Seite 2: Angezogener Flitzer

Das Nackt-Fuß­ball­spiel soll im Sta­dion von West­falia Herne statt­finden. Wie kamen Sie auf diesen Ort?
Ich habe mich bewusst für das Sta­dion am Schloss Strün­kede ent­schieden, weil es einen fast schon mär­chen­haften Charme besitzt. Ein biss­chen marode, teils zugig, auf den Steh­stufen wächst Gras und an man­chen Stellen schim­melt es schon – herr­lich! Das Sta­dion ist auch bei vielen Groundhop­pern mehr als beliebt, die nun die ganz beson­dere Chance erhalten, das Sta­dion zu einem ein­zig­ar­tigen Spiel zu besu­chen.

Konnten Sie den Verein sofort von Ihrer Idee über­zeugen?
West­falia Herne war von der Idee sehr angetan, was ich bemer­kens­wert finde und so nicht erwartet hätte. Der Verein spielt in der Ober­liga, hat in der Hin­runde aus 17 Spielen gerade mal sechs Punkte geholt und sicher­lich andere Sorgen. Aber irgendwo passt es auch wieder, ein Fuß­ball­klub, der um das nackte Über­leben kämpft, koope­riert mit einem Künstler, der Nackt­pro­jekte orga­ni­siert.

Wie kann man sich das Spiel selbst vor­stellen?
Erst einmal sind alle, die im Sta­dion sind, nackt. Es wird über 90 Minuten mit flie­genden Wech­seln gespielt. Unab­hängig davon wie es nach 90 Minuten steht, wird es auf jeden Fall ein Elf­me­ter­schießen geben, das sind Motive, die ich schaffen will. Die Spieler laufen nur in Fuß­ball­schuhen und Stutzen auf, Rücken­num­mern werden auf­ge­malt.

Wie sieht es aus mit einem Schieds­richter?
Da habe ich bereits jemanden im Kopf, der weiß aller­dings noch nichts von seinem Glück. Der soll aber auch nackt sein und muss sich Gelbe und Rote Karten not­falls in die Stutzen ste­cken. Viel­leicht kann ich ihn mit einer Kiste Bier für die Sache gewinnen.

Spielen Sie selbst auch mit oder sind Sie zu sehr mit Akt­fo­to­grafie beschäf­tigt?
Nein, ich werde eher nicht aktiv gegen den Ball treten. Aber ich plane, bei dem Spiel den Flitzer zu machen. Als Ein­ziger mit Klei­dung über ein Spiel­feld voller Nackter zu rennen – diese ein­ma­lige Gele­gen­heit will ich mir nicht ent­gehen lassen.