man?