Den Fans, die bis zu drei Jahre kein Sta­dion der Bun­des­liga bis hin zur Regio­nal­liga mehr betreten dürfen, wird nach Aus­wer­tung von Video­ma­te­rial der Dort­munder Polizei Haus­frie­dens­bruch und Land­frie­dens­bruch vor­ge­worfen.

Die Gruppe, zu der auch der Vor­sänger der Ultras Gel­sen­kir­chen gehört, soll vor dem Spiel der Schalker am 10. Februar im Signal-Iduna-Park vor dem Ein­gang zum Sta­dion instal­lierte Dreh­kreuze über­sprungen und sich so der Lei­bes­vi­si­ta­tion und der Ticket­kon­trolle ent­zogen haben.

Beson­ders pikant: Ent­gegen der zuletzt über­wie­gend prak­ti­zierten und in den geän­derten Sta­di­on­ver­bots-Richt­li­nien aus­drück­lich zuge­las­senen Ver­fah­rens­weise, hat Borussia Dort­mund den Vor­gang nicht an den Stamm­verein der Fans, also Schalke, abge­geben, son­dern in diesen 15 Fällen über die Sta­di­on­ver­bote in eigener Regie ent­schieden. »Das ist richtig«, bestä­tigt Schalkes Sicher­heits­chef Volker Für­derer gegen­über Revier­Sport. »Weil die vor­ge­wor­fenen Delikte sich direkt auf dem Ver­eins­ge­lände von Borussia Dort­mund abge­spielt haben, hat uns der BVB im Vor­feld dar­über infor­miert, das Ver­fahren alleine durch­ziehen zu wollen. Wir haben das respek­tiert.«

»Dort­mund hat sich kor­rekt ver­halten.«

Den betrof­fenen Fans wurde durch den Verein Borussia Dort­mund zuvor Gele­gen­heit zur Stel­lung­nahme gegeben. »Davon haben die Anhänger aber wegen der noch lau­fenden Ermitt­lungen der Staats­an­walt­schaft keinen Gebrauch gemacht«, erklärt Für­derer, der einen wei­teren nega­tiven Trend befürchtet.

Direkt nach dem ersten Derby auf Dort­munder Boden nach der hoch emo­ti­ons­ge­la­denen Partie im Mai 2007, in dessen Nach­gang 89 Sta­di­on­ver­bote ver­hängt wurden, die zum Teil nach Ein­stell­lung der Ver­fahren aller­dings bereits wieder auf­ge­hoben sind, spra­chen die Ver­ant­wort­li­chen noch von einem rei­bungslos ver­lau­fenen Spiel ohne beson­dere Vor­komm­nisse. »Das stimmt und ist auch bei den Fans auf Unver­ständnis gestoßen«, hat Für­derer gehofft, dass in Sachen Sta­di­on­ver­bote »Ruhe ein­ge­kehrt wäre«. Den­noch hat der BVB nach Sichten der Auf­zeich­nungen han­deln müssen. Mit dem Aus­schluss einer der füh­renden Männer der Ultras Gel­sen­kir­chen dürfte das Gegen­teil der Fall sein.

Ob die UGE einen neuen Vor­sänger prä­sen­tieren, oder ob das in der Nord­kurve der Arena eigens für den Sup­port instal­lierte Podest in der kom­menden Saison ver­waist sein wird, steht noch nicht fest. Inhalt­lich trage Schalke die Ent­schei­dungen den­noch voll mit. Für­derer: »Dort­mund hat sich kor­rekt ver­halten.« Bereits am vierten Spieltag der neuen Saison kommt es in Dort­mund erneut zum Spiel des BVB gegen Schalke.