Wer wissen will, wie es bei Alexis Sán­chez läuft, der muss sich nur das Foto ansehen, das er vor ein paar Tagen bei Insta­gram ver­öf­fent­licht hat. Darin ist das rechte Bein des aktuell ver­letzten Man­chester-United-Profis zu sehen. Es liegt aus­ge­streckt auf dem Sofa neben einem ortho­pä­di­schen Apparat. Auf dem Boden liegt einer seiner beiden Golden Retriever, Atom und Humber, der ihn mit­leidig und fra­gend belauert. Und auf einem Schrank im Hin­ter­grund des Bildes stehen zwei Bil­der­rahmen direkt neben­ein­ander, die jeweils das gleiche Foto in sich tragen: Alexis Sán­chez mit seinen Hunden.

Und so süß die beiden auch sind, so gemein waren die Kom­men­tare einiger User in den sozialen Netzen. Manche frot­zelten, der Chi­lene habe in knapp einem Jahr in Man­chester offenbar nicht son­der­lich viele Freunde gefunden. Und ein anderer schrieb: Alexis Sán­chez hat mehr von diesen Bil­dern als Tore in dieser Saison“. Das ist so bitter, weil es stimmt.

Wenig Ein­sätze, kaum Tore

Es läuft schlecht bei dem 29-Jäh­rigen, der im Januar dieses Jahres im Tausch für Hen­rikh Mkhi­ta­ryan vom FC Arsenal zu Man­chester United gewech­selt ist. Gerade fehlt er zwar wegen seiner Ver­let­zung; bei Uniteds Gast­spiel in Liver­pool an diesem Sonntag wird er des­halb gar nicht erst im Kader stehen. Aber auch sonst ist er bei Trainer José Mour­inho nicht erste Wahl.

Direkt nach dem Wechsel sah es noch pas­sabel aus. In den 14 ver­blei­benden Rück­run­den­spielen in der Pre­mier League kam er auf zwölf Ein­sätze, meis­tens stand er in der Start­auf­stel­lung auf dem linken Flügel. Zwei Tore und drei Vor­lagen bis zum Sai­son­ende waren sicher nicht das, was sie sich bei United erhofft hatten, als sie Sán­chez einen Ver­trag gaben, der ihm pro Woche um die 300.000 Pfund aufs Konto spülen soll – feu­dale Boni noch nicht mit­ge­rechnet. Aber darauf hätte man auf­bauen können.

Doch in dieser Saison hat sich seine Situa­tion weiter ver­schlech­tert. In der Pre­mier League steht er bei einem Tor und zwei Vor­lagen in zehn Ein­sätzen; durch­ge­spielt hat er bis­lang nur ein ein­ziges Mal: am ersten Spieltag gegen Lei­cester City. Seitdem dau­erten seine Ein­sätze mal 84 und mal 35 Minuten, mal 17 und mal fünf. In der Cham­pions-League-Grup­pen­phase stand er nur bei zwei Par­tien auf dem Feld.

Ende November hat er sich im Trai­ning nun einen Mus­kel­bün­del­riss zuge­zogen. Es heißt, er werde bis Anfang, viel­leicht Mitte Januar fehlen. Wobei fehlen“ das fal­sche Wort ist. Denn Mour­inho scheint ohnehin nicht mehr fest mit Sán­chez zu planen. Es gibt Gerüchte, wonach United ihn nach nur einem Jahr am liebsten wieder los­werden will.

Geplatzter Wechsel zum spä­teren Meister

Zur Erin­ne­rung: Wir spre­chen hier über einen Spieler, der für den FC Arsenal in 166 Spielen 80 Tore geschossen und 45 Treffer vor­be­reitet hatte. In seiner letzten voll­stän­digen Saison für die Gun­ners“ war er mit 30 Toren und 18 Vor­lagen in allen Wett­be­werben der mit Abstand wich­tigste Mann im Kader des dama­ligen Trai­ners Arsène Wenger gewesen.