Seite 2: „Regen Kontakt zu Kloppo kann man nicht haben“

Die Stim­mung beim bereits erwähnten Derby gegen PAOK war so gewaltig“, dass Jürgen Klopp offenbar um Ihr kör­per­li­ches Wohl besorgt war.
Ich hatte nach dem Spiel Video­se­quenzen mit den Ben­galos unserer Anhänger gepostet, wor­aufhin er erwi­derte: Hast du das Ganze über­lebt?“ (Lacht.) Für mich war das Ganze, in diesem Ausmaß, auch gewöh­nungs­be­dürftig.

Haben Sie regen Kon­takt mit Kloppo“?
Wir kennen uns sehr lange und schätzen uns. Aber regen Kon­takt kann man mit ihm jetzt nicht haben, weil er mit seiner Tätig­keit in Liver­pool extrem ein­ge­bunden ist. Wir schreiben uns gele­gent­lich Text­nach­richten und halten uns so auf dem Lau­fenden.

Mit einem anderen frü­heren Weg­ge­fährten dürften Sie hin­gegen öfters kom­mu­ni­zieren. Die Rede ist von Horst Hru­besch. Welche Rolle spielte das Kopf­bal­lun­ge­heuer“ in Ihrer Kar­riere?
Eine enorm wich­tige. Uns ver­bindet eine enge Freund­schaft und im Bezug auf Fuß­ball war er, auf­grund seiner Erfah­rung und Prä­senz, eine Art Mentor für mich. Ich habe wäh­rend meiner Trai­ner­aus­bil­dung beim DFB sieben tolle Jahre mit ihm ver­bracht, von denen ich noch heute pro­fi­tiere. Ich hatte ihn zum Derby gegen PAOK ein­ge­laden, aber es hat, diesmal, zeit­lich leider nicht geklappt. Aber der Besuch ist nur auf­ge­schoben, nicht auf­ge­hoben! Wenn wir in den Play­offs wieder gegen PAOK spielen, dann hat er mir ver­spro­chen, dass er sich das nicht ent­gehen lassen möchte.

Werfen Sie noch ein Blick auf Ihre Ex-Ver­eine, Nürn­berg und den HSV?
Natür­lich inter­es­siert mich die Ent­wick­lung bei diesen Ver­einen, sowie bei Glad­bach oder Mag­de­burg, wo ich zuletzt gear­beitet habe. Man muss aber hin­zu­fügen, dass die Ver­bin­dung nicht immer die gleiche ist, zumal beim Club z.B. keiner von den dama­ligen Ent­schei­dungs­trä­gern mehr dort ist. Das ist bei Glad­bach oder dem HSV etwas anders.

Schafft der HSV diesmal den Sprung in die Erst­klas­sig­keit?
Davon war ich schon letztes Jahr über­zeugt. Grund­sätz­lich muss der HSV auf­steigen. Wenn sie bis zum Schluss kon­zen­triert bleiben und ihre Haus­auf­gaben machen, dann werden sie dieses Jahr ihr Ziel errei­chen.

Sie haben 16 Jahre lang an der Seite von Marcel Reif und Kai Ditt­mann Cham­pions-League-Spiele sowie WM-Par­tien kom­men­tiert. Welche Ein­blicke gewinnt ein Fuß­ball­lehrer von solch einer Tätig­keit?
Die Arbeit war enorm hilf­reich und för­der­lich für mein Trai­ner­da­sein, zumal ich den Fuß­ball auf höchstem Niveau von einem anderen Blick­winkel aus erleben konnte. Das erwei­terte meine Spiel­auf­fas­sung und beein­flusste meine Spiel­phi­lo­so­phie. Wenn du den FC Bar­ce­lona von Pep Guar­diola anschaust, kommst du aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und lässt dich inspi­rieren. Ich konnte die diversen Strö­mungen im Welt­fuß­ball hautnah mit­er­leben und mit Fach­leuten ana­ly­sieren. Das war eine sehr lehr­reiche Zeit für mich, zumal ich das Ange­nehme mit dem Nütz­li­chen kom­bi­nieren konnte.

Abschlie­ßend eine Frage zum Titel­rennen in der Bun­des­liga. Holt Bayern erneut die Meis­ter­schale? Oder macht ein anderes Team das Rennen?
Bayern ist gut aus der Win­ter­pause zurück­ge­kehrt. Trotzdem glaube ich, dass es diesmal ein biss­chen schwie­riger für die Münchner wird, zumal mit Leipzig und Glad­bach zwei wei­tere ernst­hafte Kon­kur­renten neben Dort­mund im Rennen sind. Bayern darf sich keine Fehler mehr leisten und ich bin mir nicht sicher, ob das Team stabil genug ist, solche Leis­tungen über die gesamte Rück­runde zu lie­fern.