Seite 2: Schreierei für die Nachwelt

Ansonsten war viel Schreierei und Rekla­mieren für die Nach­welt zu doku­men­tiern, wozu auch ein nicht immer ganz sat­tel­fester Schieds­richter einlud. Bald hatte man nicht mehr das Gefühl, dem Spiel der beiden besten Mann­schaften der größten deut­schen Stadt bei­zu­wohnen, son­dern dem Gekeife bei einem Kreis­li­ga­kick. Wobei man sagen muss, dass Her­thas Legende und Co-Trainer Zecke Neu­en­dorf dem Ganzen an der Sei­ten­linie etwas gewohnt Basis­ver­bun­denes gab. Nicht, weil er so viel rum­schie, aber sein Auf­treten kann man ihn sich am Asche­platz halt so gut wie in der Bun­des­liga vor­stellen.

Durch das Prisma von Zecke Neu­en­dorf

Viel­leicht wird Hertha BSC in der Mini-Serie (Arbeits­titel Wel­come to Berlin“) ja durch das Prisma von Zecke Neu­en­dorf erzählt, ein raf­fi­nierter Kniff wäre das. Oder durch den alten Schla­winer Pal Dardei, der als ewiger Her­thaner den Klub gerade wieder zu sich führt, auch wenn er seiner Mann­schaft hin­terher grollte. Heute war das nicht okay. Ich habe meine Mann­schaft nicht erkannt, sie war kom­plett gelähmt.“ Weil den Gelähmten ein Foul von Union zu einem Elfer ver­half, reichte es zumin­dest zum Aus­gleich. Der Treffer von Dodi Luke­bakio war aber auch schon ein Drittel aller Hertha-Tor­schüsse.

Ein richtig guter Fil­me­ma­cher dürfte sich von den schnöden Rea­li­täten der Jetzt­zeit aller­dings nicht zu sehr beein­dru­cken lassen. Einer­seits gibt eine in Zeit­lupe kokelnde Würst­chen­bude viel­leicht ein Sinn­bild lodernder Emo­tionen her. Und ander­seits gibt’s ja immer noch die Ver­gan­gen­heit mit dem ganzen auf­re­genden Berlin-Kram, von der Vor­ah­nung kom­mender Größe ganz zu schweigen.