Borussia Dort­mund steigt ab!
Was ein Drama. Am 34. Spieltag ver­spielt der BVB eine 3:0‑Führung gegen Werder Bremen, ver­liert noch mit 3:5 (zwei Eigen­tore von Mats Hum­mels, Hat­trick von Bre­mens Sebas­tian Prödl) und steigt ab! Wäh­rend die geret­teten Bremer Viktor Skripnik ein Denkmal gießen und auf die Stadt­mu­si­kanten schweißen lassen, reißt sich Jürgen Klopp gewohnt emo­tional das frisch ver­legte Neu-Haar ein­zeln aus und kün­digt an, sich aus dem Fuß­ball­ge­schäft zurück­zu­ziehen, um am Nie­der­rhein Rosen zu züchten. Diesen Job hatte zuvor der fast ver­ges­sene Jupp Heynckes inne, der fortan den Zweit­li­gisten aus Dort­mund trai­nieren soll. Immerhin: Marco Reus, Mats Hum­mels und Roman Wei­den­feller schwören Schwarz und Gelb ewige Treue, wech­seln aber schließ­lich doch schweren Her­zens zum FC Bayern. Nor­bert Dickel muss nach der dra­ma­ti­schen Nie­der­lage ins Marien-Hos­pital ein­ge­lie­fert werden, Dia­gnose: totales Stimm­band-Ver­sagen. Dem bedau­erns­werten Sta­di­on­spre­cher wird eine vier­wö­chige Kur in der Reha­klinik am Berger See ver­schrieben. Michael Zorc legt mit Tränen in den Augen seinen Posten nieder, kurz darauf folgt ihm auch Aki Watzke. Neuer starker Mann in der Dop­pel­po­si­tion aus Geschäfts­führer und Sport­di­rektor wird Uli Hoeneß.

Kickers Offen­bach wird Pokal­sieger!
Armer Rico Schmitt: Die stun­den­lange Bembel-Dusche hat dem Trainer von Kickers Offen­bach eine Erkäl­tung ein­ge­bracht. Schmitt ist es wurst: Sen­sa­tio­nell haben seine Offen­ba­cher erst Borussia Mön­chen­glad­bach, Bayer Lever­kusen, Werder Bremen und schließ­lich im Finale den FC Bayern aus­ge­schaltet. Beson­ders die Leis­tung im End­spiel von Berlin lässt die Fuß­ball­welt erstaunt zurück. Mit einer revo­lu­tio­nären 2 – 2‑6-Taktik hebeln Schmitts Schütz­linge die global gefei­erten Guar­diola-Bayern aus, erschre­ckend dabei der Auf­tritt von Manuel Neuer, der gleich drei Aus­flüge aus seinem Straf­raum ver­patzt und schließ­lich in der Nach­spiel­zeit frus­triert den vierten Offi­zi­ellen mit einem Kinn­haken nie­der­streckt. Das Sparta-Bank-Hessen-Sta­dion“ zu Offen­bach wird spontan in Rico-Schmitt-Kampf­bahn“ umbe­nannt, nur knapp ver­passt Schmitt einen Monat später den Sprung ins Bür­ger­meis­teramt der Stadt Offen­bach. Und Stadt­mu­si­kant Haft­be­fehl ver­öf­fent­licht ein Remake seines größten Hits. Neuer Name: Chabos wissen, wer der Rico ist“.

Guar­diola schmeißt hin!
Die Nie­der­lage im Pokal­fi­nale gegen Offen­bach ist zu viel für den sen­si­blen Kata­lanen. Es ist die ein­zige Pleite, die Guar­diola in der Rück­runde hin­nehmen muss, doch selbst die dabei auf­ge­stellten Rekorde (17 Pflicht­spiel-Siege in Folge, alle zu null / höchster Sieg in einem Cham­pions-League-Halb­fi­nale – 7:0 und 5:0 gegen Real Madrid) können nicht ver­hin­dern, dass der Bayern-Trainer am Tag nach dem deut­schen Pokal­fi­nale auf einer eigens ein­be­ru­fenen Pres­se­kon­fe­renz die Flinte ins Korn schmeißt. Er fühle sich super super nie­der­ge­schlagen“, gesteht Guar­diola ein und ent­schul­digt sich unter Tränen bei der gesamten Mün­chener Ver­eins­füh­rung. Nach Guar­diola nimmt sich Mat­thias Sammer die anwe­senden Jour­na­listen zur Brust, kri­ti­siert deren Arbeit, die Leis­tung ihrer Ehe­partner und die man­gel­hafte Begeis­te­rung der Jour­na­listen-Kinder für die Schule. Als er eine halbe Stunde später seine wei­teren Kritik-Punkte (Wasser ist nicht nass genug, Feuer könnte gene­rell heißer sein, Muhammad Ali hätte wesent­lich mehr aus seiner Kar­riere raus­holen können), ernennt sich Sammer selbst zum Inte­rims­trainer (wobei er kri­ti­sche Worte an der Bezeich­nung Interim“ nicht aus­spart). In seiner ersten Amts­hand­lung setzt er Arjen Robben (45 Tore, 51 Tor­vor­lagen) auf die Tri­büne und erklärt den ein­ge­schüch­terten Jour­na­listen: Arjen weiß ganz genau, warum ich das getan habe. Er spielt längst nicht am Limit.“ Das Finale der Cham­pions League gewinnt der FC Bayern knapp durch 1:0 in der Ver­län­ge­rung gegen den FC Bar­ce­lona. Sammer hatte sich aus Frust über die Leis­tung seiner Mann­schaft nach 85 Minuten selbst ein­ge­setzt und schließ­lich mit purer Wil­lens­kraft ein Eigentor der ver­dutzten Kata­lanen erzwungen.