Stim­mung im Anhang

Knapp 30.000 waren zur Mon­tags­demo gegen Augs­burg nicht gekommen. Die BVB-Fans erprobten das Pro­test­mittel Ver­wei­ge­rung“ – eine Stra­tegie, die in unserer Stu­di­en­zeiten noch den Rap­port beim Haupt­mieter oder der Bafög-Behörde pro­vo­zierte, erzeugt heute beim ver­knö­cherten Dekan Chris­tian Sei­fert nur müde Phrasen vom Inter­es­sen­aus­gleich“, dessen Zukunft nicht in Stein gemei­ßelt“ ist. Gähn.


Ein Glück klin­gelt der rot-sil­berne Erre­gungs­we­cker Red Bull“ recht­zeitig. Der BVB ver­wei­gert sich näm­lich, anläss­lich des Europa-League-Ach­tel­fi­nals einen gemeinsam Fan-Schal mit der Salz­burger Filiale des Brause­her­stel­lers her­aus­zu­geben. Dabei spielt der in Europa doch unter dem Namen FC Salz­burg“! FC steht – natür­lich – für frei von chi­ne­si­schen Inves­toren“! Was wollt ihr denn noch, ihr hoff­nungs­losen Fuß­ball­ro­man­tiker und Moder­ni­sie­rungs­blo­ckierer! Hach, Sprache, du dor­niges Biest – oder, wie mein stramm­rechter Onkel und Dop­pel­korn-Ultra einst plärrte: Wer das glaubt, glaubt auch, dass der Ver­fas­sungs­schutz die Ver­fas­sung schützt!

Wie reagieren eigent­lich die Red Bull-Fans? Sie ähneln den nord­ko­rea­ni­schen Olympia-Cheer­lea­dern: In Salz­burg wollen sie trotzdem einen Schal der Freund­schaft her­aus­bringen und in Leipzig ertragen all das in sto­isch-gebu­ckelter Nach­wen­de­dank­bar­keit nach dem Motto: Früher hatten wir ja weniger als nüscht.“

Red Bull: 0

BVB: 1