Matheus Tos­cano, heut­zu­tage wird jedes Fuß­ball­spiel von etli­chen Kameras ein­ge­fangen. Die Spiele werden hoch­auf­lö­send gesendet, in Super­zeit­lupen ver­lang­samt oder aus unzäh­ligen Per­spek­tiven gezeigt. Sie erstellen 8‑bit-Bilder von Fuß­bal­lern. Wieso machen Sie das?
Als Bra­si­lianer bin ich seit Kin­des­beinen enorm fuß­ball­in­ter­es­siert. Als kleiner Junge war ich aber auch ver­narrt in Video- und Com­pu­ter­spiele. Die Grafik der Neun­ziger war noch voller Pixel. Eines Tages begann ich 8‑bit-Zeich­nungen von Fuß­bal­lern zu ent­werfen und ver­öf­fent­lichte diese auf meinem Blog und Twitter-Account. Die Reak­tionen waren super! Ich habe täg­lich zwi­schen 800 und 1200 Klicks. Ich betreibe das aller­dings nur als ein Hobby.

Wie ent­stehen Ihre Zeich­nungen von Ronald­inho, Messi und Co.?
Ich zeichne die Bilder so klein wie mög­lich in einem simplen Zeich­nungs­pro­gramm. Danach ver­grö­ßere ich sie enorm. Für unter­wegs habe ich eine iPad-App. Neu­er­dings erstelle ich auch Ani­ma­tionen. 

Zum Bei­spiel die von Ronald­inho beim Jon­glieren.
Ronald­inho ist in meinem Hei­mat­klub Atlé­tico Mineiro natür­lich ein großes Idol, aber René Higuitas Skor­pion-Kick ist wohl mein liebstes Bild. Das Tolle ist: Higuita hat das Bild get­weetet! Und auch Alexi Lalas hat sein Bild einmal geteilt.

Wie legen Sie Ihre Szenen fest?
Ich habe meine eigenen Ideen, aber die meisten mache ich auf Anfrage von Leuten auf Twitter oder Face­book. Viele Bilder nehmen Bezug auf aktu­elle Anlässe. Zum Bei­spiel hat José Mour­inho Iker Cas­illas kürz­lich auf die Bank ver­bannt. Das habe ich gezeichnet. Außerdem muss natür­lich hin und wieder mein Lieb­lings­verein ver­treten sein: der FC Bayern. Ich habe Bilder von Bas­tian Schwein­s­teiger, Thomas Müller, Mario Gomez, aber auch von anderen Bun­des­liga-Spie­lern wie Mario Götze und Klaas-Jan Hun­telaar. Ich nehme gerne Wün­sche ent­gegen!

Die Bilder sind simpel gezeichnet und doch kann man die Spieler gut erkennen. Was sind die bestim­menden Merk­male?
Manche Spieler haben ein­zig­ar­tige Cha­rak­ter­züge. Fri­suren sind natür­lich sehr aus­schlag­ge­bend – Carlos Val­der­rama mit seiner Löwen­mähne oder Balo­telli mit seinem Haar­kamm. Ich ver­suche mich auf die Kopf­form und die Acces­soires zu kon­zen­trieren. Manchmal mache ich aller­dings auch kleine Fehler, dann gibt es von den Lesern auf den Deckel und muss ich nach­bes­sern. (lacht) Ich arbeite gerne mit meinen Lesern, weil sie ein­fach mehr Ahnung von ihrer Mann­schaft haben.