Wer Fuß­ball ver­stehen will, kommt leider am Geld nicht vorbei. Denn selbst wenn der FC Bayern sich in dieser Saison (und der HSV seit etli­chen Jahren) viel Mühe geben, den Ein­druck zu ver­wi­schen, gilt mit­tel­fristig: Wer mehr Geld für seine Spieler aus­geben kann, wird auch sport­lich erfolg­reich sein. Inso­fern ist der Club Licen­sing Bench­mark Report“ des euro­päi­sche Fuß­ball­ver­bands UEFA, der heute vor­ge­stellt wird, auf­schluss­reich. Denn er lie­fert seit zehn Jahren das wirt­schaft­liche Rönt­gen­bild des euro­päi­schen Fuß­balls über alle Ligen hinweg.

Eine wich­tige und vie­ler­orts sogar die wich­tigste Ein­kom­mens­quelle sind die natio­nalen Fern­seh­gelder, wes­halb deren Ver­tei­lung beson­ders inter­es­sant ist. Es gibt zwar keine Liga, wo der Tabel­len­führer so viel bekommt wie der Letzte, aber über die ver­gan­genen zehn Jahre haben die Ungleich­heiten abge­nommen. Der Trend geht zu einer aus­ge­gli­che­neren Ver­tei­lung von TV-Gelder“, heißt es im Report. Zu den Aus­nahmen gehört leider: die Bun­des­liga. 

Ein viel­fa­cher Unter­schied

Die UEFA nimmt als Maß­stab den Ver­gleich zwi­schen Spit­zen­klubs und mit­tel­großen Ver­einen. In der Bun­des­liga bekamen die Großen vor zehn Jahren das 1,9‑fache dessen, was die Mit­tel­großen erhielten, heute ist es das 2,5‑fache. Klingt nach nicht viel, aber die Lücke ist damit um fast ein Drittel größer geworden. Und in nicht weniger als 14 euro­päi­schen Ligen ist der Wert besser als in der Bun­des­liga. 

Die Ungleich­heit schlägt sich auch bei den Per­so­nal­kosten nieder, die für den sport­li­chen Erfolg ent­schei­dend sind. In der Bun­des­liga geben die Top vier durch­schnitt­lich 179 Mil­lionen Euro aus, die nächsten vier Klub 86 Mil­lionen, und 49 Mil­lionen die Ver­eine ab Platz neun. Der Unter­schied zwi­schen oben und unten beträgt also mehr als das Vier­fache oder genau 420 Pro­zent.

Von Span­nung ist die Bun­des­liga weit ent­fernt

Dass eine gleich­mä­ßi­gere Ver­tei­lung mög­lich ist, zeigt aus­ge­rechnet die am meisten kom­mer­zia­li­sierte Fuß­ball­liga der Welt: die Pre­mier League. Dort bekommen die Spit­zen­ver­eine nur das 1,3‑fache der natio­nalen Fern­seh­gelder mit­tel­großer Ver­eine. Auch bei den Gehäl­tern ist die Lücke zwi­schen den Top vier und den Ver­einen ab Platz neun so gering wie in keiner der großen Ligen, sie beträgt 290 Pro­zent.

Belohnt wird die Liga dafür mit einem offe­neren Wett­be­werb, in den letzten zehn Jahren konnte kein Klub den Titel ver­tei­digen, und es gibt eine Hand­voll Titel­kan­di­daten. Davon ist die Bun­des­liga leider weit ent­fernt. Die Ver­tei­lung der Wirt­schafts­kraft ist dafür zwar nicht die ein­zige Erklä­rung, aber eben doch eine ganz zen­trale.