Ralf Fähr­mann
Das Schalker Urge­stein hat viel aus­halten müssen in den ver­gan­genen Jahren. Fähr­mann wurde erst Stamm­keeper, dann Kapitän, dann Iden­ti­fi­ka­ti­ons­figur, dann auf die Bank degra­diert, dann aus­ge­liehen, dann zurück­ge­holt, dann plötz­lich doch wieder ins Tor gestellt, dann wieder degra­diert, dann auf­grund ver­letzter Kon­kur­renten wieder ins Tor gestellt, dann auf­grund eigener Ver­let­zungen wieder auf die Bank gesetzt, und dann, warum genau haben wir gar nicht mehr mit­be­kommen, doch wieder ins Tor gestellt. Und dann pas­sierte all das, zumin­dest gefühlt, noch zwei- oder dreimal. Wäh­rend der Verein, für den er seit bald 20 Jahren Bälle fängt, in die größte sport­liche Krise des Jahr­tau­sends schlit­terte und vor den Augen der Öffent­lich­keit in seine Ein­zel­teile zer­fiel. Kurz gesagt: Angeb­lich hat der inter­na­tio­nale Klep­to­manen-Ver­band Ralf Fähr­mann kürz­lich die Ehren­mit­glied­schaft ange­boten, so viel wie dieser zuletzt ein­ste­cken musste. Und dann? Sorgte eben dieser Fähr­mann am Samstag mit diversen Paraden dafür, dass Hof­fen­heim das Spiel nicht schon in der ersten Halb­zeit für sich ent­schied und war so maß­geb­lich am ersten Schalke-Sieg seit knapp einem Jahr betei­ligt. Fähr­mann also das genaue Gegen­teil von Melania Trump, als die ihrem Mann beim soge­nannten hand­gate“ selbst mini­malsten Kör­per­kon­takt ver­wei­gerte: hielt die Null.

Timo Becker
Wir wissen nicht viel über Timo Becker, außer, dass er von Fans, Experten und Internet-Clowns längst für zu leicht befunden worden war. Aber Pus­te­ku­chen! Becker beackerte die rechte Seite, Becker rannte, Becker kämpfte. Und formte sogar schon wäh­rend des Spiels, unsere Experten werten die Bilder noch abschlie­ßend aus, sind sich aber eini­ger­maßen sicher, die schönste Becker-Faust (siehe rechte Faust im Bild) seit 1985. 

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Ozan Kabak
Viele Wochen in dieser Saison tat es weh, Gerüchte dar­über zu hören, dass Ozan Kabak bei Liver­pool oder anderen Welt­klasse-Ver­einen auf dem Zettel stehen soll. Also in den Bauch­mus­keln. Weil man so doll lachen musste. Langsam aber kommt der junge Ver­tei­diger wieder in Form. Was allen gefallen dürfte außer den Liver­pool-Ver­ant­wort­li­chen. Schließ­lich steigt mit jedem guten Spiel des 20-Jäh­rigen die Kabak-Steuer.

Matija Nastasic
Wenn man nicht längst wüsste, dass er kom­mende Woche in Frank­furt ent­weder kurz­fristig aus­fällt oder ein unter­ir­di­sches Spiel ablie­fern wird, könnte man Nastasic nach dem Hof­fen­heim-Spiel für einen über­durch­schnitt­lich fähigen Bun­des­liga-Ver­tei­diger halten. So aber bleibt zumin­dest dieses eine Spiel. Und eine Leis­tung wie das genaue Gegen­teil eines Pick-up-Artists: richtig anspre­chend.

Sead Kolasinac
Bisher dachten wir, um schnell für gute Stim­mung und neuen Schwung und eine unver­gäss­liche Party zu sorgen, bräuchte es Cola-Korn oder Cola-Wein­brand oder Cola-LSD. Seit Samstag wissen wir: Es braucht Kolasinac. Sead Kolasinac, um genau zu sein. Für uns jetzt schon das beste Come­back, seitdem die Schnell­fi­cker-Sei­ten­knopf-Neun­ziger-Trai­nings­hosen wieder in der Öffent­lich­keit getragen werden dürfen.

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Ben­jamin Stam­bouli
Ob Stam­bouli wirk­lich gut gespielt hat, wissen wir ehr­lich gesagt nicht. Aber Stam­bouli gehört zu den Spie­lern, denen man abkauft, dass ihnen etwas am Verein liegt und singt außerdem diesen Song unter der Dusche. Das muss fürs Erste rei­chen.

Suat Serdar
Noch ein Schalker in der 11 des Spiel­tags? Wir sind Serdar für!

Alles­sandro Schöpf
Hat angeb­lich auch mit­ge­spielt. Bezie­hungs­weise: Legende.

Mark Uth
Dass Uth zu den ganz Großen im Schalker Kader gehört, hat er spä­tes­tens am Samstag bewiesen, als er, der in den ver­gan­genen Monaten als ein­ziger Spieler zumin­dest halb­wegs ordent­liche Leis­tungen gebracht hatte, seinen etwas jün­geren Kol­legen den Vor­tritt ließ und sich nicht in den Vor­der­grund drängte. Uth so.

Amine Harit
Ach, wie gerne hätten wir eine Zeit­ma­schine. Dann könnten wir mal eben ins Jahr 2046 hopsen, um nach­zu­schauen, ob das Gesicht von Julian Rei­chelt mitt­ler­weile als Warn-/Ab­schre­ckungs-Hin­weis ver­pflich­tend auf Ziga­retten-Packungen gedruckt werden muss. Oder ins Jahr 2121, wenn ein in grüner Futurama-Flüs­sig­keit kon­ser­vierter Ste­vens-Kopf zum 100. Mal für ein oder zwei Spiele eine strau­chelnde Schalker Truppe über­nimmt. Oder in den Herbst 2021. Um die Bür­ger­ämter in Gel­sen­kir­chen abzu­klap­pern und nach­zu­zählen, wie viele kleine Amines gerade geboren werden und dem­entspre­chend in der Nacht vom 09. auf den 10. Januar gezeugt worden sind. Was wir damit eigent­lich sagen wollen: Amine Harit ist ein genialer Fuß­baller. Und könnte das ruhig ein biss­chen häu­figer zeigen.

Mat­thew Hoppe
Ach, wie gerne hätten wir eine Zeit­ma­schine. Dann könnten wir mal eben ins Jahr 2046 hopsen, um nach­zu­schauen, wie lange Dietmar Hopp noch mit seinem Impf­stoff braucht. Oder ins Jahr 2121, wenn ein in grüner Futurama-Flüs­sig­keit kon­ser­vierter Nagels­mann-Kopf ver­zwei­felt ver­sucht, ohne Schul­tern eine beson­ders häss­liche Jacke anzu­ziehen. Oder in den Herbst 2021. Um die Bür­ger­ämter in Gel­sen­kir­chen abzu­klap­pern und nach­zu­zählen, wie viele kleine Mat­thews gerade geboren werden und dem­entspre­chend in der Nacht vom 09. auf den 10. Januar gezeugt worden sind. Was wir damit eigent­lich sagen wollen: Hoppe > Hopp.

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